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Liebe Eltern, hört auf euer Herz und euren Verstand

22/03/2016 12:53 CET | Aktualisiert 23/03/2017 10:12 CET
Thanasis Zovoilis via Getty Images

Natürlich ist es toll, wenn man Fragen stellen, sich mit Gleichgesinnten austauschen, sich überall und ganz schnell Hilfe und Rat holen kann.

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Gerade wenn man das erste Mal ein Kind bekommt, hat man ja eben tausend Fragen und ist unsicher, ob man denn um Himmelswillen auch alles richtig macht.

Doch wer sagt uns denn, was richtig ist?

Die Erziehungs-Gurus?

Die Freunde?

Die eigenen Eltern?

Die Mütterberaterin?

Der Kinderarzt?

Oder die Community?

Wo findet man denn die Erziehungswahrheit?

In Mamagruppen auf Facebook?

In Elternblogs?

In schlauen Erziehungsbüchern?

In Elternforen oder auf Spielplätzen?

Wenn ein Kind auf die Welt kommt, dann beginnt eine ganz außergewöhnliche Reise. Man empfindet Gefühle, die man vorher nie empfunden hat.

Man entwickelt Ängste und Sorgen, die bis dahin unbekannt waren. Man stößt an Grenzen, die man nicht für möglich gehalten hätte und man spürt eine Freude und eine Dankbarkeit, die außergewöhnlich ist.

Man wächst mit der Aufgabe.

Man wächst in diese Aufgabe hinein und man wächst mit ihr und durch sie.

Dinge, die am Anfang viel Zeit und Kraft gekostet haben, gehen einem plötzlich ganz leicht von der Hand, weil man sie ausprobiert und einfach den gesunden Menschenverstand eingeschaltet hat.

„Was zieht man seinem Kind im Sommer an, wenn es heiß ist?"

„Mein Kind mag keinen Brei mehr essen, soll ich ihm denn jetzt Sachen vom Tisch anbieten?"

„Mein Kleiner ist schon um 19 Uhr müde. Soll ich ihn um die Zeit schon ins Bett bringen?"

„Meine dreijährige Tochter möchte am liebsten den ganzen Tag nur TV schauen. Soll ich sie lassen?"

„Mein Kind schwitzt in der Nacht immer so. Soll ich es trotzdem mit der dicken Daunendecke zudecken?"

Ich bin immer wieder erstaunt, wie wenig Vertrauen Eltern in ihre eigenen Fähigkeiten haben.

Probiert es doch einfach aus!

Zieht den Kindern einen Body an, fühlt die Temperatur im Nacken, beobachtet eure Kids, bleibt flexibel. Nicht alles, was heute gilt, gilt morgen noch genau gleich.

Achtet auf besondere Anzeichen, hört ihnen zu, sprecht mit ihnen, seid wachsam, lasst sie viele Dinge selber tun und vor allem:

Hört auf euer Herz und auf euren Verstand!

Überdenkt immer mal wieder eure eigenen Entscheidungen und Werte und kommentiert und kritisiert nicht ständig die der anderen.

Manchmal erscheint vielleicht etwas auf den ersten Blick unmöglich, unsinnig oder unverständlich. Man sieht aber jeweils nur einen kleinen Teil der Situation oder des Alltags der anderen Person.

Ja, Eltern dürfen auch Fehler machen.

Man darf Ansichten und Meinungen revidieren, man darf auch mal etwas ausprobieren und dann merken: „Och nee. Das hat jetzt überhaupt nicht funktioniert. Das tut meinem Kind nicht gut. Das tut mir nicht gut."

Eltern sein heißt:

sich weiterentwickeln, aus Fehlern lernen, offen sein, sich etwas zutrauen, die Bedürfnisse der Kinder ernst nehmen, aber auch seine eigenen Bedürfnisse nicht aus den Augen verlieren.

Eltern sein heißt aber auch, dass man nicht alles weiß und nicht alles wissen muss. Man wächst mit dieser Aufgabe, man fällt aber auch manchmal hin und steht dann einfach wieder auf und probiert es einfach wieder.

Und wieder.

Und wieder.

Nicht die anderen wissen, wie es sein muss.

Ihr allein entscheidet. Und das gelingt am besten, wenn ihr euch etwas zutraut.

Probiert einfach mal wieder etwas aus, macht eure eigenen Erfahrungen, legt das Smartphone weg.

Versucht eure vielen Fragen ab und zu auch mal selber zu beantworten, indem ihr einfach mit euren Kindern zusammen seid, sie beobachtet und einfach mal das tut, was ihr tun würdet, wenn es kein Facebook und Co. geben würde.

Lasst euch nicht von anderen Meinungen verunsichern. Bleibt offen für Inputs und Tipps, aber hört wieder ein bisschen mehr auf euer Herz und euren gesunden Menschenverstand.

Den genau der hilft euch, das Richtige zu tun.

Das „Richtige" für euch persönlich, eure Kinder und eure Familie.

Dieser Blog erschien ursprünglich bei Elternplanet.

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