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Gesundes Sitzen am Arbeitsplatz

12/08/2015 09:59 CEST | Aktualisiert 12/08/2016 11:12 CEST
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Sehr viele Menschen richten ihre tägliche Arbeit im Sitzen aus. Nicht nur die Bürokauffrau, sondern auch Architekten, Kassiererinnen, Ingenieure und zahllose andere Berufsgruppen sitzen einen Großteil ihrer Arbeitszeit am Schreibtisch.

Was auf den ersten Blick nach einer sehr entspannten Arbeitsweise aussieht, ist in Wirklichkeit harte Arbeit für den Körper. Für diesen ist Sitzen nämlich keinesfalls eine natürliche Position. Besonders falsches Sitzen kann große Probleme mit sich bringen und die Gesundheit langfristig gefährden.

Nicht nur Konzentrationsstörungen und Kopfschmerzen, sondern auch Verdauungsprobleme und chronische Rückenschmerzen können die Folgen einer falschen Sitzposition sein. Das muss jedoch nicht sein - wenn man weiß, wie gesundes Sitzen am Arbeitsplatz geht.

Die häufigsten Fehler beim Sitzen

Sitzen ist eine knifflige Angelegenheit für den menschlichen Körper. Weder Skelett noch Muskulatur sind für eine dauerhafte Sitzposition geschaffen und wehren sich nach einer Weile gegen diese für ungemütliche Position.

Auch die einseitige Belastung des Körpers und der Bewegungsmangel tragen dazu bei, dass viele Menschen, die einen Bürojob oder eine andere Tätigkeit im Sitzen ausüben, früher oder später über gesundheitliche Probleme klagen. Diese gehen zum Teil sogar weit über die herkömmlichen Nacken-, Schulter- und Rückenschmerzen hinaus und können den Arbeitsalltag sehr stark beeinflussen. Abhilfe verschafft da nur die richtige Sitzposition.

Um zu wissen, wie Sie richtig am Arbeitsplatz sitzen, ist es hilfreich, zu wissen, was die falschen Varianten sind. Der häufigste Fehler, der in diesem Zusammenhang gemacht wird, ist der berühmte Buckel - auch Rundrücken genannt. Auch Menschen, die auf eine gesunde Rückenhaltung achten, sacken häufig im Laufe des Tages immer mehr in sich zusammen, bis der Rundrücken entsteht.

Eine andere Position, die sehr ungesund für den Rücken und den Körper ist, ist das Hohlkreuz. In diesem Fall wird die Wirbelsäule unnatürlich stark durchgedrückt, was ebenfalls zu Verspannungen und Schmerzen führen kann.

Ein weiteres Problem, dass sich beim Sitzen am Arbeitsplatz fast schon automatisch einschleicht: Besonders bei anstrengenden Aufgaben neigen wir dazu, unsere Schultern und die Nackenpartie zu verkrampfen, ohne dies mitzubekommen.

Hat sich eine solche Verspannung erst einmal verhärtet, wird man sie in den seltensten Fällen von allein wieder los. Ein Gang zum Physiotherapeuten ist in einem solchen Fall unumgänglich, wenn man nicht mit dauerhaften Nacken- und Schulterschmerzen, die bis in den Kopf wandern können, leben will.

So sitzen Sie richtig - hilfreiche Tipps und Tricks

Die richtige Sitzposition am Arbeitsplatz garantiert, dass die Wirbelsäule ihre natürliche S-Form behalten kann und nicht in eine andere Richtung verkrümmt wird. Die richtige Haltung gelingt am besten, wenn Sie folgende Schritte befolgen:

  1. Das Gesäß muss sich komplett auf der Sitzfläche des Stuhls befinden
  2. Schieben Sie nun Ihr Becken leicht nach vorn und kippen Sie es leicht, sodass eine dezente Spannung entsteht
  3. Achten Sie darauf, dass Ihr Brustkorb aufgerichtet und leicht nach vorn gestreckt ist (Vorsicht vor dem Hohlkreuz!)
  4. Die Halswirbelsäule muss gestreckt sein
  5. Der Kopf schaut gerade aus

