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Headhunter im digitalen Wandel

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RECRUITING
vgajic via Getty Images
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Menschliche Erfahrung vs. K├╝nstliche Intelligenz. Wer gewinnt das Rennen um das Recruiting der Zukunft?

Ein Prinzip im Headhunting hat auch in Zeiten der Digitalisierung und zunehmender Transparenz seine G├╝ltigkeit, es hei├čt: Gro├čartige Menschen bewerben sich nicht auf offene Stellen, sie werden abgeworben. Durch Portale wie beispielsweise XING und LinkedIN sind die digitalen Kontaktpunkte vielf├Ąltiger geworden und mit dieser Vielfalt steigen f├╝r Kandidaten und Headhunter die M├Âglichkeiten, um Kontakt aufzunehmen.

Allerdings ist der Moment der Kontaktaufnahme weiterhin so kostbar und entscheidend f├╝r den Fortgang und Erfolg des Einstellungsprozesses, dass man ihn einem Algorithmus alleine nicht ├╝berlassen kann. Bei aller Liebe zur Digitalisierung.

Es ist schon paradox: Den Kandidaten stehen zur Karriereplanung und -steuerung immer bessere digitale Tools zur Verf├╝gung. Und trotzdem greifen Unternehmen, beim Besetzen hochrangiger Stellen, unvermindert auf die Hilfe der Personalberater aus Fleisch und Blut zur├╝ck. Die wirklich interessanten Positionen werden weiterhin ├╝ber Headhunter besetzt und sind meistens nicht mal ausgeschrieben.

Da stellt sich die Frage: Warum ist der Headhunter gerade in Zeiten der Digitalisierung so wichtig? Und wie muss sich die Profession ver├Ąndern, um weiter gefragt zu sein? Schlie├člich ist es f├╝r alle Beteiligten keine sch├Âne Perspektive, dass Einstellungsgespr├Ąche zuk├╝nftig ggf. von Chatbots gef├╝hrt werden.

Im Zuge von Big Data, K├╝nstlicher Intelligenz und Machine Learning schreiten die M├Âglichkeiten der Personalisierung und personalisierter Angebote immer weiter voran - auch das Headhunting, so wie wir es kennen, wird sich hierdurch weiter ver├Ąndern. Das Matching von Kandidatenprofilen und offenen Positionen wird zumindest bei den Non-Executive Positionen, verst├Ąrkt ├╝ber Algorithmen und Data Analytics laufen und daten-getriebenes Headhunting wird sich als neuer Standard etablieren.

Karriere-orientierte Plattformen wie LinkedIn unterscheiden sich von Waren-Plattform wie Amazon allerdings fundamental in einem auschlaggebenden Punkt: hier geht es in erster Linie um Menschen mit ganz individuellen Motivationen und Emotionen, und nicht um Commodities mit klaren Produkteigenschaften und abrufbaren Preisen.

Wir befinden uns in einem Kandidatenmarkt. Das Gold liegt in den H├Ąnden der Kandidaten. Dass die Akquise per Telefon heute weitestgehend keinen Sinn mehr macht, ist mittlerweile in der Branche angekommen - auf die Situation im Gro├čraumb├╝ro hat man sich entsprechend eingestellt. Algorithmen, Datenanalysen und digitale Tools gestalten die Arbeitsabl├Ąufe, Suchprozesse und Kandidatenansprache der Headhunter schon heute einfacher.

Dennoch wollen die Kandidaten vor allem als menschliche Wesen gesehen und angesprochen werden und nicht als Objekte einer Datenbank, die w├Âchentlich mit Copy/Paste Nachrichten zugeschmissen werden. Richtig gute Digitalspezialisten werde gerne auch 10 Mal am Tag kontaktiert und lesen ihre Nachrichten l├Ąngst nicht mehr. Um also aus der Masse herauszustechen muss man catchen, relevante Infos liefern und jeden Menschen als den anschreiben, der er ist: ein Individuum.

Es ist beim Headhunting in digitalen Zeiten also nicht anders, als beim Online-Shopping: genauso, wie potenzielle Kandidaten nicht mit derselben Nachricht angesprochen werden wollen, die hundert andere bereits zuvor erhalten haben, so erwarten Kunden eines Reiseportals das f├╝r sie geeignete Urlaubsangebot passgenau im richtigen Augenblick. Es gibt f├╝r jede Digitalposition nicht unbegrenzt viele wirklich passende Kandidaten, daher d├╝rfen diese zurecht erwarten, dass ihnen mit Fingerspitzengef├╝hl und Individualit├Ąt begegnet wird.

Je h├Âher die zu besetzende Position in der Hierarchie angesiedelt ist, desto wichtiger wird die echte personalisierte Ansprache der Kandidaten, das pers├Ânliche Netzwerk des Headhunters und die Vorauswahl. Denn die meisten Unternehmen wollen bei Key Positionen weiterhin lieber ein gutes Marktscreening und eine kompetente Vorauswahl, anstatt von einem Algorithmus ein paar schlecht vorqualifizierte Kandidatenvorschl├Ąge zu bekommen.

Ausgezeichnete Personalberater werden also weiterhin von ihrer Empathie und Erfahrung profitieren und diese Prozesse bewusst gestalten und beratend begleiten - digital und analog.

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