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Der Weg zum Schöpfer

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Headlines 2016

Sprengstoffanschlag in Ansbach. Islamistisch motivierter Täter verletzt 15 Personen. Minderjähriger verletzt fünf Menschen mit einem Messer in einer Regionalbahn bei Würzburg. Ermittlungsbehörde gehen von einer islamistisch motivierten Tat aus.

Sprengstoffanschlag auf das Gebetshaus der Sikh-Gemeinde Gurdwara Nanaskar in Essen. Zwei Salafisten werden festgenommen. In Nizza fährt ein Mann mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge. Französische Behörden gehen von einem islamistisch radikalisierten Täter aus. Selbstmordanschläge am Flughafen in Istanbul.

Mindestens 45 Tote und 239 schwer Verletzte. Die türkische Regierung macht den „Islamischen Staat" dafür verantwortlich. Drei bewaffnete stürmen eine Polizeischule in pakistanischen Quetta und töten dabei 60 Menschen und hinterlassen mehr als 120 Verletzte.

Der „Islamische Staat" bekennt sich zur Tat. Diese sind nur eine handvoll der Schlagzeilen, welche im Jahr 2016 in den Nachrichten zu lesen oder zu sehen waren. Extremisten verüben im Namen des Islam weltweit Anschläge und verbreiten damit Unruhe, Angst, Hass und Feindlichkeit.

Bedeutung des Wortes "Islam"

Das Wort „Islam" bleibt bei den Menschen nur noch negativ konnotiert in Erinnerung. Doch was verbirgt sich hinter diesem Begriff? Der Name der Religion stammt aus dem arabischen und bedeutet abgeleitet aus seinen Wurzeln „s-l-m" , dass man Frieden durch die Hingabe an Gott erlangen kann.

Erreicht man durch das Töten der Schöpfung seinen Herren oder durch das verletzten eines schwächeren Menschen Frieden? Erreicht man durch solche Gräueltaten das Wohlgefallen Allahs? Ist das die Hingabe an Gott, die der Herr von seiner Schöpfung wünscht? Der Heilige Koran gibt vor:

Das Böse verleitet zum sündigen

„Wer ein menschliches Wesen tötet, ohne (dass es) einen Mord (begangen) oder auf der Erde Unheil gestiftet (hat), so ist es, als ob er alle Menschen getötet hätte. Und wer es am Leben erhält, so ist es, als ob er alle Menschen am Leben erhält." (Sure 5, Vers 32)

Dieser Vers erklärt, welch ein Ausmaß die Tötung eines einzigen Menschen mit sich bringt und vice versa welche Dimensionen eine Lebenserhaltung erreicht. Extremisten die den Namen des Islams auf falschem Wege verbreiten, leben nicht nach den islamischen Lehren und Vorgaben. Sie gehen nicht den Weg der Gläubigen, den Allah Ihnen aufgezeigt hat.

Das Töten eines Menschen ist sichtlich eine Sünde. Für das alltägliche Miteinander ist das Töten schon zu weit gegriffen.

Eine Sünde zu begehen, beginnt schon dabei sein Gegenüber anzulügen, seine Mitmenschen zu betrügen, seine Versprechen nicht einzuhalten und dem anderen Menschen nicht das selbe zu wünschen wie für sich selbst.

Sei es eine Sünde, Schändlichkeit oder gar ein ungerechtes Handeln seines Mitmenschen gegenüber, dies hält alles gänzlich von Allah fern. Das einzige Mittel was dagegen hilft, ist die Hingabe zum Herren der Welten. Der Weg zu seinem Schöpfer ist mühsam, da der Satan den Menschen auf den Weg dahin abhält.

Iblis sprach: „Nun, bei Deiner Macht, ich werde sie allesamt ganz gewiss in die Verirrung fallen lassen." (Sura 38, Vers 82)

Bevor Iblis aufgefordert wurde das Paradies zu verlassen, nachdem er sich gewehrt hatte Allahs Aufforderung nachzukommen, gab er kund den Menschen zum Sündigen zu verleiten. Im alltäglichen Lebensablauf können das Dinge wie Wut, Zorn, Lügen, Betrügen und Hochmut sein.

