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Die AfD wird schon bald viele ihrer Anhänger enttäuschen

25/09/2017 09:00 CEST | Aktualisiert 25/09/2017 10:55 CEST
Thomas Lohnes via Getty Images

Mit der AfD ist eine Partei mit einem zweistelligen Ergebnis in den Deutschen Bundestag eingezogen, die als bloß rechtspopulistisch zu bezeichnen eine Verharmlosung wäre.

Inzwischen beschränken sich rechtsradikale Töne nicht mehr nur auf den Parteiflügel rund um Björn Höcke, sondern gehen auch von Alexander Gauland aus, immerhin Vizechef der Partei und Co-Spitzenkandidat im Wahlkampf.

Die Integrationsstaatsministerin Aydan Özoguz wollte er in Anatolien entsorgen. Und nach seiner Vorstellung kann man nun auch auf die Leistungen deutscher Soldaten im Zweiten Weltkrieg "stolz" sein.

Mehr zum Thema: AfD-Politiker Gauland: Deutsche sollen stolz auf "Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen" sein

Was wird der Einzug der AfD in das Hohe Haus also bedeuten? Wird sie zu einer Verrohung des Debattenklimas beitragen? Wird sie sich, worauf viele hoffen, selbst zerlegen? Wird sie inhaltliche Dürftigkeit in machen Feldern zeigen? Und was wird all das für Folgen für die Demokratie haben?

Radikale Debattenbeiträge zu erwarten

Angesichts der zu erwartenden, in etwa zur Hälfte durch den rechten Flügel geprägten Zusammensetzung der Fraktion wird es gewiss viele radikale und schrille Debattenbeiträge geben. Damit dürfte viel deutlicher als bisher offenbar werden, dass es sich dabei keineswegs um Einzelfälle handelt, sondern dass diese inzwischen die Partei deutlich mitprägen.

In den Landtagsfraktionen der AfD ist das schon länger zu beobachten, nur bleibt dies weitgehend unter dem Radar einer größeren Öffentlichkeit, denn wer schaut sich schon die Übertragung von Landtagsdebatten an?

Das wird sich nun ändern und könnte vor allem Konservativen, die von der CDU enttäuscht sind, klarmachen, dass, wie Matthias Geis es aktuell in der "Zeit" ausdrückt, "sich alle Themen, die auch Unionspolitiker umtreiben, bei der AfD ins "nun einmal Schrille und Radikale gesteigert (finden)".

Das kann CDU und CSU die Chance geben, ihre eigenen konservativen Flügel zu stärken, so sie es schaffen, diesen wieder mehr Raum zu geben und so diese selbst Maß und Mitte halten und deutlich machen, wo die Grenze zwischen konservativ und rechts liegt.

Mehr zum Thema: CDU-Konservative fordern Kurswechsel von Merkel: "Klimawandel Chance und keine Bedrohung"

Mit personellen wie inhaltlichen Friktionen ist in der Fraktion einer Partei, in der interne Streitereien gerne öffentlich ausgetragen werden, ebenfalls ziemlich sicher zu rechnen. Bereits vor der Wahl hatte die AfD, wie Markus Wehner in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" berichtet, einen "Vorbereitungsstab Fraktion" eingerichtet, um, so die Worte Wehners, "das drohende Chaos zu bändigen" und "Konflikte zu vermeiden".

2017-09-07-1504786616-8796518-CopyofHuffPost4.png Inside AfD - Die Community für Kritiker der Rechtspopulisten

Der Medienunternehmer und Autor Christoph Kappes geht auf Twitter demgemäß von einer "Entzauberung" aus, u.a. auch deshalb, weil die neue Fraktion im Bundestag "operativ unerfahren" sei und "große Fachlücken" aufweise.

Von Letzterem konnte man sich gerade in der "Schlussrunde" von ARD und ZDF überzeugen. Dort musste Gauland einräumen, dass die AfD "kein ausgearbeitetes Rentenkonzept" hat und war auch beim Thema Bildung nicht ganz trittsicher.

Nimmt man all das zusammen, so könnte das wahre Gesicht der AfD im Bundestag nochmals deutlicher werden, bisherige Anhänger abschrecken und so, wie Kappes ebenfalls prognostiziert, die Werte unserer Demokratie stärken. Bleiben wir also hoffnungsvoll.

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