BLOG

Blutiger Kampf gegen Wilderer in Südafrika

02/04/2015 17:26 CEST | Aktualisiert 02/06/2015 11:12 CEST
thinkstock

Im letzten Jahr wurde eine Rekordzahl von Rhinozerossen wegen ihres Horns illegal im südafrikanischen Krüger-Park geschlachtet. Sie wurden von Wilderern getötet, die meisten von ihnen stammen aus armen Gemeinden des angrenzenden Mosambik. Das Horn wird nach Ostasien geschmuggelt, wo es einen höheren Preis als Gold und Diamanten erzielen kann.

Nun geht Südafrika scharf gegen die Wilderer vor, 42 Wilderer wurden im letzten Jahr erschossen. Für eine BBC World News Reportage für das Nachrichten-Format „Our World" machte ich mich auf, um herauszufinden, ob es den Rhinozerossen hilft, wenn die Wilderer gejagt werden. Die folgenden 15 Dinge habe ich dort gelernt:

• Das Horn der Rhinozerosse ist eines der teuersten Rohstoffe weltweit.

• Die Nachfrage aus Ostasien, wo ihm fälschlicherweise medizinische Wirkung nachgesagt wird, macht es teurer als Diamanten und Gold. Das Horn kann einen Preis von bis zu 60.000 US Dollar pro Kilo erzielen. Ein Wilderer kann mit einem Horn zwischen 5000 und 7000 US Dollar verdienen.

• Der illegale Handel mit Wildtieren ist das viertgrößte internationale Verbrechen weltweit, man geht von einem Handelsvolumen in Höhe von 19 Milliarden US Dollar pro Jahr aus.

• Im letzten Jahr wurden 1215 Rhinozerosse wegen ihrer Hörner getötet. Die geschah hauptsächlich in Südafrika, wo die meisten Artgenossen leben.

• Rhinozeros-Babys werden 18 Monate von ihrer Mutter gesäugt und bleiben bis zu vier

Jahre bei ihr. Die von den Wilderern zu Waisen gemachten Jungtiere sterben oft in der Wildnis.

• Abhängig davon, an welcher Stelle das Horn abgeschnitten wird, kann es nachwachsen.

• Direkt unter dem Horn sitzen die Riechorgane des Nashorns.

• Veterinäre in Südafrika unternahmen erstmals eine Gesichtsrekonstruktions-OP an einem Rhinozeros, das einen Wilderer-Angriff überlebt hatte. Sie nahmen die erste Hauttransplantation an einem Rhinozeros vor, und nahmen hierfür Haut aus der hinteren Ohrenregion. Sie nutzten außerdem Material aus den Zähnen, um die offene Wunde am Horn zu schließen.

• In Südafrika und Mosambik wurden Rhinozerosse während der Kolonialzeit von europäischen Jägern nahezu ausgerottet.

• Südafrikanischen Zuchtprojekten gelang es, dass nun 20.000 weiße und 5000 schwarze Nashörner dort leben.

• Rhinozerosse sind in Mosambik ausgerottet. Die meisten von ihnen wurden von europäischen Siedlern getötet und auch während der chaotischen Zeit des Bürgerkrieges zwischen 1977 und 1992. Die letzten Überlebenden wurden von Wilderern ausgerottet.

• Die meisten Wilderer in Südafrika stammen aus Mosambik. Über 50 Prozent der dortigen Bevölkerung haben täglich weniger als einen US Dollar zum Leben.

• 42 Wilderer wurden von südafrikanischen Kräften im letzten Jahr getötet.

• Die Wilderer aus Mosambik arbeiten oft in Dreiergruppen. Einer erschießt das Rhinozeros, einer schneidet das Horn ab, und der dritte hält Wache.

• Die Wilderei war bis Mitte letzten Jahres keine kriminelle Handlung in Mosambik. Mit wachsendem internationalem Druck wird es nun als illegal angesehen.

Our World: Rhino Wars with Leana Hosea wird an diesem Wochenende auf BBC World News ausgestrahlt: Samstag, den 4. April um 13.30 Uhr und Sonntag, den 5. April um 6.30 und 19.30 Uhr MEZ.


Sie haben auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn Sie die Diskussion zu politischen

oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollen, schicken Sie Ihre Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.

Gesponsert von Knappschaft