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Mit eurem Gender-Wahn macht ihr die Gleichberechtigung l├Ącherlich

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FEMINIST
Mit eurem Gender-Wahn macht ihr die Gleichberechtigung l├Ącherlich | nullplus via Getty Images
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Es gibt Nachrichten, die mich als Feministin fassungslos machen.

Der rot-rot-gr├╝ne Stadtrat in Chemnitz sorgte diese Woche mit einem hoch umstrittenen Plan f├╝r m├Ąchtig Aufregung. Das Problem, so der Stadtrat: Es gebe zu viele m├Ąnnliche Stra├čennamen. Die L├Âsung: Wir benennen neue Stra├čen vorrangig nur noch nach Frauen.

Begr├╝ndung f├╝r das wahnwitzige Vorhaben: Die Gleichberechtigung soll auch bei Stra├čennamen gelten. M├Ąnner h├Ątten hier bisher die ├ťberhand.

Aber: Solche Aktionen sorgen nicht etwa f├╝r mehr Gleichberechtigung - sondern sie f├╝hren die Idee des Feminismus ad absurdum.

Schlimmer noch: Solche Vorschl├Ąge sorgen daf├╝r, dass "Feminismus" zunehmend zu einem Schimpfwort verkommt.

Gesellschaft ist auf Karrierewege ausgerichtet

Dass auf Chemnitz' Stra├čenschildern h├Ąufiger Peter als Petra zu lesen ist, ist kein Wunder. Stra├čen werden nach Menschen benannt, die einen Einfluss auf die Geschichte hatten - und nicht nach M├╝ttern oder Hausfrauen.

Das ist oft nicht der Fehler der Frauen, sondern es liegt an den Umst├Ąnden und den Voraussetzungen einer Gesellschaft, die auf m├Ąnnliche Karrierewege ausgerichtet ist

Das ist auch heute noch so - und damit kommen wir zum Kern des Problems.

Nur neun Prozent der B├╝rgermeister sind weiblich, obwohl 51 Prozent der Menschen in unserem Land Frauen sind. Obwohl 48 Prozent der Studierenden Frauen sind, sind es nur 28 Prozent der Habilitierenden. Und nur elf Prozent der Professoren sind weiblich. Daf├╝r sind es 99 Prozent der Sprechstundenhilfen. Diese Beispiele lie├čen sich ewig weiterf├╝hren.

Ô×Ę Mehr zum Thema: Warum eine F├╝nfj├Ąhrige gerade zum Vorbild vieler Frauen wird

Mit der Muttermilch saugen die k├╝nftigen Generationen auf, dass sich die Welt in M├Ąnner und Frauen teilt

Die Ungleichberechtigung beschr├Ąnkt sich nicht auf Karrieren. Auf nur zehn Prozent der teuersten Gem├Ąlde sind nackte M├Ąnner abgebildet, auf 43 Prozent hingegen nackte Frauen.

Mit der Muttermilch saugen die k├╝nftigen Generationen auf, dass sich die Welt in M├Ąnner und Frauen teilt. Ins starke, die Initiative ergreifende Geschlecht und ins schwache, sich k├╝mmernde, schm├╝ckende.

Nat├╝rlich - wir sind heute schon ein gro├čes St├╝ck weiter als noch vor 50 Jahren zum Beispiel. Und die Gleichberechtigung nimmt weiter zu. Aber wir sind in Sachen Gleichberechtigung noch meilenweit davon entfernt, wo wir hin m├╝ssen und wollen.

Besonders in Deutschland. Wir hinken hier im europ├Ąischen Vergleich stark hinterher.

Ein Vorsto├č wie der in Chemnitz lenkt die Diskussion aber auf einen klitzekleinen Randaspekt. Noch schlimmer: Er macht die Gleichberechtigung l├Ącherlich.

Denn was hilft es mir, was hilft es meinen Freundinnen, wie schafft es konkret Ver├Ąnderung was die Gleichstellung betrifft, wenn in Chemnitz neue Stra├čen nur noch nach Frauen benannt werden? Die Antwort: Es hilft niemandem. Es ist reine Symbolpolitik.

Noch schlimmer: Dieser Vorschlag ist genau der Grund, wieso Feministinnen und Feministen in Deutschland so einen schlechten Ruf haben.

Ô×Ę Mehr zum Thema: Gleichberechtigung 4.0 - Was kommt nach dem Feminismus?

Wer will schon in so einen Topf geworfen werden?

Vorschl├Ąge wie dieser lassen uns Feministinnen wie kleinliche, verkniffene wegen alles und jedem beleidigte Zicken dastehen.

Sie nehmen uns die M├Âglichkeit, von der breiten Gesellschaft ernst genommen zu werden. Sie nehmen uns die M├Âglichkeit, mehr Mitstreiter und mehr Sympathien zu gewinnen. Wer will schon in so einen Topf geworfen werden?

W├╝rde sich die Diskussion auf die wirklichen Probleme besinnen, die wir in Sachen Gleichberechtigung haben, dann w├╝rde sich die Sache mit den Stra├čennamen von ganz alleine l├Âsen.

Denn nach erfolgreichen und einflussreichen Frauen werden auch Stra├čen benannt.

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