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Empathie kann weh tun: Lernen auf sich selbst zu achten

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Adam Hester via Getty Images
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Es ist okay traurig zu sein. Es ist okay zu weinen. Weil es nicht richtig ist immer stark zu sein. Niemand kann immer gut drauf sein und strahlen wie ein Honigkuchenpferd.

Ich wei├č, dass Traurigkeit nichts mit St├Ąrke zu tun hat und trotzdem f├Ąllt es mir immer wieder schwer das einzugestehen. Ich bin ein Meister darin mich nach au├čen hin stark oder gefasst oder einfach nicht traurig zu zeigen und das macht mich zur "Ich kann mich bei dir ausweinen"- Freundin.

Ich wage zu behaupten ich sei innerlich stark - Resilienz wird das in der Psychologie genannt. Und ich merke immer wieder mein Bed├╝rfnis anderen helfen zu wollen und mein Wunsch und Wille oder vielleicht sogar die feste ├ťberzeugung es zu k├Ânnen, tut mir nicht gut.

"Ich bin ein Magnet, der andere mit ihren Problemen anzieht"

Ich habe gelernt, dass meine Empathie mir weh tun kann. Ich bin ein Magnet, der andere mit ihren Problemen anzieht. Als w├╝rde ich ein Schild auf der Stirn tragen: Hast du Probleme? Lade sie bei mir ab. Doch das ist keine Einladung. Nein! Ich will das nicht h├Âren. Ich kann das gerade nicht. Doch auch, wenn ich das manchmal gerne sagen w├╝rde, das schaffe ich (noch) nicht.

Ich habe gelernt, dass nicht jeder auf sich aufpassen kann. Nicht jeder ist gl├╝cklich. Nicht jeder ist gesund. Und nicht jeder ist zuversichtlich. Und leider will auch nicht jeder gerne Leben. Auch, wenn das f├╝r mich sehr unlogisch, falsch und unverst├Ąndlich scheint. Leider ist das so... Und ich musste lernen, dass es nicht meine Aufgabe ist Lebensretter zu spielen.

Denn letztendlich muss sich jeder selber helfen und sein Leben in den Griff kriegen oder Hilfe suchen. Aber, du kannst nicht f├╝r jeden den Helden spielen. Sei lieber dein eigener. Du kannst nicht wie ein Psychologe medizinische, verhaltenstherapeutische oder tiefenpsychologische Ratschl├Ąge, Hilfestellung geben. Das ist auch nicht deine Aufgabe.

Wenn die Probleme anderer zu den eigenen werden

Ja, es ist okay f├╝r jemanden da zu sein. Es ist okay ├╝ber seine Grenzen zu gehen. Doch irgendwann merkst du, das wird dich nicht gl├╝cklicher machen. Irgendwann schaffst du es nicht mehr zwischen all den Problemen der anderen, den Weg zu dir zu finden. Und dann biegst du vielleicht zu sp├Ąt ab und verpasst deine Chance.

Ich habe gelernt, dass nur, weil ich gut zu h├Âren kann und empathisch bin, dass das andere nicht genau so gut k├Ânnen. Ich habe gelernt, dass du Hilfe und ein Ohr einfordern musst und auch darfst.

Nicht jeder ist so einf├╝hlsam und merkt an deinem ÔÇ×Bei mir ist alles okay." Dass okay eigentlich eher beschissen, hei├čt. Es ist deine eigene Aufgabe zu zeigen oder auch zu sagen, was du willst und, was du brauchst. Denn jeder Mensch ist anders und das ist auch gut so und manche brauchen vielleicht l├Ąnger etwas zu merken, aber dann sag es ihnen einmal mehr.

Lernen, auf sich selbst zu achten

Ich habe viel gelernt und das war f├╝r mich wirklich nicht so leicht, aber ich will auch noch viel lernen und muss auch noch einiges lernen (m├╝ssen).

Ich muss lernen auf mich selbst zu achten. Meine Antennen, die nach au├čen gerichtet sind um die Sorgen anderer zu h├Âren, die muss ich auf mich richten.

Ich kann und muss mich besser um mich selber k├╝mmern. Damit ich gl├╝cklich werde. Nat├╝rlich bin ich froh, wenn ich anderen helfen kann. Aber das ist keine gute Strategie immer anderen helfen, kann auch belastend sein.

Sich selbst gut kennen und einsch├Ątzen k├Ânnen, ist wichtig, man kann nicht immer ├╝ber seine Grenzen gehen. Und so versuche ich immer wieder Tag f├╝r Tag drauf zu achten,... doch das alles klingt nach stummen Ausrufezeichen, nach halb ernst gemeinten Ausrufen. Und leider ist es auch genau das f├╝r mich.

Ich muss lernen, Nein zu sagen

Immer wieder falle ich in meine alten Muster. Ich bin ersch├Âpft und h├Âre nicht auf meinen K├Ârper, mache dies und das und schaffe es nicht Nein zu sagen. Immer wieder ertappe ich mich dabei wie ich etwas ganz Anderes denke und f├╝hle als ich sage.

Ich habe doch einen Mund um meine Meinung zu sagen. Ich habe einen Kopf und ein Gehirn, was denkt und trotzdem nutze ich meinen Verstand nicht, um andere nicht zu verletzten. Aber die Grenze vom m├Âglichen zum unm├Âglichen von bitten und ausbeuten und nicht wollen und trotzdem tun ist bei mir flie├čend.

Ich will noch so viel lernen. Ich will Nein denken und Nein sagen und mal voll dahinterstehen. Ich will mich so entscheiden wie ich es f├╝r richtig halte und nicht, was die anderen meinen. Und ich will mich am besten kenne und f├╝r mich alleine sorgen und mein Held sein. Und ich glaube, irgendwann... da schaffe ich das auch. Zum Beispiel jetzt.

Fang an an dich zu glauben. Fang an zu sagen, was du zu sagen hast. Fang an dich gl├╝cklich zu machen. Lern mal dich selbst einzusch├Ątzen und das tun, was du willst. Am besten jetzt.

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