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Hat schon der Prophet Mohammed vor dem IS-Terror gewarnt?

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ISLAMIC FIGHTER
zabelin via Getty Images
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In der letzten Woche haben IS-Terroristen bei zwei Anschlägen insgesamt 69 Menschen getötet. 39 Touristen wurden in einem Hotel in Tunesien erschossen, 30 Gläubige in der Shia Moschee in Kuwait in die Luft gesprengt. Die Anschläge folgten kurz nachdem der IS militante Dschihadisten zu einer Ausweitung ihrer Attacken während des Fastenmonats Rhamadan aufgerufen hatte.

Der IS beweist immer wieder eine gnadenlose Entschlossenheit, jeden zu eliminieren, der seinen Ansichten widerspricht. IS-Anhänger haben Jesiden und Christen umgebracht, aber die große Mehrzahl der Opfer waren Muslime. Muslime, die gegen den IS ankämpfen und seine Autorität nicht akzeptieren.

Der IS hat sogar bereits sunnitische Geistliche, die sich nicht unterordnen wollten, umgebracht. Sowie muslimische Frauen, die die Weltsicht des IS nicht akzeptierten.

Das hat der IS mit allen Terrorgruppen gemeinsam, die im Namen des Islam wirken. Die große Mehrzahl der Opfer der Taliban waren Muslime. Hunderte von Shia Muslimen wurden in den letzten Jahren umgebracht. Und ich habe viele Freunde bei Anschlägen auf Ahmadi Muslime in Pakistan, Indonesien, Bangladesch, Afghanistan und sogar in den USA verloren. Das ist auch der Grund, warum Anti-Islam-Kritiker, die es nicht lassen können Muslime mit Terror gleichzusetzen, so respektlos sind.

Der Koran stellt den Mord an einem Menschen mit dem Mord an der ganzen Menschheit gleich

Ich will gar nicht abstreiten, dass die Motivation für religiöse Extremisten aus einer pervertierten Interpretation der Schriften stammt. Aber es ist falsch, die große Mehrheit der Muslime, die solche Interpretationen ablehnen, als ungläubig zu bezeichnen. Eine tiefergehende Studie des Koran zeigt, dass Gruppen wie der IS in kompletter Missachtung der Vorschriften des Koran agieren.

Der Koran, beispielsweise, stellt den Mord an einem Menschen mit dem Mord an der ganzen Menschheit gleich (5:32). Verfolgung und Chaos werden sogar als noch größeres Vergehen gesehen (2:217). Der Koran betont Frieden, Gerechtigkeit und Menschenrechte. Er steht für Gedankenfreiheit und verbietet weltliche Strafen für Abtrünnigkeit und Blasphemie.

Der geistliche Stand wird korrupt und zerstritten sein

Wer die Traditionen des Propheten Mohammed studiert, wird sogar feststellen, dass er uns vor einer Zunahme an religiösen Extremisten in unserem Zeitalter gewarnt hat. Vor 1.400 Jahren hat er bereits vorhergesagt, dass eine Zeit kommen werde in der vom Islam nichts mehr bliebe als der Name, vom Koran nichts mehr bliebe als das Wort und das viele "Moscheen zwar reich ausgestattet, aber ohne geistliche Führung" sein würden (Mishkatul Masabih).

In dieser Zeit würde das Wesen des Islam verloren sein und Religion würde, im großen und ganzen, zu einem rituellen Zwang verkommen. Er hat vorhergesagt, dass der geistliche Stand korrupt und zerstritten sein werden.

Wie wahr das doch ist, wenn man sich die extremistischen Geistlichen anschaut, die in der islamischen Welt derzeit Hass predigen!

Mohammed hat auch terroristische Gruppen wie den IS beschrieben

Mohammed hat auch terroristische Gruppen wie den IS beschrieben, die versuchen würden, den Islam für ihre Zwecke zu missbrauchen. Zu dieser Zeit der Uneinigkeit würde "eine Gruppe junger Menschen" auftauchen, die "unreif und töricht" sein würden. Sie würden in schönen Worten predigen, aber die grässlichsten Verbrechen begehen. Sie würden so viel beten und fasten, dass der Glaube der Muslime dagegen blass erschien. Sie würden Menschen auf den Koran einschwören, aber eigentlich nichts mit ihm zu tun haben.

Der Koran würde nicht über ihren Hals hinausgehen, damit ist gemeint, dass der Inhalt des Koran nicht wirklich verstanden würde, nur dumpf wiederholt. Schlußendlich bezeichnete der Prophet diese Menschen als "die Schlimmsten der Schöpfung".

Und wem diese Beschreibung nicht schon deutlich genug ist, der sollte das Buch Kitaab Al Fitan lesen, wie es vom Kalifen Ali weitergegeben wurde. Der vierte Nachfolger Mohammeds beschreibt diese Menschen darin als langhaarig und mit schwarzen Flaggen ausstaffiert. Ihre "Herzen seien hart wie Eisen", und die wären die Genossen eines Staates (Ashab ul Dawla).

Interessanterweise nennt sich der IS ja selbst "Islamischer Staat" oder Dawla. Weiter heißt es, dass diese Gruppe ihre Versprechen brechen werde, lügen würden und sich Namen mit Stadtnamen geben werden. Da fällt einem der IS-Kalif Abu Bakr al Bagdhadi ein.

Der Prophet Mohammed beschreibt diese Verbrecher in großem Detail und mit großer Sorge und ruft Muslime dazu auf, sich vor dem Bösen in acht zu nehmen und es zu bekämpfen: "Wer auch immer sie bekämpft, tut Allah mehr Gutes als sie".

Intelligente Menschen sind vereint im Kampf gegen Ignoranz und Extremismus

Denken Sie über diesen Punkt nach. Jedes Mal, wenn der IS im Namen des Islam tötet und behauptet, dies in Übereinkunft mit dem Koran zu tun, geschieht dies in Missachtung der Worte des Propheten. Mohammed warnte uns vor diesen Menschen und hat uns nahegelegt, diese Wurzeln zu zerschlagen.

Die einzigen, die darüber nicht nachdenken möchten, sind die Terroristen selbst. IS-Aktivisten und Sympathisanten, die uns glauben machen möchten, ihre Weltsicht sei legitimiert. Intelligente Menschen jedoch erkennen die vorherseherische Kraft der Weisheit des Propheten und sind vereint im Kampf gegen Ignoranz und Extremismus.

Dieser Blog erschien ursprünglich auf Huffington Post US und wurde von Gunda Windmüller aus dem Englischen übersetzt.

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