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Stoppt Gewalt gegen Frauen!

25/11/2017 12:14 CET | Aktualisiert 25/11/2017 12:14 CET

Gewalt gegen Mädchen und Frauen dürfen wir nicht akzeptieren!

Zum internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen: Gewalt gegen Mädchen und Frauen muss ein Ende haben!
Foto: Julien Harneis (CC BY-SA 2.0)

#metoo hat in den letzten Wochen weltweit die Sozialen Netzwerke und Schlagzeilen beherrscht. Frauen haben ihre Geschichten von sexueller Gewalt erzählt - von verbaler über körperliche Belästigung bis hin zu Vergewaltigung. Geschichten, die bisher im Verborgenen geblieben waren. Weil sich keiner für sie interessiert hat, weil die Betroffenen Angst hatten oder weil sie sich schämten. Weil Belästigung von und Gewalt gegen Mädchen und Frauen offenbar leider immer noch zum Alltag gehören. Mehr als jede dritte Frau weltweit erlebt im Laufe ihres Lebens in irgendeiner Form psychische oder körperlich Gewalt. Darauf macht seit vielen Jahren der internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November aufmerksam.

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Auffällig ist, dass #metoo vor allem in Industrieländern aufgegriffen wurde. In Gesellschaften also, von denen man meint, dass Frauen den Männern gleichgestellt und vor solchen Übergriffen geschützt seien. Wenn es schon dort so viele Geschichten von Belästigung und Übergriffen gibt, wie geht es denen, die weniger Möglichkeit haben, ihre Stimme öffentlich zu erheben und sich zu wehren? Zum Beispiel in Afrika. Dort wiederfährt fast 46 Prozent der Mädchen und Frauen im Laufe ihres Lebens Gewalt. Erste sexuelle Erfahrungen finden für die Hälfte der jungen Frauen unter Zwang und Gewalt statt.

Ein Ende von Gewalt gegen Frauen gelingt nur zusammen

Gründe dafür sind, dass in den meisten afrikanischen Ländern Frauen und Männer nicht gleichberechtigt sind und kulturelle Praktiken verbreitet sind, die direkt oder indirekt zu Gewalt gegen Mädchen und Frauen führen. Wie zum Beispiel Zwangs- und Kinderehen sowie weibliche Genitalverstümmelung. Dadurch können Frauen selten selbst über ihr Leben und ihren Körper entscheiden. Ihnen werden ihre Würde, ihr Selbstbewusstsein, ihre Stärke und ihre Chancen genommen.

Welche Hürden es für Mädchen und Frauen in Afrika gibt, die sich gegen Gewalt wehren möchten, erzählt Winnie aus Kenia im Video: „Wenn du bei der Polizei eine Misshandlung anzeigen möchtest, fragen sie, was du getan hast. Für sie trägst du die Schuld, nur weil du eine Frau bist." Winnie ist Mitglied in einem Jugendklub der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW). Dort treffen sich regelmäßig junge Frauen, um gemeinsam Ketten, Schlüsselanhänger oder Fußmatten herzustellen und dabei in entspannter Runde über Aufklärung und Verhütung zu sprechen. „So können wir uns über Themen austauschen, die in der Schule oder zu Hause tabu sind", erzählt Winnie. „Gleichzeitig lernen wir, wie man etwas herstellt, was wir verkaufen können. Dadurch sind wir unabhängiger."

Der Jugendklub ist für alle offen. Also auch für Jungen und junge Männer. Und das ist auch so gewollt. Denn, um Gleichberechtigung und ein Ende von Gewalt gegen Frauen zu erreichen, braucht es eben beide Geschlechter. „Wir erklären den Jungen und Männern, wie man sich gegenüber einer Frau vernünftig benimmt", sagt Winnie. Und das heißt die Rechte, Wünsche und Bedürfnisse von Mädchen und Frauen zu respektieren. Das Recht auf körperliche Unversehrtheit ist ein Menschenrecht. Darum müssen wir alle zusammenarbeiten, um Gewalt gegen Frauen weltweit zu stoppen - #youtoo!

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