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5 Dinge, die ihr über Borderline wissen solltet

14/08/2015 09:46 CEST | Aktualisiert 14/08/2016 11:12 CEST
Thinkstock

Den Begriff "Borderline" haben die meisten mit Sicherheit schon gehört und werden daher auch wissen, dass es sich um eine psychische Erkrankung handelt. Aber kaum einer kann sich wirklich etwas unter der Krankheit vorstellen. Dabei gehört sie mittlerweile zu den häufigsten psychischen Erkrankungen.

Hier sind 5 Dinge, die Ihr über diese Krankheit wissen solltet

  1. Borderliner leben in einer Schwarz/Weiß Welt

    Das bedeutet, dass es für Borderliner nur Schwarz oder weiß, bzw. Richtig oder Falsch, Gut oder Böse gibt. Es gibt keine Abstufungen zwischen diesen Zuständen. Es gibt nur das Eine oder das Andere. Ihre ganze Welt ist so aufgebaut.

  2. Emotionale Ausblutung

    Borderliner sind nicht dazu in der Lage, ihre Emotionen zu kontrollieren. Jede Emotion wird sehr extrem erlebt. Das ist für Betroffene sehr anstrengend und wird oft zu einem großen Problem im Alltag. Ist eine Emotion einmal da, kann sie nicht mehr selbstständig reguliert werden. Es kommt zu, für Außenstehende, unangebrachten Reaktionen auf vermeintlich unbedeutende Ereignisse.

  3. Selbstverletzendes Verhalten

    Viele Borderliner verletzen sich selbst. Das dient in der Regel dazu, Anspannung abzubauen. Vor der Selbstverletzung befinden sich Borderliner meist in einem Zustand extremer Anspannung. Diese wird reguliert, indem der eigene Körper verletzt wird. Das Gefühl der Anspannung klingt augenblicklich ab. Der Effekt ist allerdings nur von kurzer Dauer.

  4. Permanente Angst verlassen zu werden

    Diese Angst ist permanent vorhanden. Verlassen werden ist mit das Schlimmste, was einem Borderliner passieren kann. Das Streben nach Liebe und Geborgenheit ist ein elementarer Bestandteil der Krankheit. Fällt das, bei einem geliebten Menschen weg, ist das der absolute Supergau. Bordeliner würden nahezu alles tun, um Beziehungen aufrecht zu erhalten.

  5. Fehlende Identität

    Die Entwicklungsstufe der Objektkonstanz, bei dem das Kind seine Identität ausbildet, haben Borderliner nie erreicht. Sie definieren sich über andere Menschen. Es wird zu einem immer andauernden Kampf, seine Identität zu finden. Das fehlende "Ich-Gefühl" ist ein großes Problem für Betroffene und oft die Ursache anderer Probleme.

Diese Krankheit muss ernster genommen werden. Betroffene leiden ihr ganzes Leben lang darunter. Es macht mich krank, wenn diese Menschen immer wieder mit Ablehnung kämpfen müssen.

Unsere Gesellschaft muss lernen, dass eine psychische Krankheit genau so schlimm ist, wie eine rein körperliche Krankheit. Wenn euch das nächste mal, solche Verhaltensweisen an Menschen auffallen, denkt doch bitte zwei mal über eure Reaktion nach.

Verurteilt diese Menschen nicht. Denn wie andere Menschen nichts für ihren Krebs können, können diese Menschen nichts für ihre Krankheit. Und einfach so ihr Verhalten ändern, können diese Menschen auch nicht.


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