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Warum Sie einen Toilettenhocker brauchen!

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TOILET
Marlene Ford via Getty Images
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Nach dem Buch von Giulia Enders, "Darm mit Charme" konnte das Thema rund um den Stuhlgang ein wenig enttabuisiert werden. Doch die Problematik rund um die Verdauung ist Up to date wie nie zuvor. Die Erkrankungsrate, welche gastroenterologische Krankheiten anbelangt, ist stetig am steigen. Daher sollte man alles tun, um seinen Darm zu entlasten. Folgender Artikel beschreibt eine einfache Methode, wie Sie ihren Stuhlgang verbessern können.

Welches sind die anatomischen Voraussetzungen des Stuhlgangs?

Beobachtet man sogenannte Naturvölker, fallen bald die Art und Weise ihrer Toilettenanlagen auf: Es ist ein kleines Loch in der Erde oder ein Abbruch an einer steilen Wand. Selbst die berühmten Ritter hatten in einem speziellen Erker gerade einmal einen gemauerten Spalt in Bodenbereich, durch den sie entlang der äußeren Burgmauer ihr "Geschäft" verrichteten.

Später kamen Sitzgelegenheiten dazu, die die damals unbekannten Vorreiter in Sachen Toilette, die Römer, schon längst verwendet hatten. Was ihnen jedoch fehlte, war ein medizinischer Toilettenhocker.

Zurück zu den heutigen Naturvölkern und den modernen Anhängern der Paleoernährung, die eigene Rezepte gegen schlechte Ernährung und damit gegen schlechte Verdauung besitzen. Was haben beide miteinander zu tun und was sind die Vorteile?

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Was die Menschen der wenig an moderner Zivilisation interessierten Völker von uns unterscheidet, ist unter vielem anderen die Tatsache, dass sie am stillen Örtchen hocken und damit richtig sitzen beim Stuhlgang.

Sie balancieren ihren Körper auf den Fußsohlen, während Ober- und Unterschenkel aneinanderliegen und das Gesäß knapp über dem Boden schwebt. Die Muskeln des gesamten Bereiches werden entspannt, die Anusmuskulatur öffnet den letzten Abschnitt im Verdauungstrakt und entleert ihn, und das ganze ohne medizinischer Toilettenhocker.

Beobachtet man weiters Tiere, besonders Säugetiere, wenn sie ihren Kot absetzen, sind die Oberschenkel mit dem Unterbauch noch in sehr engem Kontakt. Selbst bei Affen schwingen die Oberschenkel seitlich am Körper parallel zur Wirbelsäule. Das Erbe der Muskelansätze an den entsprechenden Knochen haben wir noch in uns gespeichert, gehen aber seit gut 2 Millionen Jahren aufrecht.

Was unsere direkten Vorfahren beibehalten haben, war ihre Körperhaltung beim Absetzen des Kots. Warum taten sie dies? Antwort: Weil es angenehm für das Verdauungssystem war und bis heute ist. Um das zu verstehen, müssen wir uns die anatomischen Gegebenheiten und die Verdauung des Menschen im Einklang medizinischer Toilettenhocker ansehen.

Das Becken besteht aus Knochen, die eine Art Schüssel bilden. Röhren der Verdauungsorgane führen vom Unterbauch durch dieses Becken und verlassen es wieder vorne (Urin, Scheide) und hinten (Anus), bei Männern also zwei, bei Frauen drei.

Diese suchen sich embryonal ihren Weg durch eine Vielzahl an Muskeln, die den Beckenboden wie ein Netz, ein Geflecht aus Muskelfasern durchziehen. Sie dienen zum Einen dem Schutz vor "Herausfallen oder -rutschen" des Darmes aus der Bauchhöhle nach unten, helfen zum Anderen den entsprechenden Schließmuskeln von Anus und Harnblase.

Sind jene Muskeln, die zwischen Schambein und Sitzbein verlaufen, verspannt, verschließen auch sie die Ausfuhröffnungen. In diesem Zusammenhang ist ein Muskel von entscheidender Bedeutung: Der Musculus puborectalis.

Er verläuft zu beiden Seiten des Schambeins, macht allerdings einen Umweg um das Endstück des Mastdarms und klemmt ihn ab. Wie eine Lassoschlinge fängt er das Darmendstück ein und verhindert, dass vorzeitig Darminhalt austritt. Diesbezüglich unterstützt er den tiefer gelegenen Anusmuskel.

Trotzdem kann beim Öffnen dieses Muskels kein Kot abgesetzt werden, weil die „Lassoschlinge" des Puborectalis (Zusammensetzung: pubo + rectalis) das Endstück des Dickdarmes an der Linea anorectalis (sprich: ano - rectalis) abklemmt.

Bei Stress kann unregelmäßiger Stuhlgang die Folge sein, der die Darmgesundheit schädigt. Wie kann nun mit einem medizinischen Toilettenhocker erreicht werden, dass sich diese Schlinge lockert und ein leichter Stuhlgang möglich wird?

