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Studienergebnisse zeigen: Top-Management fehlt Technologie-Affinität

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Thomas Barwick via Getty Images
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Die Geschäftswelt verändert sich rasend schnell. Selbst Unternehmen, die der Meinung sind, dass sie heute einen Wettbewerbsvorteil haben, riskieren, dass sie morgen den Anschluss verlieren - so hoch ist die Innovationsgeschwindigkeit momentan. Netzwerktechnologien sind nicht nur die Basis für die digitale Transformation, sondern auch enorm wichtig, um die Geschäftswelt am Laufen zu halten.

Allerdings lässt sich das Top-Management nur selten bis gar nicht im Rechenzentrum blicken, um sich davon zu überzeugen, dass das Netzwerk und die Server reibungslos und auf die Geschäftsziele abgestimmt arbeiten. Doch nicht nur dort ist Technologie notwendig, sondern sie ist auch Teil des Alltags geworden: E-Mails lesen, im Internet surfen und über Smartphone oder Tablet einzukaufen, ist alltäglich geworden.

Menschen wollen 24/7 online und vernetzt sein, das betrifft auch den Zugriff auf Unternehmensdaten. Ist eine Website nicht verfügbar, leidet die Anwendererfahrung, egal, ob es sich um Kunden oder Mitarbeiter handelt. Dies sollte CEOs und anderen Management-Mitgliedern einen Anhaltspunkt bieten, wie wichtig Netzwerke und Vernetzung sind.

Allerdings sind die meisten Geschäftsleitungsmitglieder hauptsächlich damit beschäftigt, sich darum zu kümmern, den Kundenstamm auszubauen, Kosten zu reduzieren sowie die Profitabilität, das Wachstum und die Produktivität zu erhöhen. In einer Zeit, in der dispruptive Produkte und Services ein Unternehmen definieren, reicht es aber nicht mehr, Technologien und Netzwerke einfach nur zu nutzen, um auf dem Markt erfolgreich zu sein.

Eine Studie von Wakefield Research im Auftrag von Juniper Networks fand heraus, dass die Geschäftsleitungen sich dessen noch nicht komplett bewusst ist. Um auch künftig relevant zu bleiben, müssen Unternehmen die kommende Disruption adressieren und ihre bisherige Herangehensweise an Informationstechnologien und Netzwerke signifikant verändern, um innovativ zu bleiben.

Innovationen erfordern auch ein Verständnis für den Wert, den Technologie einer Organisation bringt. Das Management muss natürlich nicht coden können. Eine auf Wachstum ausgerichtete Unternehmensstrategie zu entwickeln und zu implementieren erfordert aber eine starke Beziehung zwischen den Strategieentwicklern und denjenigen, die sie umsetzen.

Die Antworten der Technologie-Teams, die als Teil der Wakefield Studie befragt wurden, zeigten jedoch deutlich, dass eine deutliche Lücke zwischen der Technologie-Affinität des Top-Managements und dem benötigten Wissen, um das Potenzial von Technologie als Business-Treiber zu verstehen, klafft: Für die meisten Führungskräfte ist Technologie - und die IT-Abteilung - in erster Linie ein Kostenfaktor und wird deshalb nicht als maßgeblich für den Geschäftserfolg und Wettbewerbsvorteile angesehen.

Gleichzeitig ist technologisches Wissen ein wichtiges Kriterium, um strategische Entscheidungen treffen zu können. Diese Expertise ist der Schlüssel, um das Beste aus der IT und den Netzwerken herauszuholen - und für die heutige Disruption sowie den morgigen Erfolg gewappnet zu sein.

Allerdings fehlt dieses Wissen in den Führungsetagen vieler Unternehmen. Eine Mehrheit von 75 Prozent der IT-Entscheider in Deutschland ist der Meinung, dass dies in ihrem Unternehmen der Fall ist. Allein Frankreich und Japan sind noch kritischer im Hinblick auf ihren technologischen Sachverstand.

Dieses fehlende Technologiewissen kann Organisationen auf mehr als eine Art und Weise behindern. Zum einen resultiert es in fehlenden Investitionen für neue Anwendungen und Services, zum anderen wird es künftig auch ein Kriterium für qualifizierte Bewerber bei der Entscheidung für oder gegen ein Unternehmen als Arbeitgeber sein.

Welcher Uni-Absolvent möchte seine Karriere bei einer Firma beginnen, die nicht mit dem Wettbewerb mithalten kann - im Hinblick auf die Entwicklung neuer Produkte und Services ebenso wie bei „weichen Faktoren" wie Kundenloyalität und -erfahrung? Organisationen müssen daher in Training und Weiterbildung ihres Managements ebenso investieren wie in die ihrer Technologie-Teams.

Nur so werden sie in der Lage sein, mittel- und langfristig die Früchte ihrer Arbeit zu ernten: eine bessere Kundenerfahrung, eine agilere Entwicklung innovativer Produkte und Services, ein Team an erfahrenen, produktiven und motivierten Mitarbeitern sowie Führungskräfte, deren IT-Strategie auf die Geschäftsziele einzahlt. So sind sie dann bestens im Wettbewerb positioniert.

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