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Die Rolle der EU bei der Bekämpfung der weltweiten Marginalisierung älterer Menschen

25/02/2016 13:49 CET | Aktualisiert 25/02/2017 11:12 CET
Top Photo via Getty Images

Die Alterung schreitet weltweit voran. Mit fallenden Geburtenraten und wachsender Lebenserwartung steigt die Zahl alter Menschen in den Entwicklungs- und Industrieländern sprunghaft an. 2050 werden mehr als zwei Milliarden Menschen auf diesem Planeten über 60 Jahre alt sein und damit 21,5 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen, mehr als Kinder unter 15 Jahren. 80 Prozent dieser älteren Menschen werden dann in Entwicklungsländern leben.

Die Alterung der Bevölkerung ist ein zwangsläufiges Ergebnis erfolgreicher Entwicklungsanstrengungen, an denen die Europäische Union als weltweit größter Geber einen wichtigen Anteil hat.

Trotz dieses Erfolges spielen alte Menschen und ihre Rechte weiterhin eine geringe Rolle in internationalen Entwicklungsdebatten.

Nur einer von vier alten Menschen bezieht in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen eine Rente. Alte Menschen sind zudem mit größerer Wahrscheinlichkeit von einer Behinderung betroffen oder leiden unter Krankheiten. Sie kämpfen, damit ihre Rechte anerkannt werden und oft sind sie Opfer von Gewalt und Missbrauch in ihren Gemeinschaften.

Besonders Frauen im hohen Alter sind betroffen

Die Zahl alter Frauen übertrifft die alter Männer und sie leiden häufiger unter extremer Armut und leben länger bei schlechterer Gesundheit. Alte Frauen sind doppelt von Exklusion betroffen. Während ihres Lebens haben sie unter Benachteiligungen aufgrund ihres Geschlechts gelitten und im hohen Alter wird dies durch die Altersdiskriminierung noch verstärkt.

Es ist deshalb ein Problem, dass viele Bevölkerungsstudien, die Entwicklungsfortschritte messen sollen, nicht die gesamte Lebenszeit erfassen und alte Menschen damit unsichtbar bleiben. So endet z.B. die Datenerfassung für Gewalt gegen Frauen bei 49 Jahren. Dadurch wird ein Drittel des Lebens der Frauen vollständig ignoriert und ein Viertel der Frauen weltweit quasi ausgeschlossen.

Altersdiskriminierung ist und bleibt ein Problem

In letzter Zeit haben die Alterung und die Rechte älterer Menschen in den außenpolitischen Aktivitäten der europäischen Union mehr Aufmerksamkeit bekommen. In den Stellungnahmen der EU im Rahmen der Formulierung der globalen, nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) hat es vielfache Bezüge zu älteren Menschen und der Alterung gegeben, insbesondere im Kontext der Verpflichtung, niemanden zurückzulassen (leave no-one behind).

Mehr Bewegung und Aufmerksamkeit für die Debatte

Der Aktionsplan zu Menschenrechten und Demokratie 2015-2019 vom Juli 2015 enthält eine spezifische Aktivität zu den Rechten älterer Menschen und spiegelt damit den globalen Konsens wider, mehr in diese Richtung zu unternehmen.

Auch der neue Gender-Aktionsplan 2016-2020 enthält viele Elemente, die die besonderen Herausforderungen für Mädchen und Frauen jeden Alters aufnehmen, also auch die für ältere Frauen.

Die EU muss die volle Umsetzung der beabsichtigten Rahmenprogramme sicherstellen

2016 wird ein wichtiges Jahr, um diese Verpflichtungen voranzubringen. Die EU muss jetzt die volle Umsetzung dieser Rahmenprogramme sicherstellen und sie mit den notwendigen Ressourcen ausstatten. Die Sammlung und Nutzung von nach Alter, Geschlecht und anderen wichtigen Charakteristiken disaggregierten Daten wird diese Anstrengungen unterstützen.

Die EU muss zudem ihren großen internationalen Einfluss nutzen, um eine starke Stimme bei der Umsetzung einer Agenda 2030 zu sein, die Menschen jeden Alters weltweit einbezieht und ihnen zugutekommt.

Die Formulierung der globalen Außen- und Sicherheitspolitik der EU in diesem Jahr ist eine weitere wichtige Möglichkeit, um die Alterung als einen wichtigen Trend in einem sich schnell verändernden globalen Umfeld zu herauszustellen.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden sie auf www.helpage.de

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