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"Snapchat": Bilder können kursieren

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martinedoucet via Getty Images
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Mit der App "Snapchat" lassen sich Bilder und Clips versenden, die meist nach bis zu zehn Sekunden wieder verschwinden, aber dennoch kopiert und gespeichert werden können. SCHAU HIN! warnt vor dem Versenden unpassender Inhalte, die auch zu Mobbing führen können, und empfiehlt Eltern mit Kindern bestimmte Regeln zu vereinbaren.

Die App "Snapchat" ist ein Trend aus den USA und zunehmend auch bei deutschen Jugendlichen beliebt. In der Regel verschwinden damit versandte Fotos - je nach Einstellung - innerhalb von bis zu zehn Sekunden. Werden Bilder zum "Story" genannten Profil hinzugefügt sind sie bis zu 24 Stunden sichtbar.

Nutzer müssen sich bewusst sein, dass die Schnappschüsse nicht zwangsläufig entfernt werden. So können Empfänger etwa einen "Screenshot" machen. In dem Fall wird der Versender jedoch darüber benachrichtigt. Mit technischem Wissen kann man aber auch diese Meldung umgehen oder mit einem zweiten Gerät das empfangene Bild abfotografieren.

Heranwachsende können dann nicht mehr kontrollieren, wer ihre Daten sieht und wo sie zu finden sind. Außerdem werden die Daten auf Servern in den USA zwischengespeichert, in denen laxere Datenschutzbestimmungen gelten als hierzulande.

"Snapchat" ist in der gängigen Version für Nutzer ab 13 Jahren zugelassen. Melden sich Nutzer unter 13 Jahren dafür an, wird für sie ein Konto bei "SnapKidz" erstellt. Dieses speichert die Anmeldedaten nicht auf dem Server, sondern dem Endgerät. Außerdem sind die Funktionen dahingehend eingeschränkt, dass Nutzer Bilder und Videos aufnehmen, aber nicht versenden oder empfangen können. Hierin liegt jedoch der Hauptanreiz der App.

Sicherheitsregeln vereinbaren

Wichtig ist, dass Eltern, mit ihrem Kind Regeln vereinbaren, damit es Apps verantwortungsbewusst nutzt und ihm signalisieren, dass es sich bei Problemen jederzeit an sie wenden kann. Für Jugendliche gilt es genau zu überlegen, wem sie welche Inhalte senden und generell auf solche verzichten, die ihnen hinterher unangenehm sein könnten.

Zudem sind die Privatsphäreeinstellungen genau zu beachten. Hier können Nutzer einstellen, dass sie ihre Schnappschüsse nur mit Freunden teilen und auch nur von diesen Fotos erhalten möchten. störende Nutzer blockieren, indem man auf den Nutzernamen klickt und "Kontakt blockieren" anwählt. Eine Meldefunktion für ungewollte Inhalte gibt es leider nicht.

Aufmerksam sein und schnell reagieren

Die App "Snapchat" eignet sich vor allem für lustige Schnappschüsse, kann aber auch dazu genutzt werden, erotische Inhalte auszutauschen, was als "Sexting" bekannt ist. Wenn Kinder mit solchen Inhalten konfrontiert werden, sind Eltern gut beraten, die Beweise zu sichern und sich damit an eine Meldestelle wie jugendschutz.net oder die Polizei zu wenden.

Wichtig ist dabei, mit dem betroffenen Kind einen Weg zu finden, der passend ist, da es sich hier um eine sehr persönliche Situation handelt. Ist das Kind selbst der Versender, ist es wichtig ihm zu erklären, dass dies neben persönlichen Folgen auch rechtliche Konsequenzen haben kann.

Installation von Apps einschränken

Bei der Installation von Apps sind immer auch die Altersangaben zu beachten und die Angebote müssen genau geprüft werden. Grundsätzlich ist dies Aufgabe der Eltern. Denn Kinder sehen meist in erster Linie den praktischen Nutzen einer App und können noch nicht deren Folgen abschätzen. Wichtig ist deshalb auch, dass Eltern einen Schutz für mobile Geräte wie Smartphones oder Tablets aktivieren, indem sie den Zugang zum eigenen Konto im App-Shop schützen sowie technische Jugendschutz-Angebote nutzen.

SCHAU HIN! hat zu diesem Thema über den Mediencoach Kristin Langer ein Interview bei "Punkt 12" gegeben. bietet Eltern konkrete Hinweise zu Sicherheitseinstellungen für mobile Geräte. Weitere Informationen bieten zudem die Initiativen "Klicksafe" und "Handysektor".

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Der Beitrag erschien ursprünglich auf Schau Hin!

SCHAU HIN!, der Medienratgeber für Familien, veranstaltet ab sofort regelmäßig digitale Elternabende zu Fragen rund um die Medienerziehung Ihrer Kinder. Am 06.06. um 18 Uhr zu "Kinder-Apps".

Kristin Langer, Mediencoach von SCHAU HIN!, und Dr. Sigrid Fahrer, Leiterin des Entwicklungsbereichs "Digitales Lesen" bei der Stiftung Lesen, beantworten Ihre Fragen. Stellen Sie diese schon jetzt als Beitrag zu dieser Veranstaltung oder per Mail (service@schau-hin.info oder sigrid.fahrer@stiftunglesen.de).

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