BLOG

Vollmond Du Arsch!

01/04/2015 11:31 CEST | Aktualisiert 01/06/2015 11:12 CEST
thinkstock

Beim letzten Vollmond ziemlich genau vor einem Monat war es mal wieder soweit: Die Kinder haben super unruhig geschlafen. Was bedeutet das? Sie wälzen sich hin und her, jaulen im Schlaf öfter einmal auf, weil sie wild träumen oder rufen nach ihrem Papa oder mir. Wir beide sind natürlich bei allen drei Dingen wach.

Egal, ob wir persönlich angesprochen, sprich gerufen werden, oder wir sie einfach nur über das Babyphone oder durch die Wand träumen und wurschteln hören. Klar, natürlich wurschteln unsere Kinder auch sonst schon einmal in ihren Bettchen herum. Oder sie träumen schlecht oder wild. Oder sie rufen nach uns, weil sie Durst haben, weil das Kopfkissen nicht richtig liegt oder weil sie gerade einfach wach sind. Aber nicht in dieser Intensität, wie es bei Vollmond der Fall ist.

Unruhe immer vor dem Vollmond

Dabei haben wir beobachtet, dass es nie genau zum Vollmond ist, dass sie so unruhig sind, sondern zeitversetzt. Meistens ein oder zwei Nächte bevor der Mond voll ist, seltener im Nachgang. Es ist auch nicht so, dass wir den Vollmondkalender (ja, so etwas gibt es) im Blick hätten und stets wüssten, wann wir wieder weniger Schlaf einheimsen. Nein, es ist eher so, und zwar jedes Mal, dass wir uns wundern, warum die Kinder so scheiße geschlafen haben. Und dann checken wir, ob Vollmond ist und siehe da: Jawohl, es IST Vollmond!

Nicht nur meine Kinder sind bei Vollmond unruhig

Bei einem der letzten Vollmonde, am 5. Januar, war ich wie immer total übernächtigt. Denn die Nächte zuvor war wieder Tango bei uns angesagt, sodass ich entnervt auf Facebook postete: Vollmond, Du Arsch!

2015-03-31-1427826648-748072-Bildschirmfoto2B201502022Bum2B19.16.31.png

Mich erreichten darauf viele Kommentare. Vielen ging es genau so wie uns. Entweder schlafen die Kinder ebenfalls saumäßig oder die Erwachsenen sind geplagt oder beide. Hier seht Ihr einige von Ihnen:

2015-03-31-1427826544-7193572-Bildschirmfoto2B201502022Bum2B19.19.23.png

2015-03-31-1427826574-783219-Bildschirmfoto2B201502022Bum2B19.19.33.png

2015-03-31-1427826603-5150466-Bildschirmfoto2B201502022Bum2B19.19.41.png

Aber natürlich erreichten mich auch Gegenstimmen à la "als ob der Mond damit zu tun hätte. Nur weil eine Phase der Unruhe zufällig auf die Mondphase passt."

Deutsche Studie belegt keinen Zusammenhang

Genau in diese Richtung geht auch eine Studie, die letztes Jahr im Juni veröffentlich wurde. Für eine große Studie analysierten Forscher bereits vorhandene Datensätze von insgesamt 1265 Teilnehmern aus 2097 Nächten. Dabei kam heraus: Es konnte kein statistisch belegbarer Zusammenhang zwischen dem menschlichen Schlaf und den Mondphasen hergestellt werden. Hier geht es zu einem Bericht in der Süddeutschen Zeitung über diese Studie.

Allerdings gibt Alfred Wiater, der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin und Chefarzt der Kinderklinik des Krankenhauses Köln-Porz zu bedenken, dass das subjektive Empfinden unbestritten ist. Also, dass es Menschen gibt, die trotzdem das Gefühl haben, bei Vollmond schlecht zu schlafen.

Und das ist noch nicht erforscht. Ebenso wenig, ob es Menschen gibt, die konstitutionell eher auf Mondphasen reagieren als andere. Vielleicht macht er diese Einschränkungen ja auch, weil er als Chefarzt der Kinderklinik bereits die Erfahrung gemacht hat, dass Kinder dann schlechter schlafen? Wer weiß?

Als ein Grund für den schlechten Schlaf nennt er die Helligkeit bei Vollmond. Darüber hinaus zählt er noch weitere Schlafstörer wie Nikotin, Alkohol, große Hitze oder psychische Erkrankungen.

Meine persönliche Studie belegt den Zusammenhang doch

Ich habe die Nächte mit Frida und Hedy einmal hochgerechnet und komme bei meiner persönlichen Studie zum Thema Vollmond auf zwar nur 2 Teilnehmer aber immerhin auf grob 2113 Nächte. Ich wage zu behaupten, dass die Schlafstörer Nikotin, Alkohol und psychische Erkrankungen bei meinen Kindern keinen Einfluss ausüben.

Auch nicht die Helligkeit, denn durch Rolläden ist es dunkel. Zumal es sie auch nicht stört, bei Helligkeit wegzuratzen. Große Hitze kann auch nicht mit im Spiel sein, achten wir doch auf eine Temperatur zwischen 18 und max. 20 Grad in den Schlafzimmern zur Nachtzeit.

Und trotzdem ist es so, dass sie bei Vollmond schlechter schlafen als sonst. So auch wieder die vergangenen 3 (!) Nächte. Und wir waren erneut nichtsahnend. Wir wachten morgens gerädert auf. Mit dicken Augenringen. Wir brauchten länger, um in den Tag zu starten und schleppten uns so durch. Das Mittagstief machte uns total platt und wir fieberten dem Ende des Tages entgegen.

Und dann schickte mir Papa Schulze gestern Abend am Heimweg von der Arbeit eine Nachricht:

"Hast Du mal nen Blick ans Firmament geworfen?"

Zur Info: Am Wochenende ist wieder Vollmond. Und ich bleibe nach einer erneuten kurzen Nacht dabei: Vollmond, Du Arsch!

Dieser Artikel ist ursprünglich auf www.mamaschulze.de erschienen.


Sie haben auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn Sie die Diskussion zu politischen

oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollen, schicken Sie Ihre Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.


Video: Bewegend:

Familie macht rührendes Zeitraffer-Musikvideo einer Schwangerschaft

Gesponsert von Knappschaft