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Wie meine Tochter in die FĂ€nge der Pflegemafia geriet

Veröffentlicht: Aktualisiert:
DARIA KRISTINA
Kristina Becker
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Das Jugendamt hat mir mein Kind geklaut. Ich bin eine entsorgte Mutter, fĂŒhle mich hilflos und im Stich gelassen. Weder weiß ich, wie es meiner Tochter geht, noch, wo sie ist. Vielleicht werde ich sie nie wieder sehen. Mein Kind ist und bleibt verschwunden - mitten in Deutschland im Jahr 2017.

Das alles habe ich unserem System zu verdanken. Heime machen Milliarden mit diesem GeschĂ€ft. Über neun Milliarden Euro Einnahmen bringt alleine die stationĂ€re Unterbringung der Kinder jĂ€hrlich. Und die Anzahl der Kinder steigt stetig.

2005 wurden knapp 26000 Kinder in die Obhut von JugendĂ€mtern genommen, 2014 schon ĂŒber 48000. Und 2015 sogar mehr 77000 Kinder, laut statistischem Bundesamt. Eines davon ist meine Tochter Daria.

Doch wie kam es dazu, dass ausgerechnet sie in die FĂ€nge dieser Pflegemafia geriet?

Vor knapp zehn Jahren kam Daria auf die Welt. Von ihrem Vater trennte ich mich noch vor der Geburt. Ich bekam das alleinige Sorge- und Aufenthaltsbestimmungsrecht. Aber ich sagte ihm, dass er sie gerne regelmĂ€ĂŸig sehen darf. Er kann Vater sein, aber ich will keine Beziehung mehr zu ihm haben.

Ich glaube, er hatte von Anfang an gar kein Interesse an ihr. Aber er hat sie als Druckmittel benutzt. Und er begann mich zu stalken. Zum Beispiel stand er einmal am Gartenzaun und fragte, ob er zu Daria darf. Ich willigte spontan ein, wollte Daria ja nicht den Kontakt zum Vater nehmen.

Ich bekam Angst und rief die Polizei

Wir saßen gemeinsam im Kinderzimmer, als er versuchte, einen Streit zu beginnen. Ich ließ mich nicht darauf ein, dann wurde er richtig sauer. Er beschimpfte mich vor Daria mit „dreckiges StĂŒck Scheiße" und „miese Schlampe". Ich bekam Angst und rief die Polizei.

Als ich dem Polizisten sagte, dass ich meinen Ex reingelassen habe, meinte er, dass ich doch selbst schuld sei. In dem Moment wusste ich: Auf die Hilfe der Polizei kann ich mich nicht verlassen.

Ich fand heraus, dass es zu Stalking meistens nach Trennungen kommt. Vor allem seitens der MĂ€nner. Und man kann kaum etwas dagegen tun. Ich habe meinen Ex deswegen mehrmals angezeigt, gebracht hat das nichts.

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Ich ging zu einer Opferberatung und erfuhr, dass Stalking zwar eine Straftat ist, aber sobald ein Kind im Spiel ist, kann der Vater sagen, dass er nur das Kind sehen wollte und ist damit fein raus. Davon sind wohl eine Menge Frauen betroffen. Ich hatte also schlechte Karten. Und musste das Stalking viele Jahre ertragen.

Wir wohnten in einem Dorf in Brandenburg. Der Kindsvater ist dort geboren und aufgewachsen. Ich nicht. Schon bald bekam ich das GefĂŒhl, dass viele der Dorfbewohner hinter ihm stehen und mir viele Sachen verheimlichen.

Er besuchte meine Tochter heimlich im Kindergarten

Ich fand zum Beispiel heraus - leider erst nach vielen Jahren - dass er meine Tochter heimlich im Kindergarten besuchte, obwohl er kein Recht dazu hatte. Die KindergÀrtnerin war die Schulfreundin seiner Schwester. Wenn er zu Besuch in den Kindergarten kam, schickte sie die anderen Kinder sogar aus dem Raum, damit er ungestört mit meiner Tochter spielen konnte.

