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Digitalisierung - Fluch und Segen zugleich

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Vor 10 Jahren brachte Apple Gründer Steve Jobs das erste iPhone auf den Markt. Ganz neu daran: Es hat keine Tasten wie die Vorgängermodelle, sondern ist mit einem Touchscreen ausgestattet. Seitdem hat sich einiges getan und heute kann sich kaum noch jemand ein Leben ohne Smartphone vorstellen. Doch digitalisieren wir nun unsere Welt zu stark?

Hier mal schnell was Suchen, dort mal eben per Nachricht eine Verabredung zusagen. Das Handy ist unser ständiger Begleiter im Alltag geworden. Kontinuierliche Weiterentwicklungen sorgen dafür, dass es immer neue Funktionen gibt.

Dabei wird das Handy nicht mehr als Hauptmedium genutzt, sondern oftmals auch nebenher. Laut einer von Google beauftragten Studie der GfK nutzen 92 Prozent der Smartphonebesitzer ihr Handy beim Fernsehen schauen. Und das nicht nur in den Werbepausen, sondern auch während des Programms. Laut der Studie ist kein eindeutiges Verhalten der Seitenaufrufe der sogenannten Parallelnutzer erkennbar. Es werden individuell Innenseiten aufgerufen.


Virtuelle Welten

Insbesondere die virtuelle Welt wurde durch Smartphones ganz neu definiert. Tauchte man früher nur in Computerspielen in eine andere Welt ab, kann man heute sein Handy verwenden und die aktuelle Ortschaft um sich herum ganz anders wahrzunehmen. Virtual Reality sorgt dafür, dass Nutzer durch das Aufsetzen einer Brille das Gefühl hat, sich an einem anderen Ort zu befinden.

Einen weiteren Schritt macht Augmented Reality. Die erweiterte Realität führt dazu, dass mit Hilfe des Smartphones in der eigentliche Umgebung etwas virtuelles hinzugefügt wird. Das bekannteste Beispiel ist Pokémon Go. Wer das Spiel startete konnte auf dem Smartphone neben der eigentlichen Umgebung auf die Suche nach Pokemons gehen, die nur auf dem Bildschirm sichtbar waren. Das Spiel erlangte einen großen Hype und wurde millionenfach herunterladen.


Vorteile und negative Auswirkungen der Digitalisierung

Sich per Handy zu einem bestimmten Ziel zu routen. Was vor einigen Jahren noch undenkbar war, ist heute Alltag geworden. Der Vorteil: Kein Kartenlese, keine Verfahren. Der Nutzer kommt schneller an sein Ziel. Über das Internet mit Freunden im Ausland telefonieren ist heute kein großer Aufwand mehr. Hatte man früher enorm hohe Kosten, wenn man nur wenige Minuten im Ausland jemanden anrief, kann man sich heute stundenlang mit den Liebsten über Internettelefonie-Techniken unterhalten.

Wer ein Problem hat sucht heute nicht mehr lange. Er googelt und hofft, dass irgendwo auf der Welt jemand eine Lösung niedergeschrieben hat. Ein langes Suchen im Lexikon oder Fragen im Freundeskreis oder an Experten ist oft nicht mehr notwendig.

So viele Vorteile die Digitalisierung mit sich bringt, so hat sie auch für Nachteile gesorgt: Immer mehr Menschen verzichten auf Ihre eigenen Fähigkeiten und geben diese an andere Geräte ab. Die Preise im Supermarkt werden per Taschenrechner auf dem Handy addiert. Geburtstage und Telefonnummern behält keiner mehr im Kopf, sondern werden lediglich abgespeichert und mit einer Erinnerung versehen.

Solche einfach klingenden und für selbstverständlich gewordenen Dinge führen dazu, dass das Gehirn nicht mehr trainiert wird. Die Merkfähigkeit nimmt dadurch bei vielen Menschen ab, Dinge werden schneller vergessen und nicht im Langzeitgedächtnis abgespeichert. Die Wahrscheinlichkeit an Demenz zu erkranken kann durch das Trainieren des Gehirns verringert werden.

Aktuell sorgt vor allem die Ausweitung und Weiterentwicklung von Sprachassistenten dazu, dass die Digitalisierung auf eine neue Ebene transportiert wird. Die Nutzer müssen nicht mal mehr eine händischen Eingaben tätigen. Lediglich eine Fragestellung an Siri, Alexa oder Google bringen die Antwort. Immer mehr finden Sprachassistenten Einzug in heimische Wohnzimmer.

Die Digitalisierung erleichtert uns in vielen Dingen das Leben und gibt uns schnelle Hilfe bei Fragestellungen. Auch in vielen Berufszweigen, wie der Medizin oder der Industrie, hat sie viele Vorteile und Unterstützung im Arbeitsalltag gebracht. Eine Digitalisierung ist gut und wichtig, dennoch muss aufgepasst werden, dass die eigentlichen Fähigkeiten des Menschens nicht auf der Strecke bleiben und einem alle Aufgaben abgenommen werden.

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