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"Weil es das Beste f├╝r Ihr Baby ist!" - oder auch nicht?

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BABY ELTERN
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Wie oft habe ich diesen Satz schon gelesen und geh├Ârt: "Weil es das Beste f├╝r Ihr Baby ist."

Egal um welches Themengebiet es sich aus der "Babywelt" handelt, es gibt immer Vorreiter die meinen zu wissen, was das Beste f├╝r das Baby ist. Gemeint sind erst einmal alle Babys, denn es kann sich keine Firma, Marke oder Expertin die M├╝he machen, jedes Baby f├╝r sich einzeln zu betrachten.

Vor kurzem stie├č ich dann auf einen Satz, der mir deutlich besser in den Weiten der Babyempfehlungen gefiel: "Schluss mit dem Muss."

So simpel kann es sein und vielleicht f├Ąllt es einem irgendwann auch mal so leicht. Anfangs ist es das jedoch nicht. Erst recht nicht, wenn man sich gerade in der Anfangszeit mit Baby Nummer Eins befindet und sowieso st├Ąndig das Gef├╝hl hat, nicht alles richtig zu machen oder sich einfach fragt was denn nun eigentlich richtig ist. Gibt es das "Richtig" ├╝berhaupt?

Passend zum Thema:
Liebe Eltern, h├Ârt endlich auf zu ├╝berlegen, was die Anderen denken

Als ich mich damals nach der Stillkatastrophe mit Baby Eins auf die Suche nach der richtigen Ersatznahrung machte, denn ich wollte ja das Richtige und Beste f├╝r das Baby finden, stie├č ich auf der Seite f├╝r Babynahrung als erstes auf ein Pop-Up Fenster welches mir erkl├Ąrte, dass Stillen das Beste f├╝r Babys sei und ich durch klicken eines Pfeiles direkt Stillhilfe bekommen w├╝rde.

An dem Punkt habe ich mich gefragt, ob dieser Hinweis wirklich n├Âtig ist und wie er vielleicht auch auf M├╝tter wirkt, die vielleicht wirklich sehr mit dem Thema hadern und denen es schwer f├Ąllt zu akzeptieren, dass Stillen bei Ihnen vielleicht nicht funktioniert.

Bevor das Stillen aufgegeben wird oder auch von vornherein abgelehnt wird, wurden doch vermutlich Gespr├Ąche mit Hebammen, Stillberaterinnen etc. gef├╝hrt. Ist also so ein Hinweis, der die Signalwirkung eines Schilds nach dem Motto "Sind sie sicher, dass Sie zum Milchpulver weitergeleitet werden m├Âchten oder wollen Sie es nicht doch noch einmal anders ├╝berlegen." wirklich n├Âtig?

Ich finde Stillen super wenn es f├╝r alle Beteiligten klappt aber wenn nicht -> Schluss mit dem Muss.

Weiter geht es kurz darauf mit dem Beikost-Thema. Hier gibt es so unfassbar viele "solls" und "muss", dass einem schon fast schwindelig wird.

Bitte nur Selbstgekochtes, einen Brei pro Monat einf├╝hren, mit Gem├╝se xy anfangen und Gem├╝se xy als letztes einf├╝hren..t.b.c.

Was ist denn, wenn das Baby und der Familienalltag einen anderen Weg aufzeigt? Vielleicht isst das eine Baby viel schneller bestimmte Dinge und hat nie Probleme mit Bauchweh oder vielleicht legen manche Eltern auch keinen Wert auf Selbstgekochtes.

Ich find es so schwierig, wenn M├╝tter sich gegen diese aufgezeigten Normen durchsetzen m├╝ssen, obwohl es prima bei ihnen und dem Baby l├Ąuft.

Hier gibt es mal Selbstgekochtes und mal nicht, mal hat das triftige Gr├╝nde und manchmal hab ich einfach am Vorabend vergessen den Brei aus der Tiefk├╝hltruhe zu nehmen.

