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Gestatten: Typischer Ehemann

10/05/2016 12:13 CEST | Aktualisiert 12/05/2017 11:12 CEST

Oder: Kurzer Leitfaden, was Sie vor der Hochzeit noch schnell wissen müssen über seine artgerechte Haltung, Fellpflege, Lieblingseinstreu usw.

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Bei Amazon gibt es ein Büchlein, das heißt: Mein kleiner Freund, der Wellensittich. Es verspricht praktische Tipps für das Zähmen der kleinen Piepmätze.

So was Ratgebermäßiges braucht es natürlich auch zur Hand, wenn Sie sich statt eines Wellensittichs für einen Ehemann entschieden haben, die Anschaffung unmittelbar bevorsteht und Sie jetzt noch mal eine schnelle mentale Konditionierung wünschen, bevor Ihnen der Standesbeamte in Form der Eheurkunde die Halterpapiere überreicht.

Hier die wichtigsten Infos in Kürze:

  • Der deutsche Durchschnitts-Ehemann trinkt jeden Tag zwei Bier und hat jeden dritten Tag Sex - meist mit der eigenen Frau. Hat irgendein Experte herausgefunden.
  • Dein Mann ist, wenn du ihn fragst, immer 1,78 Meter groß, wenn nicht sogar 1,83 Meter. Niemals 1,65 Meter. Auch nicht, wenn er aussieht, als hätte man ihm beim Spargelstechen aus Versehen mit aus der Erde gezogen.
  • Vergiss das nicht. Alles andere würde ihn kränken.
  • Einen Mann musst du auch niemals fragen, wie alt er ist. Du erkennst sein Alter stets an der Hose.

- Bis zwölf sitzt sie unterhalb der Taille,

- rutscht dann mit einsetzender Pubertät weiter nach unten,

- um mit 16 ihr All-time-low unterhalb der Hüften zu finden,

- arbeitet sich dann wieder nach oben, schafft bis spätestens 36 die Taille,

- wandert dann weiter und weiter, um mit knapp 57 für immer die Achseln zu erreichen (hat die Umfrage eines britischen Kaufhauses unter tausend Männern ergeben).

  • Sein Fell trägt der Mann wie folgt: Wenig bis nix auf dem Kopf, da quasi ab der Geburt in der Mauser. Siehe Prinz William von England. Dafür vogelspinnenartige Behaarung auf Beinen, Armen, Fingerknöcheln, Schultern, Rücken, Zehen, Spann, in Bauchnabel, Nasenlöchern, Gehörgängen. Doch Wissenschaftler der Uni Sheffield sagen: Das Grauen hat einen Grund; die Natur erfand Männerbehaarung, um uns Frauen zu helfen, den gesündesten Papi für unsere Kinder zu finden. Ganz ohne Blutabnehmen und Röntgengerät.

Denn: In Fell hält sich Männermoschus besonders gut; die einzelnen Haare agieren wie die Duftsticks in Raumparfüm-Fläschchen, verdunsten nach und nach Sex-Lockstoffe, sogenannte Pheromone. Pheromone sind Hormone, die durch die Luftschweben, heimlich die Nase der Frau entern und dort eine Art DNA-Werbebroschüre des Mannes überreichen. Einige Wissenschaftler sprechen sogar von einem »Anschlag auf den freien Willen«. Kann also gut sein, dass dir plötzlich eine innere Stimme souffliert: Wow, was für ein Hammer-Typ!, obwohl Haare am Steiß bislang nicht so dein Fall waren.

Und stark behaarte Männer haben einen weiteren Vorteil: Sie haben weniger Probleme mit Bettwanzen. Im Labor-versuch konnte nachgewiesen werden: Auf behaarter Haut benötigten die kleinen Blutsauger deutlich länger, um eine schicke Stelle zum Picknicken zu finden. Auch spüren behaarte Versuchspersonen das Krabbeln viel eher.

  • Ein artgerecht gehaltener Ehemann kann bis zu 80 Jahre alt werden. Eine große Verantwortung. Neben der klassischen Gehege-Einstreu (Bett, Couch, Fernseher, Kühlschrank und eine gut gefüllte Schublade mit Medikamenten gegen Männerschnupfen) braucht er für sein Gedeihen: Sex. In einer Studie an Paaren, die 20 Jahre und länger verheiratet waren, zeigt sich: Fleischfresser bleiben Fleischfresser.