WÀhrend eines ElterngesprÀchs drohte mir mein Ex indirekt damit, dass er russische Bekannte hat, die Arme und Beine brechen können und er wisse, was es kostet. Ich dachte, ich höre nicht richtig.

Wenige Zeit spĂ€ter verfolgte er mich auf einen Supermarkt Parkplatz und wollte mir Daria aus dem Auto reißen. Ich rief die Polizei. Und er verließ fluchend den Parkplatz.

Eine Woche spÀter hÀtte er Umgang mit ihr gehabt, aber sie weigerte sich und wollte bei mir bleiben. Daraufhin wurde er so sauer, dass er mir drohte, Daria in eine Pflegefamilie zu bringen und mir seine russischen Freunde zu Besuch zu schicken.

Bei mir lÀuteten alle Alarmglocken

Ich wollte meine Tochter schĂŒtzen und sah nur noch einen Ausweg: Abhauen. Deshalb buchte ich einen Flug fĂŒr uns. Wir packten unsere Sachen und verschwanden.

Im Ausland ging es uns gut. Daria lernte innerhalb kĂŒrzester Zeit die Landessprache - das machte ihr viel Spaß - und sie schloss viele Freundschaften. Zwischenzeitlich beantragte der Kindesvater den Entzug meines alleinigen Aufenthaltsbestimmungs- und Sorgerechts und die Übertragung auf das Jugendamt Havelland, sowie die Heimunterbringung von Daria.

Das heißt, er wollte sie gar nicht selber haben, nur bei ihrer Mutter sollte sie nicht sein. Das Amtsgericht Rathenow entzog tatsĂ€chlich aufgrund von LĂŒgen in Abwesenheit ohne Anhörung das gesamte Sorgerecht und ĂŒbertrug es auf das Jugendamt Havelland.

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Informiert wurde ich darĂŒber nicht, musste aber spĂ€ter wegen Kindesentzug vom Jugendamt vor den Jugendrichter treten. Erst, als ihr Pass ablief und ich zur deutschen Botschaft ging, um einen neuen zu beantragen, erfuhr ich von dem Sorgerechtsentzug.

Der Amtsvormund verweigerte die Ausstellung eines neuen Passes, somit bekam ich keinen Pass fĂŒr Daria. Da ich nicht wollte, dass sie in ein Kinderheim kommt, beschloss ich, erst einmal ohne Pass und somit illegal dort zu bleiben. Dadurch durfte Daria nicht mit ihren Freunden in die Schule gehen, und konnte ihre Freunde kaum noch sehen. Sie konnte das nicht verstehen und war sehr sehr traurig.

Schlussendlich wurde Daria ausgewiesen

Genau zu dieser Zeit brannte mein Haus in Deutschland. Das war Brandstiftung - doch der TĂ€ter wurde nicht gefunden. Wir mussten zurĂŒck und hatten kein Zuhause. Das Jugendamt behauptete, dass sie uns keine Unterkunft zur VerfĂŒgung stellen können. Das war lĂ€cherlich. Es gibt UnterkĂŒnfte ohne Ende in Brandenburg.

Schließlich sind wir in Deutschland gelandet und haben drei Monate in SĂŒddeutschland gewohnt. Daria besuchte sofort die 2. Klasse der Grundschule und hatte keinerlei Probleme dort. Ein Amtsarzt bestĂ€tigte uns, dass sie kerngesund ist - körperlich und psychisch. Auch das örtlich zustĂ€ndige Jugendamt kam zu Besuch und stellte fest, dass es dem Kind bei mir gut geht.

Dann wieder eine Schocknachricht. Der Vormund im Jugendamt und der Anwalt des Kindsvaters hatten beschlossen, dass meine Tochter am 4. April 2015, nachdem sie ihren Vater 19 Monate nicht mehr gesehen hatte, an einer Tankstelle an ihn ĂŒbergeben werden soll, um bei ihm zu ĂŒbernachten.

Meine Tochter war gerade mal sieben Jahre alt. Wie kann man einem kleinen MĂ€dchen so etwas erklĂ€ren? Weil sie daraufhin starke Bauchschmerzen bekam, erklĂ€rte der Kinderarzt sie fĂŒr reiseuntauglich. Sie musste nicht bei ihrem Vater ĂŒbernachten.

