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Was es heißt, mit einer Frau zusammen zu sein, die lange allein war

Veröffentlicht: Aktualisiert:
WOMEN IN BED
iStock/ Maciej Laska
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Eine Frau, die es gewohnt ist, auf sich alleine gestellt zu sein, ist anders als jede andere Frau, die du je lieben wirst. So viel steht fest. Sie ist die härteste Nuss, die du zu knacken hast und ihre Mauern sind himmelhoch gebaut.

Denn lange waren sie nur das: ihre Mauern.

Sie sind ein Teil der Welt, die sie sich ganz alleine aufgebaut hat. Und ja, auch wenn sie teils ein Schutzwall sind, so sind sie doch auch eine Quelle ihrer Identität. Sie sind die alles umschließende Hülle eines Ortes, den sie sich gebaut hat.

Ein Leben, das sie sich erschaffen hat, eine Welt, die nur ihr gehört. Diese Mauern schützen sie, halten sie sicher am Leben, sie sind ganz einfach auch das Einzige, das sie kennt.

Platz für eine weitere Person zu schaffen, wird schwierig für sie werden. Eine Herausforderung.

Eine Frau, die es gewohnt ist, auf sich alleine gestellt zu sein, wird wahrscheinlich zu irgendeinem Zeitpunkt sagen, dass sie "dich nicht braucht". Sie wird Variationen von "das kann ich alleine" und "mach dir darüber keine Gedanken" oder "ich packe das schon" so oft von sich geben, dass es sich wie eine kaputte Schallplatte anhört.

Und bis zu einem gewissen Grad stimmt das auch. Wahrscheinlich kann sie das alles alleine, du musst dir keine Sorgen machen, sie packt das schon.

Aber nur, weil sie es alleine kann, nur weil sie dich wahrscheinlich nicht braucht, heißt das nicht, dass sie dich nicht will.

Nur weil sie es kann, heißt das nicht, dass sie nicht will, dass du ihr dabei zusiehst, wie sie die Sache deichselt.

Nur weil sie die Straße alleine entlang laufen kann, heißt das nicht, dass sie dich nicht gerne an ihrer Seite hätte.

Das alleine sein wird nach einer Weile zu einem sicheren Ort.

Es stellt sich eine Verlässlichkeit ein, wenn man nur sich selbst gegenüber Rechenschaft schuldig ist - sich nur um sich selbst kümmern muss. Auch wenn das manchmal einsam ist, so ist es doch eine sanfte Einsamkeit. Eine Einsamkeit, an die man sich gewöhnt und die fast schön ist.

Wenn nun jemand anderes dazu kommt und diese Welt und diese Einsamkeit auf den Kopf stellt, dann ist das verwirrend.

Es stellt nicht nur ihre Welt auf den Kopf, es bringt auch ihre ganze Routine durcheinander - alles, was sie kennt.

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Es kommt eine Zeit der Anpassung.

Ebbe und Flut, ein Geben und Nehmen. Sie wird Angst haben. Nicht nur, weil sie dich zögerlich in ihre Welt lässt, dich die Wände erklimmen lässt, dich in ein Leben einlädt, das zuvor nur ihr gehörte.

Es ist auch die Angst, dass sie sich alleine nicht mehr wohlfühlen wird, nachdem sie dich in ihre Welt gelassen und dir vertraut hat. Dass sie sich nur noch in deiner Gesellschaft wohlfühlen wird.

Und die Angst, sich in der Gesellschaft eines anderen Menschen wohlzufühlen, ist: "Was tue ich, wenn mich dieser Mensch verlässt?"

Wenn du eine Frau liebst, die es gewohnt ist, auf sich alleine gestellt zu sein, dann liebst du eine Frau, die Angst davor hat, dass Alleinsein irgendwann wieder neu lernen zu müssen. Du sagst: "Bitte lass' mich rein!" Sie sagt: "Bitte geh nicht weg!"

Es liegt eine Ruhe im Alleinsein, wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat.

Aber diese Gewöhnung ist oft ein harter Kampf, eine schwierige Reise, und immer ist da die Furcht, es vielleicht noch einmal durchstehen zu müssen.

Wenn du also eine Frau liebst, die es gewohnt war, auf sich alleine gestellt zu sein, dann sei bitte darauf vorbereitet, ihre Hand zu halten, wenn sie sagt "ich kann das" und antworte mit "aber ich kann dir helfen!"

Sei darauf vorbereitet, mehr über ihr Leben zu lernen, ihre Welt. Respektiere es und sei gleichzeitig ein Teil davon.

Sei bereit, ihre Schutzmauern zu erklimmen und ihr Herz zu erobern.

Sei darauf vorbereitet, dir keine Gedanken darüber zu machen, was außerhalb dieser Mauern passiert.

Wenn du das tust, wenn du das wirklich tust, dann ist sie bereit dafür, dich nie wieder gehen zu lassen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf thoughtcatalogue.com und wurde von Cornelia Lüttmann aus dem Englischen übersetzt.

Kendra Sydral ist Kurator bei Quote Catalog und Autor bei Thought Catalog.

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