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Nur noch Augen fürs Schlechte? Kämpfe endlich gegen deinen inneren Automat!

13/02/2016 11:11 CET | Aktualisiert 13/02/2017 11:12 CET
morgan kendall via Getty Images

Am 14. Februar ist Valentinstag. Die Huffington Post widmet sich eine Woche lang dem Thema „Modern Love".

Was bedeutet Liebe in einer vernetzten Welt: man ist nur so verliebt wie das Facebook-Profil es zeigt? Der nächste Partner ist nur einen Wisch weg? Wir daten über Kontinente hinweg?

Was bedeutet Liebe für euch? Sendet eure Texte an blog@huffingtonpost.de.

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L: Warum haben wir im Laufe einer Beziehung genau bei dem Partner, mit dem wir anfangs so glücklich waren immer mehr Zweifel und nur noch Augen fürs Schlechte?

David Wilchfort: Der innere Automat eines Menschen läuft normalerweise in die Richtung immer mehr und mehr negative Eigenschaften zu erkennen und alles Gute, alle Stärken, weshalb man sich in diesen Mensch verliebt hat, auszublenden.

Unser Gehirn hat sich in der Evolution so entwickelt


Unser Gehirn hat sich in der Evolution so entwickelt, dass es für die Gefahren, für das was uns nicht gut tut, besonders hellhörig ist. Wir stammen von den Vorfahren ab, die beim Rascheln im Gras eher an Schlangen als an Wind gedacht haben.

Denn nett sein zu einer Schlange schützt mich nicht vor ihrem Gift. Anders ist es mit dem Partner. Je freundlicher wir ihm begegnen desto ungiftiger wird er.

L: Und was können wir gegen diesen inneren Automat machen?

David Wilchfort: Uns als erstes klar machen, dass es diesen Automat in uns gibt. Dass es uns leichter fällt, die Fehler beim Partner zu entdecken, als seine positiven Seiten.

Wir müssen sozusagen auf manuell umschalten, uns bewusst bemühen, dass zu erkennen, was uns nicht automatisch als erstes einfällt. Die Bereitschaft sich in seiner Haltung gegenüber dem Partner nicht nur durch unsere Gefühl leiten zu lassen, sondern sich bewusst dafür einsetzen, das halb volle Glas in der Beziehung mehr im Blickfeld zu behalten.

L: Wie setzt man dieses Konzept im Alltag durch? Auf Ihrer Website heißt es nur eine Minute am Tag braucht man dafür? Wie genau funktioniert das?

Die schönen Momente aufschreiben


David Wilchfort: Es ist tatsächlich sehr einfach, aber mit einem kleinen regelmäßigen Aufwand verbunden: Wer bereit ist 1x1 Minute am Tag einen schönen Moment schriftlich festzuhalten, den unterstütze ich gerne dabei mit einem täglichen kostenlosen Newsletter.

Die Aufzeichnungen, die ich einen LoveBlog nenne, kann man auf meiner Internetseite auch ganz anonym führen.

L: Und was ist wenn mir absolut nichts Positives einfällt?

David Wilchfort: Das kann passieren, aber Sie werden nur herausfinden ob es so ist, wenn Sie den LoveBlog eine zeitlang ausprobieren.

Sollten Sie tatsächlich nach einer Minute den Tag in Gedanken durchgehend auch nicht die klitzekleinste süße Beziehungs-Rosine gefunden haben, dann hat das zwei Vorteile. Zum einen hilft das tägliche neue Ausrichten des „Denk-Radars" den Partner aus einer neuen Perspektive zu sehen.

"Ich weiß, was ich tun muss"


Und mit der Zeit, könnten Sie dann doch noch entdecken, welche positiven Momente Sie zwar erlebt, aber nicht gespeichert haben, weil Sie die negativen wichtiger genommen haben.

Zum anderen, kann es tatsächlich sein, dass Sie nach ein paar Wochen der täglichen bewussten Suche kein einziges Mal etwas entdecken konnten.

Sie würden dann aus der Position "Ich stelle die Beziehung in Frage" zur Position "Ich weiß, was ich tun muss" kommen. Und das ist - aus meiner Sicht - auch ein positiver Fortschritt und verhilft einem Paar aus der Lähmung und Qual der Unklarheit zu einer Entscheidung, sodass das Leben für beide weiter gehen kann.

L: Sie nennen es „Rosinen picken"- haben Sie eine besonders schöne Rosine für mich?

David Wilchfort: Ich habe in der Zwischenzeit weit über 5000 diese Liebesmoment von mehreren 100 Teilnehmern zuschickt bekommen. Es fällt schwer einen Bestimmten hervorzuheben. Wenn Sie meinen Newsletter abonnieren, bekommen Sie jeden Tag einen von mir Ausgewählten zugeschickt.

Viele Menschen haben mir berichtet, dass es hilft den Tag mit mehr Mut zu starten, wenn Sie banale Sätze wie "Danke für's Küche aufräumen!" oder bewegende Sätze wie "Nach einem Alptraum kann ich Dir Trost geben." lesen. In beiden Fällen weiß man, dass der Schreiber etwas Wertvolles erlebt hat und das macht Mut, wenn man weiß, dass es in der Welt nicht nur Unglück und Böses gibt.

Weitere Informationen erhalten Sie hier.

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