Sie warfen mir vor, dass ich versucht habe, mit dem Kind zu fliehen

Kurz darauf erfuhr ich, dass in meinem alten, abgebrannten Haus geplĂŒndert wurde. Deshalb kaufte ich ein Zugticket nach Berlin, um vor Ort alles zu klĂ€ren. Bereits auf dem Bahnhof wurden Daria und ich von der Polizei in Gewahrsam genommen und auf das Polizeirevier gebracht.

Der Kindesvater hatte eine Anzeige erstattet, dass ich vorhĂ€tte, mit dem Kind zu fliehen, obwohl sie gar keinen gĂŒltigen Reisepass hatte. Ich erklĂ€rte ihnen, dass ich mit der Polizei in Brandenburg gesprochen hatte, und wegen einer Diebstahlsanzeige und zum Sichern des GrundstĂŒcks nach Brandenburg mĂŒsse, zeigte unsere Fahrscheine vor, die das auch bestĂ€tigten.

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Am darauffolgenden Tag musste ich in meiner ehemaligen Heimat mit meiner Tochter zum Jugendamt, um den Vorfall zu klĂ€ren. Dort kam es dann zum großen Drama: Mir wurde gesagt, dass Daria ins Heim kommt. Denn laut Kindesvater und Jugendamt hĂ€tte ich ja versucht, mit ihr zu fliehen. Das war fĂŒr sie die BegrĂŒndung, mir mein Kind zu nehmen.

Von einer zur anderen Sekunde wurde mir mein Kind geklaut. Ich habe sie noch einmal gesehen. Sie war ganz blass und sagte: „Mama, ich muss ins Heim. Erst wenn du und Papa euch vertragt, darf ich raus". Dann wurden mein Bekannter und ich von der Polizei aus dem Jugendamt geworfen.

Warum hat man uns das angetan?

Im Heim ging es teilweise schlimm zu. Ich durfte sie dort nie besuchen, der Vater ging dort ein und aus nach Belieben. Einmal sah ich sie bei einem sogenannten begleitetem Umgang und war erschrocken: Sie war sehr Ă€ngstlich und machte einen ungepflegten und unglĂŒcklichen Eindruck. Daria ist und bleibt traumatisiert. Was ihr angetan wurde, kann keiner mehr gut machen.

Sie schrieb einen Brief an den Richter mit der Bitte zu ihrer Mutter zurĂŒck zu dĂŒrfen. Doch das interessierte niemanden. DafĂŒr telefonierte der Richter mit dem Vormund und man kam ĂŒberein, dass man eine neue KindeswohlgefĂ€hrdung braucht, um eine BegrĂŒndung zu haben, sie im Heim zu halten.

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Ich hingegen wurde zunÀchst nicht einmal informiert, wo mein Kind ist. Die Heime, JugendÀmter und Gerichte tun, was sie wollen. Sie verdienen einen Haufen Geld mit unseren Kindern. Und keiner unternimmt etwas dagegen.

Das Jugendamt sagt zwar, dass sie erst versuchen zwischen den Eltern zu verhandeln, ihnen zu helfen. Aber in Wirklichkeit provozieren sie regelrecht die Gerichtsverhandlungen, sie handeln nicht zum Wohle des Kindes, sondern nur nach ihren Interessen - zumindest war das bei uns so.

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Vom damaligen Pressesprecher des Heimkinderverbandes habe ich sogar erfahren, dass die Amtsleiterin des Jugendamtes zu ihm gesagt hat, sie sorge dafĂŒr, dass ich mein Kind nie wieder sehe. Ich habe keine Ahnung, warum das Jugendamt so gegen mich ist. Sie fĂŒhren einen Kreuzzug gegen mich.

Mein Ex beantragte das alleinige Sorgerecht und bekam es auch. Daria musste gegen ihren Willen zu ihm, obwohl sie niemals mit ihm zusammengelebt hatte. Zu einem gewalttĂ€tigen, cholerischen Psychopathen, der Frauen verachtet und zudem noch mit einer Prostituierten zusammen ist. Ich weiß, dass der Kindesvater auch gegenĂŒber Daria gewalttĂ€tig ist, sie schlĂ€gt. Er kommt nicht mit ihr klar, sagt, sie sei krank und er wolle kein krankes Kind und sie zurĂŒckgeben. Aber das Jugendamt hat nein gesagt.