Allah fordert deshalb von seinem gläubigen Menschen sich von Sünden fernzuhalten, da der Mensch sonst darin zu ertrinken droht wenn er einmal darin gefesselt ist.

Der Verheißene Messias (Friede sei auf Ihm) sagte dazu: „Haltet euch von Sünden fern, denn dies ist wie ein Gift welches ihr zu euch nimmt.

Schluckt es nicht, denn Allah gegenüber Ungehorsamkeit zu erweisen ist ein übler Tod!" Ab dem Zeitpunkt ab welchem der Mensch dieses Gift zu sich nimmt, hat Satan diesen Menschen fest unter Kontrolle überwältigt ihn und lässt ihn sündigen, dadurch hat sich der Mensch von Allah abgewendet und so auch Allah von ihm.

Der Schlüssel zur Zufriedenheit

Doch so hat Allah auch für die ein Gegenmittel erschaffen, die sich von der Sünde befreien möchten.
Denn unter den 99 Namen Allahs, trägt er auch den Namen

„Al-Tawab"

Der, der die Reue derer annimmt die zu Ihm zurückkehren. In der Sura Asch-Shura (42:25) sagt Allah

„Er ist es, Der Reue annimmt von Seinen Dienern und Sünden vergibt und weiß, was ihr tut."

Dieser Vers ist für die Menschen eine göttliche Einladung, die ihren Herren um Verzeihung bitten möchten, stets mit der Absicht nicht erneut zu sündigen.

Doch um dauerhaft Allahs Nähe und Wohlgefallen zu erlangen, den Weg zu gehen den Allah für einen Gläubigen vorgeschrieben hat und nicht dem Wege des Satans zu folgen ist es essentiell die Lehren zu befolgen, die Allah im heiligen Koran auferlegt hat.

Die Quelle aller Schönheit und Reinheit liegt nur darin, sich indessen und in Allahs Liebe zu tränken. Nur wer sich Allah hingibt und sich dieses als Lebensaufgabe annimmt, nur dieser Mensch wird in den wahren Genuss der Rechtschaffenheit kommen.

Doch mit welchem Mittel erlangt der Gläubige diese Nähe zu seinem Schöpfer? Wie kann er sein weltliches Leben, seine weltlichen Ziele und den dazugehörigen Schein beiseite legen? Die Lösung des gesamten liegt im Dua, welches den Kern des Salat darstellt.

Jeden Tag rollt ein gläubiger Muslim den Gebetsteppich fünf mal aus. Wird er ausgerollt um nur seiner Verpflichtung als Muslime nachzukommen, die ihm durch einen der Grundpfeiler des Islams auferlegt worden ist? Ist der wahre Sinn und Zweck der Hingabe zum Schöpfer erkannt worden? Die Bindung zu Allah besteht nicht darin, die Gebete zu ihren vorgeschriebenen Zeiten nur aus reinstem Munde zu vollziehen.

Wahre Liebe und Hingabe entsteht wenn der Ruf zum Herren der Welten den Muslime aus dem Alltag herausreißt und alle weltlichen Dinge komplett vergessen lässt. Diese Bindung ist keine gewöhnliche mehr, sondern dies ist dann eine wahre Beziehung zwischen der Seele und seinem Herren.

