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Die drei größten Lügen zum Rentenpaket der Großen Koalition

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Kurz vor der Europawahl hat die schwarz-rote Bundesregierung ihr Rentenpaket durch den Deutschen Bundestag gepeitscht. Dank der Fußball-Weltmeisterschaft ist diese Gräueltat an der jungen Generation schnell in Vergessenheit geraten. Die Rente mit 63 und die Mütterrente sind jedoch auf Sand gebaut - und die Lügen über das Rentenpaket werden die deutsche Politik früher oder später einholen.

1. Die Rente mit 63 ist eine Abkehr von der Rente mit 67

Falsch! Das Regelalter für die Rente steigt in monatlichen Schritten bis 2029 trotzdem weiter bis auf 67. Die Rente mit 63 ist teures Flickwerk zugunsten Weniger, während die breite Masse der Versicherten nicht davon profitieren wird.

2. Die Rente mit 63 schützt die Malocher

Falsch! Angeblich wollen Union und SPD jenen einen frühen Renteneintritt ermöglichen, die 45 Jahre lang hart gearbeitet und in die Rentenkasse eingezahlt haben - so weit, so richtig. Das Rentenpaket der Großen Koalition sieht aber vor, dass auch solche Zeiten darunter fallen, in denen der Versicherte gar nicht gearbeitet, sondern Arbeitslosengeld I bezogen hat. Damit ist die Rente mit 63 eine Mogelpackung.

3. Die Rentenkasse ist prall gefüllt

Falsch! Jedes Jahr überweist der Bund zwischen 80 und 90 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt in die Rentenkasse - mehr als der Bund für Straßenbau und Bildung zusammen ausgibt. Das Geld dient vor allem der Finanzierung von Aufgaben, die eigentlich nicht in die Rentenversicherung gehören - so genannte versicherungsfremde Leistungen. Mit der Mütterrente verlässt die Große Koalition diesen Grundsatz und greift direkt auf Beitragsmittel zu, obwohl diese gar nicht eingeplant waren. Im Ergebnis wird der Finanzierungsdruck für die Rentenkasse weiter steigen. Am Ende muss der Steuerzahler einspringen.