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Der digitalen Ernüchterung entkommen: Unternehmen müssen ihre „digitale Schere" schließen

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DIGITAL BUSINESS
littlehenrabi via Getty Images
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Dem großen Digitalisierungshype folgt die Ernüchterung. Ob Versicherungs-, Banken- oder Automobilbranche: In der Realität ist die Digitalisierung in vielen Unternehmen noch längst nicht umgesetzt. Laut Bitkom fehlt sogar etwa der Hälfte der deutschen Unternehmen eine Digitalstrategie. Dabei entscheidet diese nicht nur maßgeblich darüber, welche Unternehmen auch zukünftig noch am Markt agieren werden. Sie muss auch ganzheitlich gedacht werden.

Konkret heißt das: Mobile Websites, Apps oder Social-Media-Plattformen, um schnell mit Kunden und Partnern in Kontakt zu treten, genügen nicht, solange die „digitale Schere" zwischen dieser externen Selbstdarstellung und der tatsächlichen internen Arbeitsumgebung in Unternehmen noch weit auseinandergeht. Denn wie ein Blick in das Innenleben von Unternehmen zeigt: Firmen sind bei der Einführung moderner Technologien für die interne Kommunikation heute oft noch zurückhaltend. Ein Verhalten, das fatale Folgen für ihr langfristiges Überleben am Markt haben kann.

Doch inwiefern wirken sich neuartige Formen der Kommunikation und Kollaboration auf den Geschäftserfolg aus? Und wieso braucht es einen kommunikativ begleiteten Wandel in Unternehmen? Drei zentrale Aussagen:

1 Die Konkurrenz hinter sich lässt nur, wer die besten Talente für sich gewinnt

Ein privater Alltag ist ohne sie längst undenkbar, doch auch im beruflichen werden soziale Medien verstärkt gefordert. Laut aktueller msg services-Studie wünschen sich 77 Prozent der Büroangestellten in Deutschland die Kommunikation über Social-Media-Tools. In Form von mit Facebook vergleichbaren Newsfeeds, XING-Profilen ähnelnden Mitarbeiterprofilen und mobilen Apps für Nachrichten von unterwegs, sind diese auch längst Bestandteil moderner Social Intranet Software. Schaffen es Firmen, Mitarbeitern diese von ihnen gewünschten modernen Kommunikationsinstrumente bereitzustellen, so gewinnen sie als attraktiver Arbeitgeber die besten Talente für sich. Und mehr als das: Sie binden diese als wichtigste Ressource für den geschäftlichen Erfolg auch langfristig an das eigene Unternehmen.

2. Auf Erfolgskurs: Interne Vernetzung führt zu mehr Service- und Produktqualität und Innovationen

Für den Geschäftserfolg ebenfalls essenziell: Unternehmen - speziell auch mittelständische Firmen als Hidden Champions - müssen ihre Produkte und Services stets optimieren. Dafür braucht es eine effizientere und effektivere Arbeitsweise. Moderne Intranets unterstützen eine solche, indem Informationen schnell mit Kollegen geteilt und von diesen abonniert werden können. Durch den transparenten Austausch zwischen Personen, Abteilungen und Organisationseinheiten können zudem schneller Ideen wachsen und Innovationen vorangetrieben werden - elementar für den Mittelstand, will er auch zukünftig Innovationstreiber sein. Darüber hinaus ermöglichen digitale Instrumente eine orts- und zeit- und geräteunabhängige Kommunikation und Zusammenarbeit. Diese ist besonders wichtig, wenn Betriebe mit mehreren Vertriebsbüros und Produktionsstätten im In- und Ausland tätig sind.

3. Der kulturelle Wandel in Unternehmen muss kommunikativ begleitet werden

Doch wird ein modernes Intranet nur dann angenommen und stark genutzt, wenn es in den Köpfen der Mitarbeiter verankert ist. Angestellte müssen das Gefühl haben, dass ein vernetztes Arbeiten von der Unternehmensführung honoriert wird. Was es daher braucht, ist ein kultureller Wandel in Unternehmen - weg vom Silodenken, hin zu mehr Offenheit und Transparenz. Die Interne Kommunikation wird zum Treiber dieses Wandels. Sie orchestriert die innere Vernetzung, indem sie die Experten aus verschiedenen Abteilungen (z.B. IT und HR) und Geschäftsbereichen so einbindet, dass genau die Inhalte, die relevant für bestimmte Zielgruppen sind, diese auch schnell und effizient erreichen.

Fakt ist: Unternehmen müssen insgesamt durchlässiger werden und digitale Schwellen radikal abbauen. Nur wenn sich Mitarbeiter und Organisationseinheiten stärker über moderne Kommunikations- und Kollaborationslösungen vernetzen können, gelingt auch der Austausch mit externen Zielgruppen und die Entwicklung neuer, digitaler Geschäftsmodelle.