Im Gedenken Allahs sei es durch die Verrichtung der Pflichtgebete oder im stillen Gedenken, findet der Mensch vollkommen Frieden für die Seele und das Gedenken an Allah schützt vor Sünden. So heißt es im heiligen Koran

„Verlies, was dir von dem Buche offenbart ward und verrichte das Gebet. Wahrlich das Gebet hält ab von Schändlichkeit und Unrecht. Und an Allah denken ist gewiss die höchste Tugend. Und Allah weiß, was ihr tut" (29:46)

Durch das Gedenken Allahs, wird das eigene Herz gestärkt und der Satan welcher stets bereit ist zum Bösen anzustacheln wird sich fernhalten. Deshalb betet der gottesfürchtige Mensch stets zu seinem Herren

„Führe uns auf den geraden Weg - den Weg derer, denen du Gnade erwiesen hast, die nicht (Deinen) Missfallen erregt haben und die nicht irre gegangen sind!" (1:6-7)

Die Sura Al-Fatiha eröffnet die heiligen Schriften Allahs und führt gleich zu Beginn an, dem allmächtigen Gott zu Gedenken und beendet es mit der Bitte um eine gerade Richtschnur. Durch diese Richtschnur kann wahre Zufriedenheit und Rechtschaffenheit durch Allah erlangt werden, welche vollumfänglich das Herz mit Liebe zu ihm und zu seiner Schöpfung füllt.

Die Aufgabe des eigenen "Ich's"

Es gibt einige Menschen die sich als gläubige ausgeben, deren Herzen jedoch nicht rein sind. Deren ihre Prioritäten liegen in ihrer weltlichen Karriere, in ihren weltlichen egoistischen Zielen welche sie mit all möglichen Mitteln erreichen möchten und sie sich schon so sehr auf ihren weltlichen Titel fixiert haben, dass alle Gefühle und aller Umgang der Schöpfung Gottes gegenüber missbraucht wird.

Diese Menschen haben nicht ihr wahres „Ich" aufgegeben und dies wird sehr schnell sichtbar indem sie die ihnen auferlegten Prüfungen Allahs nicht meistern. Wird ihnen eine Prüfung oder eine schwierige Situation Allahs auferlegt, stützen sie sich auf Lügen, stehen nicht mehr zu ihrem abgegeben Versprechen und missbrauchen das Vertrauen anderer Menschen.

Ab diesem Zeitpunkt offenbart sich ihr wahres „Ich". Es mag sein, dass diese Menschen einen Kern von guten Eigenschaften besitzen doch dieser Kern bleibt in Dornen von Egozentrik verborgen. Doch die Menschen die sich wahrlich Gott hingeben, dort bleibt dieser Kern der guten Eigenschaften zum Vorschein.

Diese Menschen sind standhaft in ihrem Leben, stehen zu ihren Worten und sündigen und verletzen andere Menschen mit ihrem Verhalten nicht. In ihrem Herzen ist nur Platz für die Liebe Allahs und für den Respekt seiner Schöpfung gegenüber, denn nun haben sie ihr eigenes „Ich" aufgegeben.

Ihr Herz schlägt nur noch für Allah, Ihr Ohr horcht nur noch Allah und Ihre Zunge spricht nur noch für Allah. Der Mensch versucht mit Mühsal die Prüfungen die ihm durch seinen Schöpfer auferlegt worden sind zu meistern und nicht davon zu laufen, dass ist der wahre „Ich-Tod".

Lerne zu Lieben

Zu dem Zeitpunkt, wenn der Mensch einen wahren Drangsal zum Salat verspürt und das Herz sich nach seinem Schöpfer sehnt dann erreicht der Gläubige die wahre Liebe zu seinem Herren.

Der italienische Philosoph Thomas von Aquin sagte eins „Die Vollendung des Menschen besteht in der Liebe, welche den Menschen mit Gott verbindet." Die Liebe ist der Schlüssel zur Glückseligkeit denn es liegt in der menschlichen Natur, dass wenn der Mensch mit jemanden oft zu tun hat, die Bindung zu dieser Person wächst.

Wenn jemand Allahs oft gedenkt und seinen Namen Tag und Nacht erwähnt wird die Liebe zu ihm stetig wachsen, dann erblickt der Mensch die wahre Zufriedenheit die das Leben verborgen hält.

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