BLOG

Nikotinabhängigkeit - Wenn der Glimmstängel zur Sucht wird

27/10/2015 13:14 CET | Aktualisiert 27/10/2016 11:12 CEST
Richard Clark via Getty Images

Dass der Konsum von Zigaretten ungesund ist, ist den meisten Menschen bekannt. Trotzdem greifen rund 30 % aller Erwachsenen täglich zum Glimmstängel. Dieser enthält neben Tabak, Teer und anderen Schadstoffen auch Nikotin.

Dieser Inhaltsstoff sorgt dafür, dass Raucher von der Zigarette abhängig werden. In Deutschland weist die Mehrheit der Raucher - nämlich 70 bis 80 % eine Nikotinabhängigkeit auf. Viele Betroffene wissen davon allerdings nichts und sehen in der Zigarette nach wie vor ein Genuss- und kein Suchtmittel.

Nikotin ist ein natürlicher Stoff, der in der Tabakpflanze vorkommt und damit ein wesentlicher Bestandteil der Zigarette ist. Das Nikotin wirkt stimulierend. Das bedeutet, dass es, in geringen Mengen konsumiert, die Leistungs- und Aufmerksamkeitsfähigkeit steigern kann. Außerdem sorgt der Stoff dafür, dass der Adrenalinspiegel und der Blutdruck steigen.

Eine andere Wirkung, die von vielen Rauchern geschätzt wird, ist der entspannende Aspekt. Rauchen bedeutet für die meisten Raucher herunterkommen und abschalten. Diese als positiv empfundenen Effekte von Nikotin sorgt dafür, dass so viele Raucher eine Nikotinabhängigkeit entwickeln. Laut der Ärztezeitung lohnt sich der Weg mit einer Nikotinersatztherapie.

Die Angst vor dem Aufhören

Nikotin macht verhältnismäßig schnell abhängig. Aus diesem Grund bemerken viele Raucher gar nicht, dass sie eine Sucht entwickelt haben und betonen immer wieder, dass sie jederzeit mit dem Rauchen aufhören könnten. Gleichzeitig fürchten sich aber viele Tabak-Konsumenten davor, dem Glimmstängel abzudanken - wohlwissend, dass sich dann verschiedene Entzugserscheinungen einstellen.

Auch wenn es auf den ersten Blick so scheint, als würde das Nikotin dem Körper guttun, hat eine Nikotinabhängigkeit schwerwiegende Folgen für den menschlichen Körper. Diese reichen von Einschränkungen bis hin zu schwerwiegenden Erkrankungen. Folgen einer Nikotinabhängigkeit sind unter anderen:

• Raucherhusten

• Leistungs-Rückgang

• Kurzatmigkeit

• Brustenge

• Mangelhafte Durchblutung, die zum Erkalten der Gliedmaßen führt

• Raucherbein

• Herzinfarkt

• Schlaganfall

• (Lungen-)Krebs

Eine Nikotinabhängigkeit ist wie viele Süchte vor allem wegen dieser Folgeerscheinungen so gefährlich für alle Betroffenen und sollte daher unbedingt behandelt werden. Informationen finden Sie dazu auch auf der Webseite der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung.

Woran erkenne ich, dass ich süchtig bin?

Natürlich kann nicht pauschal behauptet werden, dass jeder Raucher automatisch auch eine Nikotinabhängigkeit entwickelt. Tatsächlich gibt es viele Raucher, die nur ab und zu Tabak-Zigaretten konsumieren und diese als Genussmittel betrachten.

Dem gegenüber steht allerdings eine erheblich größere Zahl an Rauchern, die eine Nikotinabhängigkeit entwickelt haben und den Glimmstängel sowohl psychisch als auch physisch benötigen.

Bei diesen Menschen können unterschiedliche Anzeichen einer Sucht beziehungsweise Abhängigkeit festgestellt werden. Hierzu gehören zum Beispiel:

• Starker Wunsch oder Zwang, sich immer wieder eine Zigarette anzuzünden

• Unkontrolliertes Konsumieren von Nikotin (der freie Wille rückt nach und nach in den Hintergrund)

• Unfähigkeit, mit dem Rauchen aufzuhören, auch wenn man sich der Folgen bewusst ist

• Immer höhere Mengen Nikotin werden notwendig, um die gewünschten (entspannenden) Effekte zu erzielen

• Der Körper gewöhnt sich immer mehr an das Nikotin und entwickelt eine gewisse Toleranz

• Entzugserscheinungen beim Versuch, mit dem Rauchen aufzuhören

Darüber hinaus wird bei vielen Menschen mit einer Nikotinabhängigkeit beobachtet, dass sich diese zugunsten ihrer Sucht mehr und mehr aus dem gesellschaftlichen Leben zurückziehen. Im Klartext bedeutet das, dass soziale Aktivitäten vernachlässigt werden, wenn diese voraussetzen, dass der Nikotinkonsum eingeschränkt oder komplett unterbunden werden muss - zum Beispiel beim Besuch eines Restaurants oder einer Bar.

Der Weg aus der Sucht

Natürlich kann eine Nikotinabhängigkeit behandelt werden - wenn der süchtige Raucher den Willen dazu hat. Für die Behandlung von Nikotinsucht gibt es verschiedene Wege, die je nach Schweregrad und Ambitionen an den Raucher angepasst werden können. Zu den gängigsten Therapie-Maßnahmen gegen eine Nikotinabhängigkeit gehören:

Nikotinersatz: Hierzu zählen verschiedene Präparate, die den Körper nach wie vor mit einer geringen Menge Nikotin versorgen und somit einen sanften Ausstieg ermöglichen. Bekannte Nikotinersatze sind Pflaster, Kaugummis und Lutschtabletten.

Entwöhnungsprogramme: Bei einem Raucherentwöhnungsprogramm steht im Vordergrund, dass die Gewohnheiten des Rauchers analysiert werden, um so bestimmte Muster herauszufinden. Ein weiterer Aspekt dieser Therapie-Maßnahme ist, dass meist mehrere Raucher gemeinsam den Ausstieg versuchen. Raucherentwöhnungsprogramme gelten allgemein als sehr erfolgversprechend.

Medikamente: Neben den Ersatzstoffen gibt es auch spezielle Medikamente, die die Nikotin-Entwöhnung erleichtern. Wirkstoffe wie Vareniclin oder Bupropion mindern das Verlangen nach Nikotin und die Entzugserscheinungen. Medikamente dieser Art sollten jedoch nur nach ärztlicher Absprache eingenommen werden, da sie Nebenwirkungen mit sich bringen können.

Hypnose und Akupunktur: Diese alternativ-medizinischen Methoden erfreuen sich immer größerer Beliebtheit - nicht zuletzt, weil viele Raucher berichten, dass sie tatsächlich helfen. Der Nachteil: Insbesondere professionelle Hypnose-Behandlungen sind extrem teuer.

Weil sie nicht rauchen darf: Frau rastet aus und will Taxifahrer wegen sexueller Belästigung beschuldigen

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Hier geht es zurück zur Startseite