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Tuna, der Hund mit dem "Sprachfehler"

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Mit rund zwei Millionen Followern auf Instagram, Facebook & Co. gehört dieser Hund wohl zu den berühmtesten dieser Welt: Tuna. Viele kennen ihn auch fälschlicherweise unter dem Namen Phteven oder referieren auf ihn als "der Hund mit den witzigen Zähnen". Tagtäglich versucht Besitzerin Courtney Dasher über den Instagram-Account @tunameltsmyheart Millionen Menschen ein Lächeln auf das Gesicht zu zaubern. Doch die Geschichte, die dahinter steckt und auf die Dasher aufmerksam machen möchte, ist geprägt von Ablehnung, Vorurteilen und Schönheitsidealen - und kein Einzelfall, wie sie selber sagt.

Ein Rückblick


Es ist Dezember 2010 als Courtney Dasher den damals vier Monate alten Tuna, einen Chihuahua-Welpen, auf einem Bauernmarkt in der Nähe von Los Angeles entdeckt. Kurz zuvor wurde er von einer privaten Tierschutzgruppe am Straßenrand gefunden. Einfach ausgesetzt. Sicht selbst überlassen.

Schnell entschließt Dasher sich dazu dem Tier zumindest zeitweise ein Zuhause zu schenken und nimmt ihn bei sich auf. "Er war damals sehr unsicher und wirkte sehr ungeliebt", erzählt sie im Gespräch mit HuffPost-Blogger Lukas Jahn. "Mein Plan war, ihm ein Zuhause zu geben, bis wir jemanden für ihn finden. Er war aber von Anfang die perfekte Ergänzung und mir dämmerte es schnell, dass ich als Pflegemutter versage und ihn doch adoptieren würde."

Von Schnappschüssen zum Instagram-Star


Von Anfang an war klar, dass Tuna etwas besonderes an sich hat. "Mir ist schnell aufgefallen, dass er einen Überbiss hat und dadurch oft sehr witzig aussah", erklärt Dasher. "Irgendwann habe ich bemerkt, dass dieser Hund es tatsächlich liebte, fotografiert zu werden. Also fing ich einfach an täglich Fotos zu machen."

Kurzer Hand legt die Hundebesitzerin ein Instagram-Profil für ihren Vierbeiner an und lädt einige der Fotos hoch. Die Resonanz ist enorm, über wenige Wochen wird aus Tuna eine Internetsensation. Neben den Beiträgen von Courtney Dasher überschwemmt eine Tuna-Welle das Internet. Und da das Internet oft wie das Spiel Flüsterpost funktioniert, vermischen sich plötzlich zwei komplett unterschiedliche Geschichten: die von Tuna, dem Hund mit dem Überbiss, und die eines Mannes namens Stephen, der bei Starbucks erklärt, dass sein Name "mit ph" geschrieben werde und daraufhin einen Becher mit dem Namen "Phteven" erhält. Und so brennt die Fantasie schnell mit einigen Internet-Usern durch und aus Tuna wird kurzerhand Phteven, der Hund mit dem Sprachfehler.

Was folgt sind hunderte Memes, die Fotos von Tuna zeigen mit Wörtern, die er auf Grund seines Überbisses falsch aussprechen würde. "Angefangen mit Phteven habe ich auch bearbeitete Bildern von Tuna als Jon Phnow entdeckt", erzählt Dasher lachend. "Tuna bringt die Menschen zum Lachen und das ist doch gut so. Solange das alles nicht unter die Gürtellinie geht, finde ich das alles super und es hilft zudem auch, Tunas Geschichte und die von vielen anderen Tieren weiterzutragen."


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HuffPost-Blogger Lukas Jahn mit @tunameltsmyheart beim Interviewtermin in London

Der ernste Hintergrund


Neben Spaß und Unterhaltung für die Follower, hat Courtney Dashers Engagement aber auch einen ernsten Hintergrund. "Anfangs habe ich oft viel Feedback erhalten, dass Tuna hässlich sei", so Dasher. "Wir sprechen hier aber über ein Lebewesen. Und das gilt nicht nur für Menschen, sondern gleichermaßen auch für Tiere. Niemand hat es verdient, nach seinem Aussehen beurteilt oder anders behandelt zu werden."Aus diesem Grund setzt sie sich gemeinsam mit Tuna stark für den Tierschutz ein und möchte Menschen dazu ermutigen, gerade auch Tieren, die "nicht konventionell aussehen", eine Chance auf ein liebevolles Zuhause zu geben. "Es gibt so viele Hunde und Katzen, die kein Zuhause haben und eine zweite Chance wirklich gut gebrauchen könnten."

Courtney Dasher hat die Geschichte von ihr und Tuna im Bilderbuch "The Underdog with the Overbite" veröffentlicht. Einen Großteil der Bucheinnahmen fließen in lokale Tierschutzunternehmen. Für alle, die gerne aktiv helfen möchten, hat Dasher nur einen Rat: "Setzen Sie sich mit Tierschutzverein in Ihrer Stadt in Verbindung. Diese sind oft maßlos überfüllt und es gibt so viele Wege den Tieren vor Ort zu helfen - selbst wenn man keins permanent aufnehmen kann."

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