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Ich habe vier Jahre f├╝r McDonald's gearbeitet - das habe ich gelernt

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MCDONALDS ARBEITEN
Getty
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Ich habe zwischen meinem 18. und 22. Lebensjahr vier Jahre lang bei McDonald's gearbeitet. In dieser Zeit war ich abwechselnd in Voll- und Teilzeit t├Ątig, da ich einfach keinen besseren Job fand. Ich erklomm nie die Karriereleiter, wurde nie Managerin, erreichte in meiner Zeit dort nichts Bedeutendes.

Im Grunde genommen erf├╝llte ich das absolute Klischee einer bei McDonald's arbeitenden Versagerin. Faul, dumm, antriebslos.

  • Eine Zusammenfassung des Textes gibt es oben im Video.

"Es ist sooooo ein Schei├čjob! Aber ich brauche das Geld, hahaha"

├ťber die Jahre bekam ich die Konsequenzen dieses Klischees auf verschiedenste Arten zu sp├╝ren. Die entsetzten Gesichter von Freunden meiner Eltern, wenn ich ihnen erz├Ąhlte, was ich machte. Die schneidenden Bemerkungen: "Arbeitest du immer noch bei McDonald's?" oder "Dort k├Ânnte ich niemals arbeiten." Die Ermutigung meiner Freunde: "Geh doch morgen einfach nicht zur Arbeit!" (weil es ja ohnehin kein richtiger Job ist).

Und ich erf├╝llte das Klischee durch meine eigene Einstellung. Ich war ein schrecklicher Mitarbeiter, zu langsam, ungeschickt und frustriert von meinem Leben. Insgeheim hielt ich mich f├╝r zu gut f├╝r McDonald's. St├Ąndig rechtfertigte ich mich: "Es ist sooooo ein Schei├čjob! Aber ich brauche das Geld, hahaha."

Ich war eine belesene, gute Studentin, die gerne intellektuelle Gespr├Ąche f├╝hrt. Ich war nicht geschaffen f├╝r diese sinnlose k├Ârperliche Arbeit.

Ich verbesserte mich nicht. Schlimmer noch, ich wollte mich gar nicht verbessern. Warum sollte ich gut in etwas sein wollen, das unter meiner W├╝rde war?

Doch nach ein paar Jahren ├Ąnderte sich meine Einstellung.

Pl├Âtzlich war ich stolz auf meinen Job.

Ich fragte mich, was der Unterschied zwischen McDonald's und den Einstiegsjobs anderer Studenten ist?

Warum ist mein Job so viel schlechter als andere?

Liegt es daran, dass ich f├╝r einen Gro├čkonzern arbeite? Nein, denn dann w├Ąren Jobs bei The Warehouse oder Hannahs genauso peinlich.

Oder weil das Unternehmen unethisch ist? Glassons und Jay Jays nutzen Sklavenarbeit.

Vielleicht weil ich in der Fast-Food-Branche arbeite? Ein Job bei Burger Fuel ist wiederum gar nicht so schlecht.

Weil es keine geistige T├Ątigkeit ist? Nein, Jobs im Einzelhandel und am Empfang sind in Ordnung.

Und dann wurde es mir klar.

Bei McDonald's zu arbeiten gilt als Job f├╝r Menschen, denen nichts anderes ├╝brig bleibt. Mir fiel auf, dass bei den meisten Einstiegsjobs keine Leute eingestellt wurden, die so aussahen wie die Leute, mit denen ich zusammenarbeitete.

Bei McDonald's gab es Menschen mit Behinderungen, ├ťbergewichtige, Menschen, die nach gemeing├╝ltigen Ma├čst├Ąben nicht attraktiv waren, Menschen, die kaum Englisch sprachen, Teenager und ganz viel Multikulti.

Diese Menschen bildeten den Kern des Ladens. Sie wurden als unsere besten Arbeiter mit Respekt behandelt.

Dann sah ich mich in L├Ąden wie Glassons, Whitcoulls oder Starbucks um und entdeckte fast ausschlie├člich Menschen wie mich. Wei├č, Anfang zwanzig, einigerma├čen attraktiv, schlank, Englisch sprechend.

