BLOG

Eine offene Plattform für kontroverse Meinungen und aktuelle Analysen aus dem HuffPost-Gastautorennetzwerk

Lutz Bierend Headshot

Warum Väter unbedingt mehr Rechte brauchen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
VATER
Thinkstock
Drucken

Es ist schau traurig, wenn man bei einem sonst doch recht
seriösen Sender wie Deutschlandradio Kultur einen solchen Unfug lesen muss:
Den Vätern die Rechte, den Müttern die Pflichten

Zitat: "Durch ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte sah sich der deutsche Gesetzgeber gezwungen, unverheirateten Vätern mehr Rechte einzuräumen. Rechte, wie sie es seit der Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuches zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch nicht gegeben hat. Unverheiratete Mütter und ihre Kinder geraten so in eine noch nie da gewesene Situation des Ausgeliefertseins an den Kindesvater."

Erstens ließe sich in dieser Rhetorik natürlich auch die Einführung des deutschen Frauenwahlrechtes 1918 beschreiben:

"Rechte wie sie es seit den ersten Repräsentativverfassungen in deutschen Staaten kurz nach 1800 noch nicht gegeben hat."

Aber viel wichtiger ist natürlich, warum Deutschland vom EuGH gezwungen wurde. Deutschland ist wegen der Diskriminierung unverheirateter Väter verurteilt worden, sein Sorgerecht weniger sexistisch zu gestalten.

Die Gesetzesänderung hat Väter mit den Mütter zu mindestens etwas gleichberechtigter gemacht und es ist faszinierend, dass Gleichberechtigung hier zu einem Problem stilisiert wird, weil Mütter ihre Kinder nicht loslassen wollen. Um mal an den Kaukasischen Kreidekreis zu erinnern: Da war es die Mutter, die am Kind festhielt und zog, die nicht am Kindeswohl interessiert war.

Frauen haben heute jedes Recht und jede Möglichkeit zu entscheiden, mit wem sie Kinder in die Welt setzen wollen, bzw. ob sie sich anschließend mit dem Mann, von dem sie nach der Geburt nicht mehr wollen, dass er der Vater ihres Kindes ist, noch auseinandersetzen müssen. Sie haben sichere Verhütungsmethoden. Falls diese mal versagen, dürfen sie einen Schwangerschaftsabbruch vollziehen.

Wenn sie das alles nicht wollen, müssten sie einfach nur seinen Namen verschweigen und behaupten, es sei in einer versoffenen Nacht passiert und sie habe weder Telefonnummer noch sonst etwas zur Identifikation des Vater.

Allerdings müssten sie dann auch auf den Unterhalt verzichten, und vermutlich liegt da das Problem solcher Mütter. Denn auch wenn Sie kein Bestandteil der Familie sein sollen. Bezahlen sollen sie dann doch dafür. Die Männer sollen ihre Familie finanzieren, aber sie sollen bloß kein Anteil an dieser Familie haben.

Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass solche Frauen, die so wenig Verantwortungsbewusstsein ihrem Kind gegenüber zur Schau stellen, immer noch Plattformen finden, um sich dafür auch noch bedauern zu lassen. Es ist faszinierend: Sobald Männern Rechte zugestanden werden sollen (genau genommen sind es natürlich Kinder, welchen das Recht zugesprochen wird, zwei Eltern zu haben), werden als erstes die sicher vorhandenen negativen Beispiele herausgekramt, um alle Geschlechtsgenossen in Sippenhaft zu nehmen.

Aber welche Gesetze sollten wir denn hier noch erlassen, wenn wir dieses Prinzip auch auf Mütter anwenden? Frauen sind häufiger Gewalttäterin gegenüber Kindern. Die meisten Kindstötungen werden von Müttern oder im mütterlichen Haushalt vom neuen Partner begangen.

Welche Sorgerechtsregelungen sollten wir bitte dann generieren, wenn wir auf die negativen Minderheiten schauen, um Standards zu generieren? Kinder am besten erstmal ins Heim stecken, bevor die Eltern nicht bewiesen haben, dass sie erziehungsfähig und bindungstolerant sind?

Dass Richter heutzutage in Ausnahmefällen vielleicht voreilig vaterfreundlich urteilen, liegt vielleicht daran, dass solche Mütter jahrelang und oft ungerechtfertigt Väter mit Missbrauchs- und Gewaltvorwürfen aus dem Leben der Kinder ferngehalten haben.

Leider hat es sich langsam herum gesprochen, dass die Ratschläge der Lobby der alleinerziehenden Mütter zur Entsorgung des Vaters nicht immer kindeswohlorientiert waren und nicht jede böse Unterstellung der "liebenden" Mütter wahr war. Das ist halt wie mit dem kleinen Jungen, der aus Langeweile "Wolf" schreit. Wenn dann wirklich mal ein Wolf da war, glaubt ihm keiner mehr.

Es reicht eigentlich schon, dass Deutschland immer noch so sexistisch ist, dass Männer sich vor Gericht erst mal jeden Mist vor die Füße kippen lassen müssen, um mit Glück mal das Sorgerecht gegen den Willen der Mutter zu bekommen. In zivilisierten Ländern bekommen sie mit der Bereitschaft der Verantwortungsübernahme (sprich Vaterschaftsanerkennung) automatisch das Sorgerecht.

Denn auch wenn der Text der Autorin anderes nahelegt: Dem Großteil der leistungsfähigen Väter wird die Pflicht ohnehin aufgebürdet. Egal ob sie das Kind wollten, oder ob die Mutter es zulässt, dass sie dem Kind auch Vater sein dürfen. In Form eines Posten auf dem Kontoauszug der Mutter sind sie in der Regel immer am Wohlergehen des Kindes beteiligt.

Wenn Mutti sich hier einen völlig unverantwortlichen Knallchargen ausgesucht hat, sollte man vielleicht eher darüber nachdenken, Mama das Sorgerecht zu entziehen, denn wie gut können die anderen Entscheidungen zum Kindeswohl dann sein?

Ich bin nur froh, dass ich meine Tochter zu einer selbstbewussten und verantwortungsvollen Frau erzogen hat, die solchen Müttern gerne die Leviten liest: Hört auf euch zu streiten.

Ich bezweifle, dass Sie ebenso einfach die Verantwortung für ihre mangelhaften Entscheidung auf Familiengerichte und die Gesetzgebung abwälzen wird.

Video: Dieser Vater hat eine geniale Antwort auf den Smartphone-Wahn seiner Kinder


Sie haben auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn Sie die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollen, schicken Sie Ihre Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.


Hier geht es zurück zur Startseite