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Tierschutzpolitik nach der Bundestagswahl 2017

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© Welttierschutzgesellschaft e.V.


Das Bündnis für Tierschutzpolitik hat am 28. Juni 2017 relevante Vertreterinnen und Vertreter der Parteien im Deutschen Bundestag im Rahmen einer Podiumsdiskussion versammelt. Ziel war es, den Wählerinnen und Wählern anlässlich der bevorstehenden Bundestagswahl 2017 einen Ausblick auf die zukünftige Tierschutzpolitik zu geben.

Unter dem Motto „Wir haben die Wahl - Tiere nicht. Tierschutzpolitik nach der Bundestagswahl 2017" stellten sich die tierschutzpolitischen Sprecherinnen der SPD-Fraktion, Christina Jantz-Herrmann, und der Partei Die LINKE, Birgit Menz, die Tierschutz- und Verbraucherschutzsprecherin von Bündnis 90/Die Grünen Nicole Maisch sowie der milchpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Kees de Vries den Fragen der Tierschutzorganisationen.

An der Diskussion nahmen ebenfalls die Parlamentarische Staatsekretärin des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) Frau Dr. Maria Flachsbarth sowie die beiden Wissenschaftler Prof. Bernhard Hörning und Prof. Harald Grethe teil.

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Tiere in der Landwirtschaft: CDU zieht Tierschutz für Milchkühe ins Lächerliche

Zum Thema Tiere in der Landwirtschaft wies Professor Dr. Bernhard Hörning, Autor der Studie „Qualzucht bei Nutztieren", auf die zahlreichen Missstände in der Haltung von Milchkühen, Sauen, Hühnern und Puten hin und kritisierte ebenfalls die Zucht auf Hochleistungen, die zu vielen Erkrankungen führt. Die meisten Nutztiere werden nicht tiergerecht gehalten. Milchkühe werden bisher in der Tierschutz-Nutzierhaltungsverordnung nicht berücksichtigt, so sei beispielsweise die ganzjährige Anbindehaltung noch immer erlaubt. Andere europäische Länder können hier Vorbilder sein - so existiere bereits in Österreich eine Haltungsverordnung für Milchkühe.

Auch Professor Dr. Harald Grethe, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats Agrarpolitik und Mitverfasser des Gutachtens „Wege zu einer gesellschaftlich akzeptierten Nutztierhaltung", sieht erheblichen Handlungsbedarf. Neben ordnungspolitischen Verbesserungen muss es generell eine umfassende Strategie für einen Umbau der deutschen Nutztierhaltung sowie einen zugehörigen Finanzierungsplan geben.

SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die LINKE werden sich im Bereich der Landwirtschaft zukünftig für eine Haltungsverordnung für Milchkühe einsetzen. Herr de Vries (CDU) sieht hierfür keinerlei Beweggründe, einzig und allein das Management spiele die entscheidende Rolle in der Milchviehhaltung. Den Einsatz für mehr Tierschutz in der Milchkuhhaltung zog er ungeachtet der zahlreichen Missstände ins Lächerliche: Wenn er seinen Kühen jetzt noch Jäckchen anziehen solle, damit sich die Tierschützer besser fühlen, wolle er als Landwirt mehr Geld dafür haben.

BMEL setzt weiterhin auf freiwillige Vereinbarungen in der Landwirtschaft

Die Parlamentarische Staatssekretärin Dr. Maria Flachsbarth gab einen Rückblick auf die vergangenen vier Jahre Tierschutzpolitik des BMEL. Sie wies darauf hin, dass die gewandelten Erwartungen der Gesellschaften mehr Berücksichtigung finden müssen. Jedoch wolle man auch zukünftig auf freiwillige Vereinbarungen mit der Wirtschaft setzen, um eine Abwanderung der landwirtschaftlichen Produktion in die Nachbarländer zu verhindern.

Das Bündnis für Tierschutzpolitik setzt sich zusammen aus Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, Bundesverband Tierschutz e.V., Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. PROVIEH - Verein gegen tierquälerische Massentierhaltung e.V., VIER PFOTEN - Stiftung für Tierschutz sowie Welttierschutzgesellschaft e.V.

Weitere Informationen zu den Diskussionspunkten Tiere in der Landwirtschaft, Heimtiere, Tierversuche und Wildtiere im Zirkus

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