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Die zehn wichtigsten Minuten am Tag Ihrer Kinder

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Der Alltag von Kindern besteht nicht nur aus Glücksgefühlen. Alle Kinder haben Momente, in denen sie niedergeschlagen sind, in denen sie entmutigt sind und Selbstzweifel haben. In jeder Familie gibt es Ärger und Missverständnisse.

Im Normalfall erholen sich Kinder von diesen Momenten. Ob mit unserer Hilfe oder aus eigener Kraft.

Viel zu häufig aber erholen sich Kinder aber nicht schnell genug. Schmerzhafte Gefühle hallen länger nach als sie sollten. Das setzt Teufelskreise in Bewegung, und negative Gefühle führen zu negativen Einstellungen und schlechtem Verhalten. Kritik und Strafen führen zu Wut, Geheimniskrämerei und Zurückgezogenheit; und das wiederum führt zu mehr Kritik; und so weiter, und so fort.

Viele Jahre zuvor erklärte mir das ein zehn Jahre alter Junge. Wir unterhielten uns über seine ständigen Diskussionen mit seiner Mutter: „Wenn ich ihre Regeln nicht mag, sage ich etwas. Meine Mutter denkt dann, dass ich frech bin. Dann nimmt sie mir etwas weg, und das macht mich wütend. Und das bleibt dann in mir - und sie denkt, dass ich immer wütend bin. Es ist ein riesiger Teufelskreis... Später entschuldige ich mich dann, aber sie ist immer noch sauer."

Unsere Aufgabe als Eltern ist es, diese Momente zu erkennen und sie zu lösen.

Für Kinder ist das eine unschätzbar wertvolle Erfahrung. Sie lernen, auch wenn es nicht immer einfach ist, das Momente der Angst, Traurigkeit und Wut wieder geheilt werden können. Enttäuschungen sind Enttäuschungen und keine Katastrophen - und negative Erfahrungen bleiben niemals für immer.

Nun haben wir den Wegweiser zur emotionalen Reife entdeckt. In diesen Momenten beginnen Kinder, eine ausgeglichene weniger alles-oder-nichts Perspektive auf Enttäuschungen und Frust in ihrem Leben zu entwickeln. Das Ergebnis: Kinder haben ihre Emotionen besser im Griff - sie werden weniger dringend Gefühle nach außen tragen wollen und werden konstruktiver darüber nachdenken, wie sie ihre Probleme lösen können.

Das senkt auch die Stresshormone und andere, durch Stress ausgelöste Reaktionen, die, wenn sie lange andauern, dass Kinder krank machen und die emotionale Gesundheit zerstören.

Ich empfehle deswegen, dass Eltern viel häufiger ihre Kinder zur Seite nehmen, täglich (vielleicht zehn Minuten während der Zubettgeh-Zeit), sodass Kinder und Eltern mehr Zeit haben, Konflikte und Enttäuschungen aufzuarbeiten. Das sind vielleicht die zehn wichtigsten zehn Minuten im Leben eines Kindes.

In diesen täglichen Unterhaltungen sollten wir unsere Kinder fragen, ob ihnen vielleicht etwas auf der Seele brennt - vielleicht Probleme in der Schule, Ärger oder Zukunftsängste. Wenn Eltern Konflikte mit ihren Kindern haben, ist es extrem wichtig, dass wir das Gespräch suchen. Wir müssen uns anstrengen, unsere Kinder zu verstehen und ihnen zuzuhören, um Kritik richtig zu verstehen. Diskutieren und Probleme lösen können wir später. Wichtig ist, niemals wütend zu bleiben.

Ich kann Eltern nur ermutigen, Verantwortung für ihre eigenen Emotionen Reaktionen zu übernehmen, ihre Fehler einzugestehen und, wenn es angebracht ist, sich auch bei ihren Kindern zu entschuldigen. (Wir können zum Beispiel sagen: „Ich weiß, dass ich sehr böse auf dich war. Vielleicht war ich zu böse.")

Manche Eltern haben Bedenken, dass eine Entschuldigung bei ihren Kindern vielleicht dazu führt, dass sie an Autorität verlieren. Diese Angst ist verständlich, aber unbegründet. Unsere Entschuldigung entschuldigt nicht das Verhalten der Kinder. („Trotz allem solltest du nicht deine Schwester schlagen.")

Ich denke, wenn Eltern von sich aus Dinge wieder gut machen und eine Entschuldigung anbieten, haben sie eine wichtige Lektion in Sachen zwischenmenschlicher Beziehungen erteilt und erlange so Autorität gegenüber ihren Kindern - weil Autorität immer auf Respekt baut. Vielleicht wissen Sie in solchen Momenten nicht immer, was sie sagen sollten. Aber der gute Wille an sich ist wichtig..

Geduldiges Zuhören gewinnt viel zu wenig Aufmerksamkeit in der Debatte um gute Erziehung. Es gibt aber meines Wissens nichts wichtigeres als das und nichts, das für Eltern wichtiger sein könnte als die emotionale Gesundheit ihrer Kinder - und ein erfolgreiches Leben für sie.


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