    Den meisten Langzeit-Ehemännern reicht ihre Sex-Ration nicht, während die meisten Langzeit-Ehefrauen durchaus zufrieden sind. Langzeit-Ehefrauen sind eher unzufrieden über das, was sie außerhalb des Schlafzimmers vermissen: Zärtlichkeit. Mit der Konsequenz: Während der Mann unzufrieden ist mit dem Schlafzimmer, ist die Frau unzufrieden mit dem ganzen Mann. Die Frau denkt: Erst Zärtlichkeit, dann Sex.

    Der Mann denkt: Sex ist Zärtlichkeit. Diesen Teufelskreis musst du durchbrechen. Schmuse mit deinem Ehemann, sooft er will. Denke daran, er ist ein Mann. Genau deswegen hast du ihn dir zugelegt. Sonst hätte es auch ein Leguan getan oder ein Chinchilla.

  • Jeder Ehemann ist anders: Es gibt clevere Exemplare, die schnell kapieren, wann Frauchen sauer ist. Und dusselige Modelle, die etwas länger brauchen. Dennoch, sage dir immer: Es liegt in der Natur deines Mannes, dich glücklich zu machen. Wissenschaftler der State University of New York at Albany und der Universität Liverpool haben nämlich heraus gefunden: Was die tibetische Goji-Beere in der Küche, das ist das Sperma in der Liebe: Eine wahre Wunderpille, die happy und fit macht.

    Verantwortlich: das reichlich enthaltene Glückshormon Endorphin, die Antistresshormone Serotonin, Prolaktin, Estrogen sowie die Aufputschmittel Vasopressin, Dopamin und Noradrenalin. Frauen, die ohne Kondom mit ihrem Partner schlafen, sind deutlich seltener depressiv. (Fehlen jetzt nur noch Plätzchenrezepte in der Brigitte, die all dem Rechnung tragen.)

  • Und wenn's trotz artgerechter Haltung mal hakeln sollte mit deinem Zweibeiner, habe drei Mantren:

Mantra 1:Was ein normal veranlagter Ehemann ist, der redet nicht, und der hört nicht zu. Denn: Vier von fünf Männern werden mindestens einmal im Leben heiraten, sagt die Statistik. Diese hohe Zahl ist nur so erklärbar, dass sich diese Männer vorher niemals mit anderen Männern ausgetauscht haben darüber, was für harte Zeiten da kommen werden. Und wenn ja, hatten sie Tomaten auf den Ohren.

Mantra 2: Nicht immer ist das, was dann kommt, besser. Eine Studie unter 2300 Kindern in Indien ergab: drei von 100, die barfuß gehen, kriegen Plattfüße. Mit Schuhen an? Sogar 13 von 100. Deswegen: Lass ihn doch beim Suppe essen mit dem Löffel gegen die Zähne klappern. Weiß DU, wie das aussieht, wenn er hübsch isst?

Mantra 3:Wir Frauen ticken auch nicht ganz gescheit! Eine amerikanische Studie fand heraus: Durchschnittlich acht von 63 Jahren unseres Lebens verbringen wir mit Einkaufen. Und 76 Tage mit Wühlen in der Handtasche.

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem Buch Das muss Liebe sein - 54 1/2 Pflegetipps für die glückliche Ehe

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Bastei Lübbe

ISBN: 978-3-431-03946-7

Erscheinungsdatum: 13.05.2016

Katja Kessler, 1969 in Kiel geboren, studierte Zahnmedizin in Hamburg. Thema ihrer Doktorarbeit: Eisenaufladung und Antioxidantien-Status bei Patienten mit homozygoter Beta-Thalassämie. Heute schreibt sie Bücher über das viel kompliziertere Thema: Mann und Frau. Zu ihren Bestsellern zählen: Frag mich Schatz, ich weiß es besser! Dieter Bohlens Nichts als die Wahrheit, Silicon Wahnsinn und das Mami Buch, das in dreizehn Sprachen übersetzt wurde.

Kessler lebt mit Mann und vier Kindern in Potsdam. Für Ihre Arbeiten wurde Sie u.a. mit Goldener Feder, Preis für Lebensfreude und Leading Ladies Award ausgezeichnet.

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