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Chile: "Wir wollen ohne den Ballast alter Strukturen leben"

31/03/2016 11:04 CEST | Aktualisiert 01/04/2017 11:12 CEST
LUIS ACOSTA via Getty Images

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Es stimmt nicht, dass sich junge Menschen nicht für Politik interessieren, sie gehen nur anders damit um. Daher will die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) zusammen mit der Huffington Post der Frage nachgehen: Wie muss Politik für junge Menschen aussehen? Weltweit werden Experten der Konrad Adenauer Stiftung politische Initiativen und Vorgehensweisen analysieren. Wenn Sie sich an der Diskussion beteiligen möchten, schreiben Sie an Blog@huffingtonpost.de.

Sein Land habe schon bessere Zeiten erlebt, sagt Diego Calderon, Chef der jungen Christdemokraten in der Republik Chile. Wie in so vielen Ländern Lateinamerikas stehen auch dort die Regierenden in der Kritik.

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Sogar die sonst so besonnen auftretende Präsidentin und ihre Familie sind mutmaßlich in Korruption verwickelt. Der 25-jährige Jurastudent sorgt sich aber nicht nur um die Präsidentin, die nicht seiner Partei angehört, mit deren Partei seine Christdemokraten aber eine Koalition gebildet haben. Er und seine Mitstreiter sind auch nicht immer einverstanden, wie es in der Christdemokratie läuft, alte Zöpfe würde er lieber heute als morgen abschneiden.

Alte Strukturen sind zu starr


Veränderungen gehen ihm zu langsam, die Strukturen sind ihm zu starr. Seit er 15 ist, engagiert sich Diego politisch: zuerst in der Schülerabteilung der christlich-demokratischen Partei, dann als nationaler Sprecher der Studenten der Partei und heute als Präsident der Parteijugend. Bildung ist für die Jugend Pflicht, sagt Diego, deshalb hat er alles an Seminaren und Kursen mitgenommen, was geht.

Er meint aber auch, dass es nicht reicht, eine „Ausbildung und eine Meinung zu haben". „Es braucht konkrete Aktionen, um gute politische Themen voranzubringen." Deshalb saß er als Jugendvertreter bereits in mehreren Parlamentskommissionen, um die Positionen der Jugend zu vertreten.

Die Jugend müsse den Politikern klarmachen, dass die Veränderungen, die das Land heute brauche, nicht erst in 20 Jahren erfolgen dürften. "Wenn wir 30 oder 40 Jahre alt sind, wollen wir in einem Land mit mehr Gerechtigkeit und Chancengleichheit und ohne den Ballast alter Strukturen der Diktatur leben", so Diego.

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