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Wir leben in einem Paradies, weil andere Menschen den Preis dafür bezahlen

10/10/2017 12:43 CEST | Aktualisiert 11/10/2017 14:51 CEST
Anadolu Agency via Getty Images

Am Münchner Flughafen hing lange ein Plakat mit der Überschrift "Willkommen im Himmel auf Erden".

Ich empfinde es als großes Privileg, als Bayer geboren zu sein und in einem landschaftlich reizvollen und friedlichen Teil der Erde, in einem Rechtsstaat, mit funktionierendem Sozial- und Bildungssystem leben zu dürfen.

In Ostafrika ist die humanitäre Krise immer sichtbar

Da ich aber seit einigen Jahren, die meiste Zeit in einer der ärmsten Regionen unserer Erde verbringe, erlebe ich auch, was es bedeutet über alle Sicherheiten und Bequemlichkeiten unseres Lebensstils nicht verfügen zu können.

Bei meiner Arbeit in Ostafrika sehe ich täglich Mütter, die viele Kilometer laufen müssen, nur um an trinkbares Wasser zu kommen oder Kinder, deren größte Sehnsucht es ist in eine Schule zu gehen, schon allein deshalb weil es dort einmal täglich eine Mahlzeit gibt.

Mehr zum Thema: Ich habe eine afrikanische Schule besucht und weiß jetzt: Bildung hat für die Menschen dort einen unglaublichen Wert

Ich sehe, wie Missionare ihr Leben dem Helfen widmen und wie Entwicklungshelfer verzweifelt versuchen aus unlösbaren Problemen das Beste zu machen.

Hier in Ostafrika ist die humanitäre Krise immer sichtbar, das Handeln jedes einzelnen ist davon direkt betroffen.

Welche Alternativen haben wir bei unseren Alltagsentscheidungen?

Bei uns in Deutschland fallen die Konsequenzen unseres Lebensstils nicht sofort und direkt auf uns zurück, was aber nicht heißt, dass es sie nicht gibt. Was ich aber aus dieser Erfahrung wirklich gelernt habe, ist all die kleinen Dinge im Leben zu beachten.

Wenn ich an Themen wie Massentierhaltung denke, dann sehe ich uns als Konsumenten in die Verantwortung genommen.

Ähnlich ergeht es mir, wenn ich voller Technikbegeisterung ein neues Smartphone auspacke und dabei an die Verschwendung der Rohstoffe und die schlechten Bedingungen in der Produktion denke.

Mehr zum Thema: Ich habe mir angeschaut, wie in Deutschland über Armut geredet wird und Erschreckendes festgestellt

Welche Alternativen und welchen Spielraum haben wir bei unseren Alltagsentscheidungen?

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Ob Flüchtling, ob Deutscher - wir sind alle nur Menschen. Mit Ideen, Hoffnungen, Meinungen. Darüber könnt ihr euch hier austauschen?

Die Ethikkonferenz "Beyong Good" greift solche Themen auf und stellt Fragen nach unserer individuellen Haltung und der Verantwortung des Einzelnen in unserer Gesellschaft und darüber hinaus.

Es sind die immer wieder zu überdenkenden Fragen nach dem moralischen Fundament unseres Zusammenlebens.

Ob es uns, die "im Himmel auf Erden leben" dürfen, jemals möglich ist, uns so zu verhalten, dass wir dort auch hingehören, kann ich nicht beantworten. Aber es ist mir wichtig, darüber nachzudenken.

Der Text erschien zuerst auf "Beyond Good".

Prinz Ludwig von Bayern ist Schirmherr von "Beyond Good".

Die Ethik-Konferenz soll inspirierenden Input geben wie jeder einzelne in einer immer komplexer und widersprüchlicher werdenden Welt herausfinden kann, was „richtig" ist, wie wir unser Handeln vor uns selbst und gegenüber anderen begründen können, und wie wir es noch schaffen können, jeden Morgen in den Spiegel zu schauen.

Führende Denker und Denkerinnen diskutieren am 9. November in München Ethik in all ihren Facetten - kontrovers, tiefsinnig und erkenntnisreich. Speaker sind unteranderem Dr. Nadja Tschirner, Professor Julian Nida-Rümelin und Richard David Precht.

Electrify the World ist eine Initiative von Nissan. Als Pionier im Bereich Elektromobilität glaubt Nissan daran, dass unser jetziges Handeln zu einer nachhaltigeren Zukunft beiträgt.

Erfahre mehr über Electrify the World.

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