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Cybermobbing - Terror im Netz

Ver├Âffentlicht: Aktualisiert:
CHILD COMPUTER FILTER
Westend61 via Getty Images
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Beleidigungen und Ausgrenzungen unter Jugendlichen im Netz stellen ein gro├čes Problem dar. Cybermobbing ist weder r├Ąumlich noch zeitlich begrenzt, Inhalte verbreiten sich extrem schnell und sind nicht kontrollierbar, da sie von Nutzern gespeichert, ver├Ąndert und an anderer Stelle erneut hochgeladen oder weiter versendet werden k├Ânnen.

Die Hemmschwelle beim Cybermobbing ist niedrig, weil die T├Ąter nicht mit der unmittelbaren Reaktion des Opfers konfrontiert werden und oft versteckt im vermeintlichen Schutz der Anonymit├Ąt handeln.

Was ist Cybermobbing?

Beim Cybermobbing werden andere dauerhaft und gezielt durch elektronische Medien beleidigt, blo├čgestellt und bedroht. ├ťber soziale Netzwerke, Websites und Videoportale oder per Handy werden beispielsweise peinliches Bildmaterial und Ger├╝chte verbreitet oder Fake-Profile angelegt.

Beitr├Ąge werden beleidigend kommentiert, ├╝ber private Kommunikationswege erhalten Opfer Beleidigungen und Bedrohungen. Auch das bewusste Ausschlie├čen z.B. aus WhatsApp-Gruppen einer Schulklasse kann hierunter gefasst werden.

Wie h├Ąufig ist Cybermobbing?

Laut JIM-Studie 2014 sind etwa 17 Prozent aller Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler, die das Internet nutzen, schon einmal von Cybermobbing betroffen gewesen. Mehr als ein Drittel (38%) kennen jemanden in ihrem Bekanntenkreis, der schon einmal ├╝ber das Handy oder Internet gemobbt wurde. Die T├Ąter stammen dabei mehrheitlich (55%) aus dem sozialen Umfeld der Schule.

Oft sind die Grenzen zwischen Betroffenen und Beteiligten flie├čend: So zeigt die Studie des B├╝ndnisses gegen Cybermobbing, dass mehr als ein Drittel der Sch├╝ler, die andere mobben, auch selbst schon gemobbt wurden.

Woran merke ich, dass mein Kind betroffen ist?

Kinder, die betroffen von Cybermobbing sind, k├Ânnen ganz unterschiedlich reagieren: Einige sind eingesch├╝chtert und ziehen sich zur├╝ck, um keine Angriffsfl├Ąche mehr zu bieten. Sie nutzen Computer und Internet weniger oder machen das Ger├Ąt sofort aus, wenn Eltern und Freunde in die N├Ąhe kommen. Andere reagieren aggressiv oder werden krank.

Thema ernst nehmen

Konflikte zwischen Heranwachsenden sind normal, schwierig wird es, wenn sie ├╝ber Beleidigungen und Abwertungen ausgetragen werden, besonders, wenn dies online geschieht. Bei Cybermobbing handelt es sich um ernstzunehmende Attacken, die oft auch seelische Verletzungen verursachen und strafbar sind.

Es ist wichtig, dass Eltern sich dar├╝ber informieren, aufmerksam sind, Verhaltensregeln im Netz besprechen und ihr Kind daf├╝r sensibilisieren, welche Folgen Mobbing haben kann und dass sie sich f├╝r andere einsetzen. Dabei hilft eine gemeinsame Haltung gegen Mobbing in der Familie und an der Schule.

Was k├Ânnen Eltern und Erziehende tun?

