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Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern: Wahlprüfsteine zur Milchkuh

Veröffentlicht: Aktualisiert:
COW MILK
Nigel Marple / Reuters
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Anlässlich der bevorstehenden Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am 4. September 2016 haben wir von der Welttierschutzgesellschaft fünf Parteien auf den Zahn gefühlt und sie zum Thema Tierschutz in der Milchviehhaltung befragt.

Mecklenburg-Vorpommern weist mit durchschnittlich 223 Milchkühen pro Betrieb eine überdurchschnittlich hohe Bestandgröße auf. Nur noch jede dritte Kuh kommt hier auf die Weide.

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Milchkrise ist Krise der Nutztierhaltung

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und DIE LINKE sehen großen Handlungsbedarf in der Milchviehhaltung zum Schutz der Tiere. Sie kritisieren, dass es keine Haltungsverordnung für Milchkühe gibt und setzen sich dafür ein, dass die Haltung an den sozialen und physiologischen Bedürfnissen der Tiere ausgerichtet wird.

Die Förderung des Weideganges ist in diesem Zusammenhang beiden Parteien sehr wichtig und soll auch im Rahmen von Landesprogrammen und Produktkennzeichnungen gefördert werden. Beide Parteien stellen sich gegen das Wachstumscredo in der Milchwirtschaft.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordert eine tiergemäße Grünlandwirtschaft mit robusten Milchviehrassen und einer gedrosselten Milchproduktion. DIE LINKE möchte darüber hinaus noch eine Bestandsobergrenze für Einzelstandorte festlegen, die regionale Veredelung und Vermarktung fördern sowie die ökologische Produktion ausweiten.

Landwirtschaft am Weltmarkt ausrichten

CDU, SPD und FDP setzen hingegen auf ein „Weiter-so" in der Milchviehhaltung mit stetigem Wachstum und behalten ihren Fokus auf den Export von Milchprodukten bei. Die CDU möchte mit Maßnahmen wie z.B. Verpachtung von Nutzflächen des Landes an Veredelungsbetriebe, Stundung von Pachtzins und der Risikosteuerausgleichsrücklage vor allem jenen Landwirten helfen, die in der Vergangenheit in die Modernisierung ihrer Ställe investiert haben, aufgrund der anhaltenden Milchkrise jedoch finanziell in Bedrängnis geraten sind.

Die SPD sieht als Kernproblem der gegenwärtigen Milchkrise das Verhältnis zwischen Milcherzeugern und Molkereien. Dieses solle vertraglich über Mengen, Preise, Kündigungsfristen und Laufzeiten besser geregelt werden, sodass auf Marktschwankungen besser reagiert werden könne.

Sowohl CDU als auch FDP unterstützen eine Neuausrichtung der Zuchtziele auf Langlebigkeit, eine Haltungsverordnung zum Schutz der Tiere sei jedoch nicht nötig. Ebenfalls die SPD sieht hier keinen dringenden Handlungsbedarf. Gefördert werden stattdessen Weideprogramme und die Forschung für eine bessere Tiergesundheit.

Welttierschutzgesellschaft fordert Haltungsverordnung für Milchkühe

Die anhaltende Milchkrise verdeutlicht wird, dass Landwirte trotz enormer Investitionen, Leistungssteigerung der Tiere und der Bestandserhöhung in den letzten Jahrzehnten nicht mehr ihre Kosten decken.

Hochleistende, kranke Kühe gehören schon lange zum Alltag der heutigen Milchwirtschaft, die auf den Weltmarkt ausgerichtet ist und auf permanentes Wachstum setzt. Dies muss sich ändern. Daher fordern wir im Rahmen unserer KUH+DU Kampagne eine gesetzlich verankerte Haltungsverordnung für Kühe, ein Bonussystem für besonders tiergerechte Milchhöfe und mehr Transparenz für den Verbraucher.

Mehr als 218.000 Bundesbürger haben unsere Petition an das Bundeslandwirtschaftsministerium bereits unterzeichnet.

Ausführliche Positionen der einzelnen Parteien

Mehr Informationen zur KUH+DU Kampagne

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