Wie schon oben erwähnt, hat dies etwas mit der durch die Evolution bedingten effektiven Beinstellung unserer Vorfahren zu tun und mit der Art, wie sie durch Bewegung ihre Verdauung anregen konnten.

Wäre es uns möglich die Oberschenkel an unseren Körper heranzuführen, kippte das Becken, der Bizeps des Oberschenkels würde entspannt und gäbe den übrigen Beckenmuskeln Raum sich ihrerseits zu entspannen. Die gute Nachricht: Ein medizinischer Toilettenhocker macht es möglich!

Dort, wohin die Zivilisation noch keine Sitzklos geliefert hat und die Bevölkerung noch hockt und ein idealer Stuhlgang ganz natürlich erscheint, kennt man diese Methode der Entspannung. Rasch und mühelos wird auch noch so trockener Stuhl/Kot abgesetzt. Anhänger des Paleo Lebensstils kennen diese Hockstellung schon länger und erfreuen sich bester Gesundheit und besten Wohlbefindens.

Der Muskel bekommt seine Impulse von den Nerven der dritten und vierten Kreuzwirbel und kann willentlich gesteuert werden, sich allerdings unter psychischer Anspannung verkrampfen. Wird er gelockert, rutscht bei der Defäkation die Kotsäule abwärts und wird entlassen. Unter dem Mikroskop stellen sich die Muskelfasern als quergestreift heraus.

Wie wirkt ein medizinischer Toilettenhocker konkret?

Im aufrechten Gang halten alle Muskeln den Bewegungsapparat, sprich die Knochen, an ihrem Platz und führen deren Bewegungen aus. Die Muskeln des Beckenbodens spannen ebenfalls die Knochen und stellen eine Art Gegengewicht und einen Ausgleich für die Bewegungen des Körpers dar.

Beim geraden Sitzen, wie es für die Wirbelsäule unentbehrlich und gesund ist, ist der Beckenboden jedoch noch immer gespannt. Zwar entsteht ein Füllegefühl im Darm, aber man muss nicht auf die Toilette, weil die Beckenbodenmuskulatur verhindert, dass der letzte Teil des Darmes befüllt wird und damit ein Gang auch fühlbar notwendig würde.

Die Folge ist ein unnötig langer Aufenthalt und Rückstau des Kots an der Stelle vor der Linea anorectalis. Wird bei der sitzenden Tätigkeit öfters zwischendurch auch Bewegung gemacht, können sich Verspannungen lösen und „auf die Toilette" gegangen werden. Aber auch dort ist eine „Sitzung" nicht immer von Erfolg gekrönt.

Die Spannung der Beckenmuskulatur bleibt bestehen und wird nicht gänzlich aufgehoben, Darmbeschwerden sind die Folge. Doch Unterstützung für die ideale Hockstellung beim Toilettengang naht, im wahrsten Sinne des Wortes: Wenn die Oberschenkel an den Körper gebracht werden, kippt das Becken und damit der Musculus puborectalis nach hinten.

Ein medizinischer Toilettenhocker stützt die Füße dabei ab und bringt sie an den Körper heran. Die „Lassoschlinge" klemmt den Darm nicht mehr ab und lässt den Kot weiter rutschen. Wie aber erreichen wir diese bequeme Beinstellung und die richtige Position beim Stuhlgang, um auch Blähungen und Hämorrhoiden wirksam zu begegnen?

Ein medizinischer Toilettenhocker verkürzt den Abstand zum Boden und lagert die Fußsohlen auf einer geraden Ablagefläche je nach Körpergröße zwischen 20 und 30 cm darüber. Damit wird der Winkel zwischen Oberkörper und Oberschenkel verkleinert und die richtige Körperhaltung beim Stuhlgang erreicht.

Von "normalerweise" 90° oder darüber (stumpfer Winkel) verkürzt er sich mit dem Hocker für die Toilette auf medizinisch vertretbare und empfohlene 35° (spitzer Winkel).

Welches sind die Vorteile eines medizinischen Toilettenhockers?

Wer hatte nicht schon einmal das Gefühl, seine schweren Beine auf den Tisch legen zu wollen oder das Bedürfnis während einer langen Besprechung zumindest ein Knie anzuwinkeln? Die Verspannungen lösen sich, für einen kurzen Moment werden die Muskeln anders belastet und geben den anderen Muskeln und damit den Knochen kurz die Möglichkeit sich in einer anderen Stellung zu entlasten.

Dann findet man wieder in die Ausgangsstellung zurück. Ähnlich verhält es sich mit der Entlastung auf der Toilette. Der Sessel wird an die Toilettenmuschel heran gestellt und die Füße darauf gelagert. Der günstige Winkel, die Sitzposition auf der Toilette von 35°, ist erreicht und die Beckenmuskeln beginnen sich zu entspannen.