ÔŚĆ Vertrauensbasis schaffen: Eltern sollten gemeinsam mit ihrem Kind das Internet entdecken und ├╝ber m├Âgliche Gefahren wie Bel├Ąstigungen bereits im Vorfeld sprechen.
ÔŚĆ Unterst├╝tzung anbieten: Das Kind sollte das Gef├╝hl haben, zu jeder Zeit mit seinen Eltern ├╝ber alle Erfahrungen im Internet reden zu k├Ânnen und Unterst├╝tzung zu erhalten, damit die H├╝rde f├╝r das Kind nicht zu gro├č ist, sich anzuvertrauen.
ÔŚĆ Auf Anzeichen achten: Sensibel und verst├Ąndnisvoll auf m├Âgliche Ver├Ąnderungen des Kindes reagieren.
ÔŚĆ Gemeinsam nach L├Âsungen suchen: Falls Eltern konkrete Schritte unternehmen wollen, ist es sinnvoll, diese mit dem Kind zu besprechen und es in ihre L├Âsungsversuche einzubeziehen.
ÔŚĆ Nicht bestrafen: Ein Handy- und Internetverbot ist nicht sinnvoll. Cybermobbing ist in der Regel nicht einem Fehlverhalten des Kindes geschuldet, auch unabh├Ąngig von der eigenen Internet- und Handynutzung k├Ânnen Inhalte ├╝ber die betroffene Person ver├Âffentlicht werden.
ÔŚĆ Schule kontaktieren: Hilfreich kann es auch sein, die Schule des Kindes anzusprechen, damit Cybermobbing im Unterricht zum Thema gemacht wird.

Kind betroffen

ÔŚĆ Belege ├╝ber Screenshots (Bildschirmaufnahme) sammeln sowie alle verf├╝gbaren personenbezogenen Informationen und solche, die den Vorfall beschreiben, also etwa Namen oder Nickname (Spitznamen) der verantwortlichen Nutzer notieren.
ÔŚĆ Sind die Beteiligten bekannt, diese auffordern, die Inhalte zu entfernen. Manchmal ist den Beteiligten nicht klar, dass sie andere verletzen.
ÔŚĆ L├Âschen die T├Ąter die Inhalte nicht freiwillig, k├Ânnen Eltern dies vom Betreiber fordern, dessen Kontaktdaten ├╝ber den Hilfebereich oder das Impressum bzw. die Nutzungsbedingungen zu finden sind. Bei Plattformen k├Ânnen Nutzer auch h├Ąufig Inhalte ├╝ber einen Button melden.
ÔŚĆ Bei schweren Verst├Â├čen k├Ânnen Eltern rechtliche Schritte einleiten und die verantwortlichen Nutzer bei der Polizei zur Anzeige bringen.

Kind beteiligt

ÔŚĆ Eltern sollten mit Ihrem Kind reden und versuchen die Gr├╝nde zu ermitteln, warum es andere bel├Ąstigt, ausgrenzt oder beschimpft. Ursachen k├Ânnen Unzufriedenheit sein oder die Suche nach Anerkennung.
ÔŚĆ Lage des Opfers verdeutlichen und aufzeigen, wie unangenehm diese Rolle ist sowie Alternativen nennen, wie man mit Streitsituationen umgeht.
ÔŚĆ In vielen F├Ąllen ist es ratsam, Kontakt zu Eltern der anderen T├Ąter aus der Gruppe aufzunehmen und zu besprechen, wie das Mobbing beendet werden kann.
ÔŚĆ Stellt das Kind auch nach Aufforderung der Eltern das Mobbing nicht ein, k├Ânnen Eltern Sanktionen aussprechen, wie etwa eine Surf- oder Chatpause.

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Der Beitrag erschien urspr├╝nglich auf Schau Hin!

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Kristin Langer, Mediencoach von SCHAU HIN!, und Dr. Sigrid Fahrer, Leiterin des Entwicklungsbereichs ÔÇ×Digitales Lesen" bei der Stiftung Lesen, beantworten Ihre Fragen. Stellen Sie diese schon jetzt als Beitrag zu dieser Veranstaltung (www.facebook.com/events/1797580153796428/) oder per Mail (service@schau-hin.info oder sigrid.fahrer@stiftunglesen.de).

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