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Liebe Jugendliche - bitte emp├Ârt euch und wehrt euch!!!

Ver├Âffentlicht: Aktualisiert:
YOUNG PEOPLE DEMONSTRATION
Kacper Pempel / Reuters
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Liebe Freunde,

heute hat die Pest die Cholera besiegt. Oder meinetwegen auch umgekehrt. Die kluge Susan Sarandon sagte vor ein paar Tage der Washington Post:

"Fear of Trump is not enough for me to support Clinton, with her record of corruption."

Es ist richtig, sich dieser kranken Alternative zu entziehen, man M├ťSSE einen von zwei gef├Ąhrlichen Politikern aus einer der beiden Parteien w├Ąhlen, um "Schlimmeres" zu verhindern. Wer das kleinere ├ťbel w├Ąhlt, w├Ąhlt immer noch ein ├ťbel.

Jahrzehntelang hat der Neoliberalismus das Land gespalten in Arm und Reich und die arbeitende Bev├Âlkerung f├╝r dumm verkauft.

Wen wundert es, dass nun ein Gr├Â├čenwahnsinniger mit narzisstischer Pers├Ânlichkeitsst├Ârung, ein sp├Ąt pubertierender rassistischer Angeber, Pr├Ąsident der Vereinigten Staaten von Amerika ist? Aber h├Ątte ich weniger Angst unter einer kriegsl├╝sternen Clinton gehabt?

Ô×Ę Mehr zum Thema: Nach US-Wahl: Was ihr euren Kindern jetzt sagen m├╝sst

"Trump ist keine These. Er ist eine Antithese; die Reaktion auf eine politische Entwicklung, die von einem gro├čen Teil der Bev├Âlkerung als Fehlentwicklung angesehen wird. Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ├Ąrmer und die Mittelschicht rutscht St├╝ck f├╝r St├╝ck nach unten ab", schreibt Jens Berger in den Nachdenkseiten.

Vielleicht aber ist diese Wahl nun endlich der Ansto├č f├╝r ein anderes Amerika, f├╝r eine Revolution.

Vielleicht st├Ąrkt das Ergebnis den Sanders-Fl├╝gel bei den Demokraten?

Vielleicht kapieren die Demokraten jetzt, dass sie Sanders nicht so heimt├╝ckisch entsorgen h├Ątten sollen. F├╝r mein Gef├╝hl w├Ąre er der viel st├Ąrkere Gegner Trumps gewesen, als die der Finanz- und Kriegsindustrie h├Ârige Frau Clinton.

Vielleicht wachen nun die Linken in diesem Land wieder auf?

Vielleicht wacht nun auch die europ├Ąische Sozialdemokratie wieder auf, wenn sie sieht, wie es ausgeht, wenn man immer nur ein Prozent der Gesellschaft bedient, in den Arsch kriecht und immer reicher macht?

Die Wahl ist gelaufen, der Schock ist gro├č, aber wir d├╝rfen uns jetzt nicht in Angststarre verstecken.

Gestatten wir diesem Wahnsinn nicht, unser Herz zu l├Ąhmen. ├ťberlassen wir die dringend n├Âtige Revolution nicht den Rechten.

P.S.:
Sieht man sich die W├Ąhlergruppen an, wird einem klar, dass wieder mal die Alten ├╝ber die Zukunft der Jungen entschieden haben, wohl weil die nicht aktiv genug waren.

Liebe Jugendliche - bitte emp├Ârt euch und wehrt euch!!!
SEID UNGEHORSAM

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Wecker.de und auf Facebook.

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