Das Becken kippt nach hinten, die Schlinge löst sich und der Stuhl/Kot rutscht nach unten. Eine vollkommene Darmentleerung wird erreicht, wenn auch erst nach mehrmaligem Gebrauch des Hockers. Der Darm wird entgiftet, beginnt eine körpereigene Darmreinigung, entschlackt und es steht damit einer Darmsanierung nichts mehr im Wege.

Was sind die Folgen, wenn ein medizinischer Toilettenhocker fehlt?

Zivilisationskrankheiten, wie Verstopfung, Hämorrhoiden oder gereizter Darm belasten das Wohlbefinden des Menschen. Auch die Pressschmerzen sind etwa nach einer Geburt bedeutend höher.

Das ungerechte Image des Darmes als Träger von Abfallstoffen und damit seiner untergeordneten oder negierten Bedeutung für den Körper, muss nachhaltig verbessert werden. Der Darm ist Träger wichtiger Funktionen, er hilft Nährstoffe aufzunehmen und regelt den Wasserhaushalt, besonders in seinem letzten Abschnitt.

Auch die Tatsache, dass der Darm mehrere Meter lang ist und der große Bogen des Dickdarms noch einmal den gesamtem Bauchraum umfängt, macht ihn zu einem eigenständigen Organ im Zusammenspiel der Körperfunktionen.

Die Unkenntnis über seine Tätigkeiten bedingt das Fehlen zu seinem Verständnis und damit zum Negieren seiner Signale. So werden Übergewicht, Allergien und selbst Depressionen auf eine Störung in der Darmflora zurückgeführt.

Dies hat die Wissenschaftlerin Giulia Enders mit ihrem Buch Darm mit Charme ausführlich erklärt und zeichnet das Bild eines „wunderbaren Organs", das einerseits im Dienst eines gesunden Körpers steht und andererseits als Angelpunkt eines gesunden Geistes seine Rolle als Regulator spielt.

Neben dem Gehirn unterhält der Darm die meisten Nervenverbindungen und leistet mit der Aktivität von zwei Dritteln des Immunsystems seinen Beitrag für die Gesundheit des Menschen. Ein medizinischer Toilettenhocker unterstreicht und fördert die beschriebenen Tatsachen.

Welches sind die wichtigsten Eckpunkte medizinischer Toilettenhocker auf /in der Toilette?

Der ideale medizinische Toilettenhocker erreicht etwa die halbe Toilettenhöhe, besitzt eine halbrunde Ausnehmung, die sich an die Ausbuchtung der Toilettenschüssel, dem Muschelbogen, bündig angleicht. Somit braucht der Klohocker kaum Platz und kann auch unter das Waschbecken geschoben werden.

Mit den Maßen von durchschnittlich L x B x H(!) 44 x 33 x 22(!) cm ist dem durchschnittliche Benutzer mit dem Stuhlgang Hocker gut geholfen. Das Design eines medizinischen Toilettenhockers erstreckt sich allerdings je nach Vorlieben oder dem dazugehörigen Stil des Badezimmers oder der Toilette, von Holz über Kunststoff bis Verbundstoffen und Stahl.

Doch nicht nur das Aussehen eines medizinischen Toilettenhockers sollte ausschlaggebend sein. Es ist in höchstem Maße zu beachten, dass das nützliche Accessoire auch gut zu reinigen ist. Der hygienische Aspekt ist in den Badezimmern und Toiletten von größer Bedeutung.

Wo kann man einen medizinischen Toilettenhocker am besten kaufen?

Im gut sortierten Fachhandel wird jeder gesundheitsbewusste Käufer auch in Sachen Hocker fündig. Will man im Internet einen Toilettenhocker kaufen, finden sich die diversen Händler, allen voran Amazon und andere, die viele verschiedene Modelle an hygienischen Hockern anbieten.

Einige Aspekte sind bei der Bestellung vorab zu klären: Das richtige Material und die Farbe sollten passen und vor allem die richtige Größe gilt es zu wählen. Hierbei ist auf Mitbenutzer zu achten und ob der Toilettenstuhl eventuell in der Höhe zu verstellen ist.

Wichtig ist, dass ein WC Stuhl nicht erst bei Beschwerden angeschafft wird, sondern schon vorbeugend, sozusagen in der Vorsorge zum Einsatz kommen sollte und damit eine bessere Verdauung ermöglicht.

Mein Fazit

Der Darm und somit seine Teile wie Zwölffingerdarm, Dünndarm, Dickdarm, Mastdarm und Anus sind ein ausgewogenes System, in die der Mensch oft unwissentlich herb eingreift, stört und oftmals zerstört.

Deshalb ist die Forschung bemüht, alle Eventualitäten, die seiner Gesundheit und als probates Mittel gegen Reizdarm dienen könnten, Stichwort Hocksitz auf Toilette zu erforschen, aufzuzeigen und Lösungswege vorzuzeichnen.

Gerade der medizinische Toilettenhocker ist ein einfaches wie effizientes Gerät, das in einem modernen Haushalt, einer modernen Toilette nicht mehr fehlen darf und als Einrichtungsgegenstand einen fixen Bestandteil darstellen sollte.

Lesenswert:

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