H├Ątte ich dazu auch noch wie in Ern├Ąhrungsratgebern vorgegeben die Beikost eingef├╝hrt, w├╝rde der Knirps mir wohl aus Verzweiflung die Fasern des Teppichbodens aufessen.

Und war das jetzt falsch? Vielleicht laut Ratgeber aber nicht f├╝r uns. -> Schluss mit dem Muss.

Beim Schlaf und t├Ąglichen Routinen gehen die Meinungen auch weit auseinander. Manche Babys schlafen bis zum ersten Lebensjahr, wie empfohlen, bei den Eltern im Schlafzimmer. Andere hingegen nicht und das ist vermutlich nicht damit begr├╝ndet, dass den Eltern die Empfehlungen unwichtig erscheinen.

Es gibt so viel das sinnvoller Weise beim Thema Schlafen empfohlen wird und wenn das umsetzbar ist, werden die wenigsten Eltern diese Ma├čnahmen ignorieren. Ist es aber denn direkt wieder falsch, wenn manches nicht umsetzbar ist?

Ich habe mich letztens noch mit unserer Kinder├Ąrztin ├╝ber das Thema Hitze, Bauchschl├Ąfer und Baby ausquartieren unterhalten.

Der Ausgangspunkt war meine Frage, was denn nun besser f├╝r das Baby sei: Alleine in seinem Zimmer zu schlafen, in dem es deutlich k├╝hler als in unserem Schlafzimmer ist, oder doch neben uns zu schlafen aber das bei 29┬░c. Ihre Antwort war: "Eigentlich ist das Beides Mist, aber Sie k├Ânnen ja auch nicht beides ├Ąndern."

Wir h├Ątten in diesem Punkt gar nicht die M├Âglichkeit alles nach Empfehlung richtig zu machen aber soll ich deswegen ein schlechtes Gewissen haben oder mir machen lassen? Ich denke nicht.
Zum selbigen Ergebnis kamen wir auch was das Schlafen auf dem Bauch angeht. Ich kann das Baby auf den R├╝cken drehen wenn ich es sehe aber ich kann es auch nicht auf dem R├╝cken festbinden, weil ich es ein paar Mal in der Nacht nicht sehen werde.

Es ist schlicht und weg nicht immer m├Âglich alles richtig zu machen.

Ich f├╝r mich komme bei diesen ganzen Themen irgendwann immer an den Punkt an dem ich denke, dass nun auch mal die Kirche im Dorf gelassen werden muss.

Gesunde und vern├╝nftige Eltern handeln so wie sie handeln, weil sie alles richtig machen m├Âchten. Richtig bedeutet gerade bei diesen so individuellen und kleinen Wesen immer wieder etwas anderes.

Genau das soll meiner Meinung nach auch in Ordnung sein und nicht immer wieder Stoff f├╝r Diskussionen bieten.

Diskussionen in denen es darum geht, dass M├╝tter sich gegenseitig ├╝bertrumpfen oder die Anderen M├╝tter mit einem schlechten Gef├╝hl zur├╝cklassen.

Gerade frischgebackene M├╝tter k├Ânnen so sensibel und ├Ąngstlich im Umgang mit den Minis sein, dass es doch eher mal Worte n├Âtig hat die Ihnen klarmachen, dass "Schluss mit dem Muss" ist.

In diesem Sinne, liebe Gr├╝├če von der Mutter, die sicherlich nie alles richtig macht und auch den Schnuller mal wieder aufhebt, die bestimmt mal ein J├Ąckchen zu wenig einpackt, die Wickeltasche vergisst, den Brei nicht lang genug abk├╝hlen l├Ąsst, die 29┬░c beim Schlafen nicht immer vermeiden kann und auch mal zu sp├Ąt hinschaut, wenn die gro├če Tochter ihm gerade wilder als n├Âtig den Bauch krault.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf capriceetdelice.

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