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No comment! Treffen Sie Entscheidungen und bleiben Sie standhaft wie Angelina Jolie

Veröffentlicht: Aktualisiert:
ANGELINA JOLIE
Muhammad Hamed / Reuters
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„Mein Leben, meine Entscheidungen" wird Angelina Jolie in den letzten Wochen wohl häufig gedacht haben. Denn die Trennung von Brangelina - das Thema Nummer 1 in der Klatschpresse. Und nicht nur das: Jeder - vom Promi, Psychologen bis zum Paartherapeuten - hat seinen Senf dazu gegeben. Dabei ist es doch so klar: Angelina Jolie und Brad Pitt haben Ihre Entscheidungen getroffen. Was gibt es da noch zu diskutieren?

Jetzt gehören Sie vermutlich nicht zu Hollywoods Prominenz, aber sicher kennen Sie das auch: Wirklich jeder hat etwas an Ihren Entscheidungen auszusetzen und einen klugen Ratschlag parat, wie es hätte besser gehen können oder sogar müssen.

Ziehen Sie hier einen Schlussstrich! Keine Rechtfertigungen, kein Hadern mehr.

Klarheit in den Entscheidungen
Ob im Job oder im Privatleben - damit Sie sich getroffene Entscheidungen nicht von der Diskussionslust der anderen vernebeln und zerreden lassen, helfen Ihnen die folgenden drei Schritte.

Schritt 1: Bewusstsein schaffen
Machen Sie sich bewusst, dass Sie das Recht haben, Entscheidungen zu treffen. Diese Entscheidungen treffen Sie aus ganz bestimmten Gründen -entweder weil Sie die Alternativen und Konsequenzen in diesem Moment für sich so abgewogen haben oder weil Ihr Bauch und Ihre persönlichen Erfahrungen Ihnen den Weg so weisen. Das sind Ihre Entscheidungsgrundlagen in dieser Situation, die Sie vor niemandem rechtfertigen müssen. Entscheidungen treffen Sie für sich selbst, und nicht, um es anderen recht zu machen und um das zu tun, was andere von Ihnen erwarten.

Schritt 2: Altes Reaktionsschema aufdecken
Reflektieren Sie eine konkrete Situation, in der jemand anderes versucht hat, ĂĽber Ihre bereits getroffene Entscheidungen zu diskutieren und sie infrage gestellt hat.

Das können Situationen sein wie etwa: Sie haben eine Einladung von Freunden zum Essen ausgeschlagen - und sei es einfach nur, weil es Ihnen nicht wirklich reingepasst hat. Und schon fragt Ihr Freundeskreis nach dem „Warum". Oder auch mittlerweile ein Klassiker: Sie haben nicht sofort auf eine WhatsApp-Nachricht eines Freundes geantwortet, obwohl Sie zwischenzeitlich online waren und müssen sich das dann vorwerfen lassen. Vielleicht haben Sie sich auch dazu entschlossen, beruflich einen neuen Weg einzuschlagen, und schon diskutiert die halbe Familie darüber, ob das wohl richtig war.

Wenn Sie diese Situationen betrachten, fragen Sie sich, wie Sie in diesen Momenten reagiert haben. Haben Sie sich gerechtfertigt und sich auf eine Diskussion eingelassen? Haben Sie sich sogar beirren lassen und waren sich am Ende gar nicht mehr sicher, ob Sie wirklich die richtigen Entscheidungen getroffen haben?

Genau an diesen Stellen können Sie ansetzen: Machen Sie sich bewusst, dass Sie so nicht reagieren müssen und programmieren Sie Ihre über viele Lebensjahre antrainierten Reaktionsmechanismen um.

Schritt 3: Grenzen ziehen
Indem Sie sich nun überlegen, wie Sie das nächste Mal in so einer Situationen reagieren wollen, um deutlich eine Grenze zwischen Ihren „Kritikern" und Ihren Entscheidungen zu ziehen. Der Schlüssel hierzu: Bleiben Sie bei sich.

Würden Sie jetzt zurückschlagen und versuchen, dem anderen den Spiegel vorzuhalten, würden Sie Fronten aufmachen und sich in die gleiche Rolle wie Ihr Gegenüber stürzen - also genau in die Rolle, die Sie keinem Menschen in Ihrem Leben einräumen möchten. Statt also zum Beispiel zu sagen: „Ich finde, dass du auch nicht immer die richtigen Entscheidungen triffst."; antworten Sie besser klipp und klar: „Ich weiß, du möchtest mir einen gut gemeinten Ratschlag geben. Ich weiß deine Sorge zu schätzen. Ich habe aber nicht darum gebeten und ich möchte auch nicht über meine Entscheidung diskutieren."

Je öfter Sie sich genau vorstellen, wie Sie in einer künftigen Situation reagieren wollen, desto mehr geht dieses Reaktionsmuster in Ihr Unterbewusstsein über. So wappnen Sie sich für den nächsten Angriff der gut gemeinten Ratschläge - denn was Ihr Unterbewusstsein gelernt hat, können Sie selbst in einer hitzigen Diskussion oder emotionalen Situation wieder abrufen.

Ihr Leben - Ihre Entscheidungen
Zugegeben, ich persönlich bin da manchmal schon extrem. Das liegt einfach daran, dass ich sehr egoistisch sein kann, wenn es um meine Zeit, meine Entscheidungen und mein Leben geht. Wenn Menschen versuchen, mit mir darüber zu diskutieren, kann es schon einmal vorkommen, dass ich sage: „Warum glaubst du, dass ich mit dir darüber diskutieren sollte?" Die light-Version gibt es aber auch bei mir: Dann lächle ich einfach freundlich, bedanke mich für die gute Absicht, stelle klar, dass meine Entscheidung getroffen ist und wechsle geschickt das Thema.

Wie Sie es auch immer verpacken, die Botschaft sollte sein: Mein Leben, meine Entscheidungen. Bleiben Sie dabei immer höflich und wertschätzend, damit Sie Ihre Freunde und Ihre Familie nicht vor den Kopf stoßen. Aber lassen Sie sich auf keine Rechtfertigung ein.

Ziehen Sie deutlich einen Kreis um sich, in den andere mit Ihren Meinungen nicht eintreten dürfen - es sei denn Sie geben Ihr Einverständnis dazu. Die Folge daraus wird sein, dass Sie mehr Klarheit in Ihren Entscheidungen haben: Sie leben deutlich selbstbestimmter.

Lassen Sie sich nicht beirren und machen Sie es wie Angelina Jolie: Treffen Sie Ihre Entscheidungen und gehen Sie auf Kommentare gar nicht ein. Sie haben Ihre Gründe, die Außenstehende gar nicht einsehen können.

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