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Neue Männer braucht die Personalberatung

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MAN WORK
Thomas Barwick via Getty Images
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Eine Studie der Hochschule München belegt, was in der Praxis schon längst kein Geheimnis mehr ist: Dem Bereich Human Ressources fehlt es an Männern. Und zwar deutlich. Allein in den konsekutiven HR-Masterstudiengängen sind Männer nur mit einem Anteil von rund 20 Prozent vertreten.

Und auch unabhängig von den akademischen Voraussetzungen bewerben sich auf Headhunting-Jobs in der Mehrzahl Frauen - kaum Männer. Deren Interesse gilt eher den Jobs im Bereich der HR-Strategie, beziehungsweise der Personalführung auf Vorstandesebene.

Und auf Seite der Recruiter bewerben sich Männer meist nur bei großen Personalberatungen mit entsprechend hohem Renommee. Das macht sich gut im Lebenslauf und soll den Weg für die weitere Karriere ebnen.

Alles klare Indizien dafür, dass der Job des Headhunters zu häufig eklatant unterschätzt wird. Das gängige Bild von Berufen im Personalwesen ist das eines klassischen "Frauenjobs", in dem Personaler vor allem mit Menschen arbeiten und mit Soft Skills überzeugen. Eigenschaften, die Frauen im Beruf häufig wichtiger sind als Männern.

Großes Maß an persönlichem Interesse

Doch tatsächlich wird von einem Headhunter viel mehr als nur ein Gespür für Menschen verlangt. Um gute Kandidaten für eine ausgeschriebene Stelle zu vermitteln, muss ein Personalberater seinen Kunden und das Unternehmen sehr gut kennen und verstehen.

Deshalb sind strategische Marktanalysen und ein umfassendes Verständnis des Geschäftsmodells und des Produktes das Handwerkszeug, auf das es im HR-Bereich tatsächlich ankommt.

In Zeiten der Digitalisierung kommt noch hinzu, dass es um komplexe Themen, wie zum Beispiel Data Analytics oder Blockchain, geht und Fachwissen zu unterschiedlichen Programmierungssprachen ebenfalls auf der Haben-Liste des Personalers stehen muss.

Das setzt ein großes Maß an persönlichem Interesse voraus - und das findet man sonst in der Praxis eigentlich häufiger bei Männern als bei Frauen.

Wenn also ein Missverhältnis zwischen dem allgemeinen Bild und dem tatsächlichen Profil eines HR-Beraters besteht, dann ist die Branche selbst gefragt, dieses zu korrigieren. Dazu gehört neben einer klaren Kommunikation der Anforderungen auch die Offenheit gegenüber Quereinsteigern.

Job-Profile besser kommunizieren

Für den Job als Personalberater kann zum Beispiel IT- und Beratungs-Knowhow viel wichtiger sein, als das Wissen um HR-Prozesse oder das korrekte Aufsetzen eines Profilanalysetests. Das sind Aufgaben, die auch Neu- oder Quereinsteiger relativ schnell erlernen können. Digital-Kompetenz und persönliches Interesse an der Thematik hingegen lassen sich nicht über Nacht aufbauen.

Aber was tun, wenn das "starke Geschlecht" in den HR-Abteilungen so rar gesät ist? Eine Quote wird kaum Erfolg bringen. Denn es ist ja nicht so, dass Männer in der Personalberatung unerwünscht wären.

Es gibt sie nur zu selten! Der Auftrag an die Branche muss also klar lauten: Job-Profile besser kommunizieren und Arbeitsplätze für Männer attraktiver gestalten (und wenn's nur der Live-Ticker zur Fußball-EM ist).

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