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Paralympics: Das Verhalten der öffentlich-rechtlichen Sender ist beschämend

Veröffentlicht: Aktualisiert:
PARALYMPICS RUNNER
ASSOCIATED PRESS
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Co-Autor Thomas Lipke, Sportbegeisterter Blogger

Am 7. September beginnen die olympischen Spiele der Menschen mit Behinderung, die Paralympics. Doch eine Fortsetzung des Übertragungsmarathons der öffentlich-rechtlichen Kanäle findet nicht statt. Das finde ich beschämend. Ein Kommentar.

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© pixabay

Die olympischen Sommerspiele sind vorüber. Nun beginnen bald die Paralympics und damit ein weiteres sportliches Highlight in Rio. Die Paralympics sind die Spiele der Menschen mit Behinderung.

Oskar Pistorius ist aufgrund seiner medienwirksamen Verurteilung wegen Mordes der wohl bekannteste beeinträchtigte Sportler. Ein bekannter deutscher Leichtathlet mit Handicap ist zum Beispiel der Weitspringer und Goldmedaillengewinner von 2012, Markus Rehm.

Non-Stop live, aber nicht bei den Paralympics

Die Live-Berichterstattung der Olympischen Spiele umfasste insgesamt fast 1.000 Stunden. Von morgens bis abends lieferten ARD und ZDF die emotionalsten Momente, die größten Erfolge und dramatische Niederlagen. Doch wer denkt, dass es diese Ausführlichkeit auch bei den Paralympics geben wird, sieht sich getäuscht.

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Laut den aktuellen Planungen werden die öffentlich-rechtlichen Sender zwei Stunden am Nachmitttag und knappe vier Stunden des Abendprogramms mit Berichten aus Rio füllen. Das ist äußerst unbefriedigend.

Zumal es in diesen sechs Stunden primär Zusammenfassungen zu sehen geben wird. Positiv zu bewerten ist immerhin, dass das ZDF angelehnt an das Format Olympia Extra nun auch ein Paralympics Extra ausstrahlen wird.

Fortsetzung folgt...

Bereits in London vor vier Jahren dachte der sportinteressierte Zuschauer, dass er nun doch endlich mehr von den Paralympics sehen würde, doch auch damals boten ARD und ZDF eine ähnlich beschränkte Berichterstattung. Auch bei den Winterspielen 2014 in Sotschi gab es nicht mehr zu sehen.

Gleichstellung und Inklusion

Viel wurde in den vergangenen Jahren über Inklusion und die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung diskutiert und debattiert. Inklusion bleibt ein fortwährend aktuelles Thema. Bedauernswert ist daher, dass unsere öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten hinsichtlich der Übertragungszeiten der Paralympics den Begriff „Gleichstellung" noch nicht verinnerlicht und in ihre Programmgestaltung übernommen haben.

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