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Werden wir krank? Wie Satelliten jetzt helfen, Epidemien vorherzusagen

03/08/2015 10:10 CEST | Aktualisiert 03/08/2016 11:12 CEST

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Die Lichter der Nacht verraten vieles über uns Menschen: wo wir leben, wie viele von uns dort leben und nun auch, wo die wahrscheinlichsten Orte für zukünftig wütende Krankheiten sein könnten. Denn es besteht ein großer Zusammenhang zwischen migrierenden Menschen, hell erleuchteten Städten und saisonalen Masernepedemien.

Wie anhand von Satellitenbildern drohende Krankheiten erkannt werden können, hat sich unsere Autorin Hanadi Siering im Rahmen unseres RESET-Spezials Drones and Satellites for Good angesehen.

Ein neuer Ansatz, der Ausbrüche von Krankheiten untersucht, kommt aus den USA: anhand von Lichtdaten, die von Satelliten gesammelt werden, können Rückschlüsse auf den Ausbruch von Krankheiten in größeren Städten gezogen werden. Der Zusammenhang ist Forschern der University of Princeton erstmals in Niger, Westafrika aufgefallen.

Für die Studie „Explaining Seasonal Fluctuations of Measles in Niger Using Nighttime Lights Imagery" von 2011 untersuchten Nita Bharti und ihre Kollegen saisonale Veränderungen der Masernepedemien in Niger anhand von Licht-Messdaten.

Sie erklären, dass saisonale Masernausbrüche mit räumlicher Veränderung von Menschen, z.B. Land-Stadt-Migration, zusammenhängen. Dies wird anhand von Satellitendaten, die das von Menschen verursachte Licht erfassen, ausgewertet.

Es ist eigentlich ganz simpel: Dort, wo viele Menschen leben, gibt es das meiste Licht und letztendlich auch die meisten Krankheiten. Satelliten können daher genutzt werden, um wertvolle Daten zu sammeln, durch deren Verarbeitung, Aussagen über Krankheitsentwicklungen gemacht werden können. Das führt dazu, dass man im Ernstfall auf eine Epedimie besser vorbereitet ist und entdprechend schnell reagieren kann.

In Westafrika sterben heutzutage noch immer Menschen an Masern, obwohl dies durch eine simple Impfung verhindert werden könnte. Impfungen jedoch werden vernachlässigt und die Krankheit kann sich weiter ausbreiten.

So hat Liberia mittlerweile die Ebola-Epedemie überwunden, doch nun droht den Menschen, von einer Masern-Welle überrollt zu werden. Eine bessere Vorbereitung für zukünftige Krankheitsausbrüche könnten die Satellitenbilder bringen.

Dieser Artikel erschien in der Artikel-Serie für unser RESET-Spezial Drones and Satellites for Good - Wie Drohnen und Satelliten die Welt retten.

Vom Weltmeer bis zum Weltall - die Einsatzmöglichkeiten von Drohnen und Satelliten sind schier unbegrenzt. Unbemannte Luftfahrzeuge werden längst nicht mehr nur in Kriegsgebieten von der Rüstungsindustrie eingesetzt. Mit modernster Technik ausgestattet, können sie auch wertvolle Helfer im Kampf gegen Umweltverschmutzung und soziale Ungerechtigkeit sein.

Sie können Klimasünder enttarnen und sogar Verschüttete retten. In unserem RESET-Spezial stellen wir euch noch bis zum 14. August Projekte vor, die mit Satelliten und Drohnen im Einsatz für eine nachhaltige Entwicklung sind. Hier geht´s zur Artikelübersicht.

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