Das sind Verbrechervereine

Er hatte dem Jugendamt sogar vorgeschlagen, sie zu mir zurĂŒck zu bringen. Doch das Jugendamt erlaubte es nicht. Mittlerweile hat er seine Meinung wohl geĂ€ndert und erlaubt Daria nicht einmal, mit mir zu telefonieren.

Das Jugendamt und Oberlandesgericht interessiert das nicht. Sie sind Verbrechervereine. Genau genommen finanzieren wir JugendĂ€mter, Gerichte und Kinderheime mit unseren Steuern. Wir zahlen dafĂŒr, dass Kinder aus Familien gerissen werden.

Ich bin so verzweifelt. Weiß nicht mehr, was ich tun soll. Einen Anwalt bekomme ich nicht, da ich kein Geld dafĂŒr habe. Und kein Anwalt tut sich so einen Fall mit Prozesskostenhilfe an. Das ist viel zu viel Arbeit.

Ich fĂŒhle mich allein gelassen - vom ganzen System. Das so etwas im Jahr 2017 in Deutschland passieren kann, kann ich immer noch nicht glauben. Nachts liege ich oft wach und denke an sie. Wo sie wohl gerade ist? Was sie macht? Ob ich sie jemals wieder sehe?

Wenn ich nicht schlafen kann, schreibe ich Gedichte. Im Internet veröffentliche ich sie unter meinem Namen, in der Hoffnung, dass sie meine Worte irgendwann liest. Ich habe auch eine Seite mit ihrem Namen auf Facebook, und wir haben ein Heimkinderlied gemacht, was bei YouTube zu sehen ist. Ich will Daria damit zeigen, dass ich sie nicht vergessen haben. Dass ich sie sehr liebe und immer fĂŒr sie kĂ€mpfe.

Hey Steuerzahler, du, du und du:
Hey du Arbeiter, hör mir mal zu!
Hey SekretÀrin, Angestellte allesamt,
wisst ihr eigentlich, was abgeht hier im Land?

Da werden Kinder geklaut, verkauft und verschleppt,
ihre Eltern von Amt und Gerichten geneppt.
Fort sind die Kinder, in irgendeinem Heim,
da hilft kein Jammern, kein Klagen, kein Schrein.

Das geht mich nichts an, gibt wohl Grund dazu,
denkt ihr beruhigt, begebt euch zur Ruh.
Ihr irrt, allesamt, und hört jetzt gut zu:
Die Rechnung fĂŒrs Heim bezahlst du, du und du!

FĂŒnf- bis Zehntausend Euro im Monat pro Kind,
die Regierung locker aus ihrem StaatssÀckel nimmt.
Die Rechnung dafĂŒr wird von Steuern bezahlt,
euren Steuern, fĂŒr die ihr euch plagt.

Jedes Jahr ĂŒber neun Milliarden,
werden vom Staat in die Heime getragen,
finanzieren dort großen Kummer und Leid,
und nicht ein Kind bleibt davor gefeit.

Denn die Zahlen der Opfer steigen jÀhrlich,
da ist die Regierung mal ausnahmsweise ehrlich:
Fast zweihundert Kinder in Deutschland sind es pro Tag,
die geholt werden fĂŒr einen fetten Ertrag,
von TrÀgern, Betreibern, von Seelenschindern,
die profitieren von immer mehr unschuld'gen Kindern.

Diakonie, AWO, ASB, Caritas,
haben am Kinderhandel ganz viel Spaß,
denn sie verdienen Milliarden Euronen,
daran, dass Kinder bei ihnen wohnen,
und sitzen auch selbst in den Gremien,
die ihnen bewilligen die fetten PrÀmien.

Die Rechnung dafĂŒr - und die ist teuer,
bezahlst du, du und du von deiner Steuer.

©Kristina Becker

Das Protokoll wurde von Katharina Hoch aufgezeichnet.

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