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7 Wahrheiten, die du nur kennst, wenn du Söhne hast

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MUTTER SOHN
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Ich gebe gerne zu, dass ich mich immer als Mutter einer Tochter gesehen habe. Oder von Töchtern. Ich sah mich selbst mit vielen Mädchen um mich herum.

Eine Tochter! Eine Prinzessin, mit der ich mein Wissen über Lipgloss, Jungs und Mode würde teilen können. Ein Mädchen, das stark und unabhängig sein würde, mit einem tollen Sinn für Humor und langem Haar, genau wie seine Mutter. Genau wie ich. Ein Mädchen!

Uuuuunnnd... manchmal sieht die Realität dann anders aus. Ganz anders.

Ich habe zwei Söhne, sie sind neun und elf Jahre alt. Und das Einzige, worauf ich heute verzichten könnte, ist das, was auch andere Mütter von Söhnen kennen dürften: die Frage aller Fragen.

Die unausweichliche Frage "Und, probiert ihr, auch noch ein Mädchen zu kriegen?". Manche Menschen denken immer noch, es sei süß, lustig oder akzeptabel, so etwas zu fragen.

Als ob ich daran gescheitert wäre etwas zu schaffen, über das ich sowieso keine Kontrolle habe. Oder als ob das, was ich habe, nicht genug oder nicht richtig wäre.

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Ernsthaft, an diesem Punkt in meinem Leben kann ich mir nichts anderes mehr vorstellen, als von lauter Jungs umgeben zu sein.

Ich kann mir nicht vorstellen, nicht das einzige Mädchen im Haus zu sein (unsere quirlige Hündin, ein Zwergspitz, mal außenvorgelassen, sie ist auch wirklich nicht die beste Repräsentantin des weiblichen Geschlechts).

Hier sind einige grundlegende Dinge, die ich bisher als Mutter von zwei Söhnen gelernt habe.

1. ESSEN

Noch nie in meinem Leben bin ich zwei Menschen begegnet - Kinder oder Erwachsene oder sonstige Wesen -, die mehr essen als meine Söhne. Die beiden haben einen unbändigen Appetit.

Sobald wir gegessen haben, fragen sie bereits nach einer Süßigkeit. Und danach wollen sie einen Snack. Und bevor sie ins Bett gehen, kommen sie und wollen ihr "Nachtbrot", wie wir es nennen. Es ist genau das, was es sagt: Brot, das nachts gegessen wird.

Wenn ich im Kopf die Zeit vorspule und mir meine Söhne als Teenager vorstelle, dann sehe ich mich selbst im Armenhaus, ich wiege mich hin und her und halte in meinen Händen die längste Supermarktrechnung, die man sich nur vorstellen kann.

2. PIPI

Ich alleine bewahre die Industrie der Desinfektionstücher vor dem Bankrott.

3. PENISSE

Wo wir grade von Pipi sprechen: Penisse existieren, ja. Doch meine Söhne finden sie zum Schreien komisch. Heißt jemand Willy mit Vornamen oder werden in einer Unterhaltung irgendwie Eier oder Ähnliches erwähnt, dann Gott bewahre! Meine Jungs werden Tränen weinen vor Lachen.

4. LÄRM

Ich höre oft den Satz: "Ich weiß nicht, wie du das schaffst!" Das bezieht sich wohl hauptsächlich auf den Lärmpegel, den die Jungs den ganzen Tag produzieren. Ganz ehrlich, ich nehme den Lärm gar nicht mehr wahr.

kinder

Ich kann ein Glas Wein trinken und mich dabei ganz entspannt mit jemandem unterhalten, während meine Jungs miteinander ringen, laut und leidenschaftlich über die Techniken des Budenbauens diskutieren oder darüber streiten, wer das Sagen hat oder das Wohnzimmer in eine Bowlingbahn verwandeln.

Schaue mir einfach nur in die Augen, damit ich weiß, dass wir uns noch unterhalten, denn so ist es bei uns nun einmal.

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5. SOCKEN

Ich bin mir sicher, dass das keine typische Angewohnheit von Jungs ist, aber... meine Güte. Alleine bei dem Gedanken daran, wie viele Socken ich schon in jedem Zimmer unseres Hauses aufgesammelt habe, manchmal auch im Auto, tut mir der Rücken weh.

Tragen Mädchen auch so viele Socken? Wissen Mädchen auch nicht, dass Socken nicht auf den Boden im Wohnzimmer, in die Küche oder vor den Wäschekorb gehören?

Und warum müssen Socken sofort von den stinkenden Füßen gezogen werden, sobald wir zur Tür hereinkommen? Sind nur meine Jungs so? Wie auch immer, Socken sind überall.

6. ALLES KANN EIN LASER, EIN SCHWERT, EIN SCHILD ODER EINE WAFFE SEIN

Ein Besen ist immer ein Lichtschwert. Ein Sofakissen ist eine Barrikade. Die Uhr der Mikrowelle herunterzuzählen führt zu einer Explosion. Leckt der Hund dich ab, dann verleiht das Superkräfte (igitt!) und eine abnehmbare Staubsaugerdüse saugt dich in ein Paralleluniversum.

Manchmal wünsche ich mir, das würde wirklich passieren.

7. SIE SIND ECHT ECHT SÜSS

Mein Jüngster schreibt mir immer noch liebe Nachrichten und malt Bilder von uns beiden. Er greift immer noch nach meiner Hand, wenn ich ihn morgens zur Schule bringe.

Mein älterer Sohn wird mit jeder Sekunde cooler, aber wenn er mich fragt, ob ich am Abend zuhause sein werde und ich Ja sage, dann höre ich daraufhin ein Napoleon-Dynamite-ähnliches "yeeessss" - er freut sich, dass ich da bin.

Das macht mich sehr glücklich. Er bedankt sich, wenn ich schöne, kleine alltägliche Dinge für ihn tue und ich weiß, dass er es ehrlich meint.

Jetzt, da wir uns den Teenager-Zeiten nähern, weiß ich, dass sowohl der Appetit als auch die Socken größer werden. Ich freue mich auf die neuen Beobachtungen.

Dieser Blog erschein zuerst in der Huffington Post USA und wurde von Cornelia Lüttmann aus dem Englischen übersetzt.

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(lk)