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Frauen und Mädchen sind die wahren Verlierer der Flüchtingskrise

16/01/2016 19:10 CET | Aktualisiert 16/01/2017 11:12 CET
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Darf man einem Menschen die Einreise nach Europa verwehren, wenn er in seinem eigenen Land verhungern oder sterben muss? Natürlich nicht, denn das ist eine Frage der Menschlichkeit. Dennoch, die offenen Arme von Angela Merkel und die Willkommensaktionen, die hier in Deutschland abgingen, fand ich persönlich fragwürdig. Bei Ankunft der Flüchtlinge an den Bahnhöfen wurde geklatscht und gejubelt, so, als wäre gerade die Fußballnationalmannschaft mit dem WM Pokal einmarschiert.

Ich dachte mir, senden wir nicht ein falsches Signal in die Welt? Wenn ich bei Facebook öffentlich „Willkommen zu meiner Party" poste und meine Adresse angebe, muss ich mich nicht wundern, dass auch Leute auf die Party kommen, die ich nicht eingeladen habe und die ich eigentlich gar nicht dahaben will.

Es gibt immer Typen, die nur kommen, um kostenlos zu saufen, sich schlecht zu benehmen und etwas aus dem Haus mitgehen zu lassen. Wenn die dann zur Rechenschaft gezogen werden und frech mit einem „Du musst nett zu mir sein, der Gastgeber hat mich schließlich eingeladen" antworten, wird einem dieser grobe Fehler vielleicht klar.

Menschen, deren Not in ihrem Land so groß ist, dass ihr Leben in Gefahr ist, machen sich auch ohne öffentliche Einladung auf den Weg. Weil sie keine andere Wahl haben. Ich glaube, die Menschen, die ausschließlich dem Krieg entkommen möchten, suchen in Deutschland nicht das gemachte Bett, sondern den Frieden. Sie sind wahrscheinlich dankbar erst einmal durchatmen zu können.

Mich haben die Bilder der ankommenden Flüchtlinge regelrecht erschreckt: Männer! Männer, Männer und nochmal Männer! Junge Männer. Wo sind die Frauen? Gilt der Grundsatz „Kinder und Frauen zuerst!" in ihren Ländern nicht? Müssen Frauen und Kinder nicht zuerst in Sicherheit gebracht werden? Als Erklärung bekommt man immer wieder zu lesen, man würde die kräftigen Jungs vorschicken, der Weg für Frauen sei zu gefährlich und beschwerlich, man befürchte Vergewaltigungen.

Aber sind Frauen, allein gelassen in diesen Ländern, dort sicher? Oder ist es so, dass von Mitflüchtlingen Gefahr ausgeht? Glaubt man den Berichten, liegt die Dunkelziffer der sexuellen Gewalt an weiblichen Flüchtlingen in den Unterkünften sehr hoch. Ein Thema mit dem man sich intensiver auseinandersetzen sollte, denn auch diese Frauen haben ein Recht auf ein gewaltfreies Leben!

Horden von jungen Männer, die teilweise noch minderjährig sind und ihr verachtendes Frauenbild im Gepäck haben, machen mir Angst! Ja, auch deutsche Arschlöcher belästigen Frauen, aber die Übergriffe in der Silvesternacht schockieren mich zutiefst. Solche Übergriffe kannte ich bisher nur aus den Nachrichten. Der Tahrir Platz in Kairo war bisher weit weg, nun passiert Ähnliches auf unseren öffentlichen Plätzen und Straßen in Deutschland.

Wenn ich in den Urlaub fahre, bemühe ich mich, die wichtigsten Vokabeln der Landessprache drauf zu haben. Ich möchte „Bitte", „Danke schön", „Guten Tag" und „Hallo" in der fremden Sprache beherrschen. Ich weiß nicht, welche weiteren Worte außer „Schlampe", „Ich töte Dich" und „Ich will ficken" die Täter von Köln gelernt haben, aber ihre Respektlosigkeit zeigt eigentlich schon, um was für Menschen es sich hier handelt und dass sie mit Netiquette wenig am Hut haben.

Durchforstet man das Internet und die sozialen Netze, stößt man auf Straftaten mit sexuellen Hintergrund schon vor und auch nach Silvester. Man liest von männlichen Flüchtlinge, die sich im Schwimmbad nicht benehmen und mit erigierten Glied hinter Frauen herlaufen, sie in Bussen und öffentlichen Gebäuden antatschen und missbrauchen.

Diese Männer-Massen werden in Zukunft nicht nur am Hauptbahnhof oder bei Großveranstaltungen stehen, sondern in unseren Schulen, im Schwimmbad, in Lokalen, in der Stadt und in der Disco. Man wird diesen Jungs nicht mal eben durch einen „VHS-Sommerbenimmkurs für Flüchtlinge" oder durch eine Comic App ein neues Frauenbild einimpfen können. Ihre Kultur und ihr Frauenbild ist tief mit ihnen verwurzelt. Könnten wir von heute auf morgen unsere Weltanschauung ändern?

Wenn Menschen in der Fremde sind, umgeben sie sich in erster Linie mit Leuten der eigenen Kultur. Und so werden auch die jungen Flüchtlings-Männer weiterhin in Rudeln auftreten. Sie werden unter sich bleiben. Das bringt auch die Situation mit sich, denn durch das, was jetzt abgeht, werden viele Deutsche einen Tritt zurücktreten und Flüchtlingen gegenüber skeptischer sein.

Man kann sich ausmalen, wie frustrierend dies für die Altersgruppe der Männer unter 25 sein wird, die, wie auch deutsche Jungs, ihre sexuellen Bedürfnisse haben. Das wird die Position unserer Mädchen und Frauen in Deutschland rapide verschlechtern. Um eine Frau zu überwältigen braucht man keine 50 oder 60 Männer, meistens reicht schon ein einzelner Mann aus!

Ja, ich glaube Deutschland wird sich verändern!

Ich glaube, dass im Sommer Eltern ihre Töchter nicht mehr alleine an den See oder ins Freibad fahren lassen, weil sie Angst vor sexuellen Übergriffen haben.

Ich glaube, dass Eltern ihren Töchtern sagen werden, dass sie doch lieber die Jeans statt den kurzen Rock anziehen und ihr Pfefferspray nicht vergessen sollen, wenn sie ausgehen.

Ich glaube, dass vielen Menschen die Lust auf ausgelassenes Feiern bei öffentlichen Großveranstaltungen vergehen wird.

Ich glaube, dass sich die Stimmung in Deutschland sich noch weiter aufheizt, wir einen Anstieg an Anschläge auf Flüchtlingsheime verzeichnen werden, mehr Rechtsextreme und noch mehr Krawall auf der Straße.

Ich glaube, dass die Deutschen ihr Vertrauen in die Politiker noch mehr verlieren, als sie es sowieso schon getan haben.

Ich glaube, dass Angela Merkel, Renate Künast und Hannelore Kraft froh sind, keine Töchter zu haben, um die sie sich Sorgen machen müssen, wenn sie unterwegs sind.

Ich glaube, es ist nicht allein damit getan, unsere lauen Gesetze auf halb-lau zu verschärfen (übrigens wurden einige Vergewaltiger vom Tahrir Platz zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt).

Ich glaube, es kann nur ein Anfang sein, die Polizeipräsenz zu verschärfen. Die Polizei kann nun mal nicht in jedem Schwimmbad, in jeder Schule und auf jeder Diskotanzfläche stehen.

Ich glaube, dass die Frauen und Mädchen die Verlierer dieser Flüchtlingskrise werden und zwar nicht nur die deutschen.

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