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Warum es glücklich macht, Geld wegzuwerfen

24/11/2015 16:21 CET | Aktualisiert 24/11/2016 11:12 CET
Geri Lavrov via Getty Images

Die Kraft des Loslassens

Vor einige Jahren hörte ich von einer Indianerin, die etwas tat, was mich faszinierte. So sehr, dass ich mich entschloss, es ebenso zu tun. Ich wollte ausprobieren und selbst erfahren, ob es stimmt, was sie sagt.

(Ich liebe die Indianische Kultur und wir haben daher als Familie in der Wildnis gelebt und darüber ein Buch "Eine Familie zieht in die Wildnis" geschrieben - es es hier erhältlich.)

Immer wenn sie einkaufen war und einen Cent zurück erhielt, verließ sie mit einem verschmitzten Lächeln den Laden. Sie entfernte sich einige Schritte von der Eingangstür und blickte sich vorsichtig um, den Cent in ihrer Hand haltend.

Dann richtete sie ihren Blick zum Himmel, ballte ihre Faust, drehte sich kurz und warf dann das Cent Stück einfach weg!

Ein letzter Blick, ein letzter lächelnder Gruß an das Stück Metall und sie ging ihres Weges.

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Innerlich freute sie sich wie ein kleines Kind, denn sie wusste, dass nach ihr ein Mensch kommen würde, der dieses Cent Stück finden und wie einen Schatz bergen würde. Dieses Cent Stück wäre für den Finder viel mehr Wert als nur ein Cent.

Vielmehr würde es Glück bedeuten und Fröhlichkeit auslösen, was wiederum anderen Menschen, die mit diesem Menschen in Kontakt kommen würden, zu Gute kommen würde. Warum das so ist, werde ich gleich erklären.

Sie war sich also bewusst, dass diese kleine Geste eine Kettenreaktion auslösen würde.

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Experiment in einer Telefonzelle

Es gibt diesbezüglich ein Experiment, was sich in einer Telefonzelle abspielte. Manche von Euch erinnern sich noch an die gelben Kästen, hoffe ich!

Dort gab es einen Schlitz, um Geld einzuwerfen und einen, wo eventuelles Restgeld, was man nicht ganz vertelefoniert hat, ausgespuckt wurde.

Man stellte bei einer Beobachtung fest, dass fast alle Menschen in diesen Auswurfschlitz hineinschauten, bevor sie ihr Gespräch begannen, denn vielleicht lag da ja ein Groschen drin?

Mit diesem Wissen wollte man nun folgende Frage beantworten: Wie verhält sich der Mensch in Bezug auf Hilfsbereitschaft, wenn er selbst zuvor Hilfe erhalten oder keine Hilfe erhalten hat.

Praktisch sah das Experiment so aus: In den Schlitz wurde ein Geldstück gelegt. (Meistens wirklich nur 10 Pfennig bzw Cent).

Kurz nachdem der Teilnehmer (der nicht wusste, dass er irgendwo teilnimmt) mit seinem Gespräch fertig war und aus der Telefonzelle trat, bat ein Passant ihn um Hilfe. Würde es einen Unterschied geben zwischen der Gruppe, die einen Groschen zuvor gefunden hatte und der Gruppe die leer ausging oder nicht?

Das Ergebnis war sehr klar! Fast alle, die selbst beschenkt wurden, halfen dem Hilfesuchenden. Es war als müssten sie regelrecht ihr Glück teilen und weitergeben. Diejenigen, die nichts hatten waren sehr viel reservierter in ihrer Hilfsbereitschaft.

Bevor ich nun wieder zur Indianerin komme nur noch eine Sache zum Thema Telefonzelle. Wenn ich damals telefoniert habe, habe ich mich immer gefreut, wenn ich an die Zelle kam und der Hörer nicht aufgelegt, sondern oben auf dem Telefon lag.

Denn dann hatte der Mensch vor mir nicht all sein Guthaben verbraucht und es mir bereitgehalten. Welch schöne Geste (die man übrigend auch mit einem noch nicht abgelaufenen Parkschein machen kann, in dem man diesen einfach dem Autofahrer schenkt, der gerade einen Parkplatz sucht).

Wenn ich also fertig war mit meinem Gespräch und es war noch nicht alles vertelefoniert, dann habe auch ich den Hörer oben aufgelegt mit einem stummen Gruß an meinen Nachfolger.

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Nun zurück zur Indianerin. Sie war also die Ursache für diesen Dominoeffekt. Allerdings hatte es auch noch eine weitere Auswirkung auf sie. Denn ab dem Tag, an dem sie begann die Cent Stücke wegzuwerfen, konnte sie auf einmal viel mehr Geld finden! Aber nicht ihre eigenen Cent Stücke.

Sie fand größere Werte an Geld. Einfach so. Es war, als hätte sie den Cent nur gesät und würde viel mehr ernten, als sie gesät hat.

Obwohl sie anderen eine Freude machen wollte, wurde sie über die Maßen selbst zur Beschenkten. Zum Einen, weil sie sich einfach mit den Menschen freute, denn manchmal bekam sie den Glücksschrei von Ferne mit, wenn jemand das Geldstück fand. Zum Anderen gab ihr das Universum oder wer auch immer ganz praktisch etwas in Form von Geld zurück.

Probieren geht über studieren

Nachdem ich also diese Geschichte gehört hatte, begann auch ich meine Cent Stücke zu verteilen. Schon im Laden, beim Bezahlen war ich aufgeregt und hoffte, ein Cent Stück im Wechselgeld zu haben.

Vor dem Laden stand ich dann wie die Indianerin und hielt dieses kleine Stück Metall in meiner Hand, schaut um mich und lies es fallen. Welch eine Freude! Das macht wirklich Spaß!

Nach etwa drei Wochen fand ich dann 50 Cent und von da an immer und immer wieder Münzen. Hätte ich mir notiert wie viel ich weggegeben und wie viel ich gefunden habe, ich vermute, dass die Seite der Fundstücke weitaus mehr sein würde.

Aber das ist nur das Nebensächliche. Denn die Hauptsache ist, dass ich mich riesig freue, wenn ich mir den Menschen vorstelle, der sich an diesem Cent Stück freut und dem ich ein Lächeln auf das Gesicht zaubern durfte.

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