Was einfach klingt, ist in der Tat Schwerstarbeit für den Körper. Aus diesem Grund fällt es auch so vielen Menschen schwer, in einer gesunden Weise am Arbeitsplatz zu sitzen. Die meisten merken gar nicht, wie sie im Laufe der Zeit immer mehr in sich zusammensacken und schließlich wieder in der ungesunden, jedoch auch wesentlich bequemeren Position verharren.

Das kann jedoch schwerwiegende Folgen haben. Die zusammengekauerte Stellung des Körpers bewirkt unter anderem, dass sich Bauch-, Brust- und Oberschenkelmuskeln verkürzen. Auch das Zusammenquetschen der Organe kann zu schweren Gesundheitsproblemen führen.

Dazu gehören unter anderem Verdauungs- und Atemprobleme. Dadurch, dass das falsche Sitzen auch die Blut- und Sauerstoffzirkulation im Körper stören kann, sind Folgen wie Schwindel, Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen keine Seltenheit.

Um den Körper beim Einhalten der aufrechten Stellung beim Sitzen zu unterstützen, gibt es spezielle ergonomische Büro- und insbesondere Sitzmöbel. Bei der Wahl des Schreibtischstuhls ist es besonders wichtig, dass dieser folgende Eigenschaften besitzt:

  • Die Funktion, die Höhe zu verstellen
  • Eine Rückenlehne, die mindesten bis zu den Schultern reicht und sich Ihren Bewegungen anpasst
  • Eine Sitzfläche, die es dem Becken bequem ermöglicht, nach vorn zu kippen (Keilkissen können den Effekt noch verstärken)
  • Armlehnen, auf denen die Arme gelegentlich abgelegt werden können

Spezielle Sitzbälle oder andere Sitzgelegenheiten ohne Lehne erhalten zwar häufig das Prädikat „ergonomisch", strengen den Körper in der Regel jedoch auf Dauer zu sehr an. Am bewährtesten ist immer noch der klassische Bürostuhl mit Rücken- und Armlehne.

Auch die Position von Maus und Tastatur kann sich auf das Sitzverhalten am Arbeitsplatz auswirken. Um eine möglichst gesunde Haltung zu erzielen, ist es wichtig, dass die Geräte so nah wie möglich am Körper sind.

Weiterhin ist es von besonderer Wichtigkeit, dass Sie darauf achten, regelmäßig aufzustehen und ein paar Schritte zu gehen. Wenn Sie die Möglichkeit haben, sollten Sie zwischendurch auch immer eine Weile im Stehen arbeiten.

Auf diese Weise werden die Beine ausreichend durchblutet und die Muskulatur und das Skelett haben die Möglichkeit, sich zu strecken. Auch kleine „sportliche" Übungen wie Beckenkreisen oder Strecken können am Arbeitsplatz durchgeführt werden und helfen dabei, die Konzentration zu steigern und die körperlichen Beschwerden zu lindern.

Das Kreisen der Schultern, das häufig mit erstaunlich vielen Knackgeräuschen verbunden ist, kann ebenfalls dazu beitragen, den Körper zu lockern und entspannt weiterzuarbeiten.

Gesundes Sitzen am Arbeitsplatz ist wichtig, um eine langfristige Qualität der Arbeitsweise und des Wohlbefindens zu garantieren. Dabei genügt es jedoch nicht, eine aufrechte Haltung anzunehmen, sondern diese auch dauerhaft zu halten. Am besten ist es, wenn Sie Ihre Sitzposition regelmäßig überprüfen und gegebenenfalls korrigieren, wenn Sie merken, dass Sie nicht richtig sitzen.

Auch ergonomische Büromöbel und kleine Übungen können dabei helfen, die Haltung am Arbeitsplatz zu verbessern.


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