Das war das Vorurteil, das sowohl ich als auch andere mit meinem Job verbanden. Ich erf├╝lle die Kriterien f├╝r einen "guten" Job in einem Klamottenladen. Menschen aus einem guten Umfeld sollten nicht bei McDonald's landen und mit Leuten zusammenarbeiten, die nicht einmal dann mehr erreichen k├Ânnten, wenn sie es versuchten.

Ein wei├čes M├Ądchen Anfang 20 wird ausgelacht, wenn es bei McDonald's arbeitet. Doch ich glaube nicht, dass dies auch bei Behinderten, Pazifikinsulanerinnen mittleren Alters oder Einwanderern der Fall ist. Deren Freunde kichern nicht leise: "Und wann suchst du dir einen richtigen Job?" Weil wir automatisch davon ausgehen, dass sie so einen Job haben.

McDonald's ist ekelhaft und sch├Ąbig

McDonald's ist ekelhaft und sch├Ąbig. Doch dass ich selbst und meine Freunde mich dem├╝tigten, lag nicht daran, dass ich Burger machte. Es lag daran, dass ich etwas Besseres verdient hatte. Eigentlich sollte ich intelligenter, flei├čiger und talentierter als die Menschen sein, mit denen ich zusammenarbeitete. Mir stand ein "guter" Job zu.

Ich hatte das ├╝berzogene Selbstwertgef├╝hl eines privilegierten Menschen.

Mir wurde klar, dass diese Einstellung weitaus ekelhafter war, als Pommes zu wenden.

Weil ich nicht besser bin als ein McDonald's-Mitarbeiter.

Stimmt, ich habe vielleicht andere F├Ąhigkeiten. Ich bin nicht muskul├Âs und diese Art von Druck macht mich nerv├Âs. Ich werde in B├╝rojobs immer besser sein als bei k├Ârperlicher Arbeit. Doch das liegt nicht daran, dass ich intelligenter oder talentierter oder wertvoller als ein McDonald's-Mitarbeiter bin.

F├╝r mich ist meine Zeit bei McDonald's unbezahlbar

Es gibt unterschiedliche Arten von Arbeit und blo├č weil wir die Arbeit, die von Menschen aus Randgruppen gemacht wird, f├╝r wertlos erachten, bedeutet das nicht, dass es auch so ist.

Ich bin nicht so flei├čig wie meine Kollegen, die manchmal 20-Stunden-Schichten schieben und dadurch daf├╝r sorgen, dass kein Kunde auf seinen Mitternachtsburger verzichten muss.

Ich bin nicht so clever wie unser Manager, der sich zum Ingenieur wandelte. Er lernte, wie man die ganzen Maschinen repariert, damit wir keinen Mechaniker rufen mussten.

Ich bin nicht so ein Organisationstalent wie diejenigen, die jede Woche die Zutaten f├╝r Tausende Kunden im Voraus absch├Ątzen und bestellen und dabei ganz genau wissen, dass sie sich nicht nur mit einem w├╝tenden Chef auseinandersetzen m├╝ssen, wenn sie es vermasseln.

Kunden warten nur auf eine Gelegenheit, um br├╝llen, Getr├Ąnke werfen und rassistische Beleidigungen austeilen zu k├Ânnen, weil der Ketchup fehlt. Mir fehlt die Geduld, um damit umgehen zu k├Ânnen.

Das sind Talente.

Und wer sich f├╝r etwas Besseres h├Ąlt, weil er im Einzelhandel arbeitet oder am Empfang Akten ordnet, der irrt.

F├╝r mich ist meine Zeit bei McDonald's unbezahlbar. Klar, ich will nie wieder Pommes schaufeln oder Burger braten. Aber ich habe etwas viel Wichtigeres gelernt. Ich habe einen Teil meiner Arroganz abgelegt.

Ich habe hinterfragt, warum ich andere wegen ihres Jobs entmenschliche. Ich setze meine Verachtung f├╝r beschissene Gro├čkonzerne nicht mehr mit Verachtung f├╝r deren Fu├čsoldaten gleich. Ich habe mehr Empathie entwickelt.

Und ich kann beim besten Willen nicht verstehen, warum das ein Schandfleck in meinem Lebenslauf sein sollte.

Dieser Blog ist urspr├╝nglich bei Medium.com erschienen und wurde von Susanne Raupach aus dem Englischen ├╝bersetzt.

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