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Weil der Görli das Mekka für die Bild-Leser ist

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Immer noch sonntags um vier ins Berghain? Nachmittags, versteht sich? Immer noch Sojacortado von debil glücklichen nicaraguanischen Bauern im Prenzlauer Berg gurgeln? Immer noch in einem grottigen Start-up für umgerechnet 1,64 Euro die Stunde nachts um vier Selbstausbeuterparty schieben? Noch im Mauerpark sitzen und stinkende Hippies an Trommeln herumstümpern hören?

Noch über einen exklusiven Subreddit ins Magnet geladen werden, um Indiekinder mit Hodenkrebsjeans weinen zu hören? Noch ein "Berliner Pilsener" trinken, weil du denkst, es ist voll Berlin und so, Gras mit Görliaufschlag kaufen, 'nen Protestsong singen und aussehen wie eine Altkleidertonne in/an deinem Lieblings-K-FEE/Tisch?

GEH STERBEN!

Berlin ist nicht nur Scheiße. Es ist noch beschissener, als es war. Und das muss man erst mal schaffen. Berlin gibt Scheiße eine ganz neue Definition. Alles, was vor ein paar Jahren ein kleines nerviges Geschwür war, ist mittlerweile metastasiert und erstickt den letzten Rest von der Idee, weswegen all die Idioten hierher kommen.

Und trotzdem: Es werden immer mehr. Der Strom der Verwirrten reißt nicht ab. Jeder neue Schritt eurer Chucks über den Gehweg führt euch weiter ins Verderben. Da unten warten nur die alten Berliner: missgünstig, widerlich, von Grund auf schlecht. Ihr könnt sie weggentrifizieren, Sepiafilter über ihre miese Existenz legen, und sie ach so kreativ beschreiben, aber ihr kommt nicht drum herum:

In 20 Jahren seid ihr das. Jeder, der mindestens noch das Hirn einer Ratte hat, verlässt das sinkende Schiff - jetzt.

Ein Grund, Berlin zu hassen

WEIL DER GÖRLI DAS MEKKA FÜR BILD-LESER IST

Jeden Morgen geht im Görli die Sonne auf und jeden Abend die Welt unter. Zumindest denkt das jeder außerhalb der "muslimisch besetzten" und alternativen Zone. Da die im Schnelldurchlauf schrumpft und Großdeutschlands Ego als Zombie zurückkommt, geht es ab im Görli. Die Bild, alle ab dem B-Tarif und besonders der gestandene Steglitzer kommen überhaupt nicht mehr auf die Kanakokalypse da klar.

Da gab es doch eine Flüchtlingsschule in der Ohlauer? Von so bösen Negern, die ihr Land verlassen, nur weil wir die Wirtschaft da mit allem von Altautos bis Hühnerknochen totdumpen? Die sich vom Dach stürzen wollten? Jetzt haben die doch ihre eigene Unterkunft bekommen?

Nein, haben sie nicht. Das hat der Senat behauptet, aber wie die CDU in Berlin eben so ist, lügen kann man, solange es nur Neger trifft. Erst austricksen, dann aushungern.7 Aber die verkaufen doch da Drogen? Denkt denn hier niemand an die Kinder?

Wer Mari - hu - ana mehr als Droge definiert als Alkohol, der ist nicht mehr zu retten. Das bekommt ja sogar die SPD (!) in Bremen (!!) hin. Seine Kinder verdienen es nicht gerettet zu werden, gleich ab in den Negerkäfig als Futter damit. Was da als "Rauschgiftkriminalität" gehandelt wird, ist eine einzige Party am Querweg an der Glogauer. Fahrradfahrer, Spaziergänger und Picknicker treffen sich da, keinen Scheiß, Mann.

Die Schwarzen feiern da eine Nonstopparty und man kann eben auch Kiffe kaufen

Die haben eh die ganze Zeit was dabei, weil die aus Ländern kommen, wo man nicht so spaßfeindlich ist. Würden die stattdessen schön deutsch saufen, gäbe es stündlich Tote. Was sollen die denn tun? Arbeiten dürfen sie ja nicht, und deren Verwandte verhungern zu Hause.

Die kommen nicht her, weil die Hertha so geil spielt, oder der Berliner so freundlich und nicht rassistisch ist. Die wenigsten verlassen ihre Heimat ohne akute, heftige, und dammaufreißende Not. Verlässlich weltfremd will die Pferdefresse von der Grünenfraktion in Kreuzberg einen Coffeeshop eröffnen. Dreimal darf man raten, wer da nicht arbeiten dürfen würde.

Aber da kann man abends gar nicht mehr durchgehen?

Man, lieber Augsburger, kann in Berlin überall, zu jeder Zeit, hingehen. Die 90er sind vorbei. Vielleicht sind die Platten im hintersten Hellersdorf nachts nicht so sexy, wenn du deinen Ariernachweis nicht dabeihast. Aber außer vor Deutschen musst du dich nicht fürchten. Im Görli ist auf den Mondhügeln höchstens ein Rave mit zugeknallten Hipstern, bei dem man einen Ästhetikinfarkt bekommt.

Verdammt, selbst ein Kinderbauernhof ist im Görli

Mit einem (mittlerweile leider verstorbenen) Schwein in Motorradgröße und streichelaffinen Ziegen. Das Edelweiß schmeißt erträgliche Partys und tagsüber kann man legale Drogen aus Liegestühlen zu sich nehmen. Das Einzige, was den Görli gefährlich macht, sind Bullen.

Die rasen mit 60 km/h einen halben Meter an Liegenden und Kindern vorbei, um die Welt zu retten, indem sie einem Studenten einen Jointstummel wegverordnen. Denn ja: der Görli und das umliegende Gebiet sind jetzt grasfrei. Willkommen im Jahr 1952, danke an alle Berliner, die die CDU gewählt haben. Selbst die Bullen fanden die Rekriminalisierung von Cannabis behindert! Das ist selbst für Berliner CDU-Verhältnisse bahnbrechend Stulle.

Der Beitrag ist ein Auszug aus dem Buch 111 Gründe, Berlin zu hassen von Kristjan Knall.

Hier könnt ihr das Buch kaufen.

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