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Kreislaufwirtschaft - ein Neujahrsvorsatz für Wirtschaft und Umwelt

17/01/2016 12:42 CET | Aktualisiert 17/01/2017 11:12 CET
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Der Ansatz „Abbauen - Produzieren - Wegwerfen" hat ausgedient - Europa muss jetzt den Ansatz „Recyceln - Reparieren - Wiederverwenden" verfolgen

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Wenn ein neues Jahr beginnt, halten die meisten Menschen einen Moment inne. Viele von uns nehmen sich vor, gesünder zu leben, besser zu essen und mehr Sport zu treiben. Aber wir sollten bei unseren guten Vorsätzen nicht nur an uns denken, sondern auch unsere Umwelt ins Blickfeld. nehmen.

Die Erde erwärmt sich, Arten sterben aus und Ressourcen werden knapper. In einer Welt mit einer stetig wachsenden Bevölkerung und sich verbessernden Lebensstandards brauchen wir ein anderes Wirtschaftsmodell. Wir brauchen eine Kreislaufwirtschaft.

Wenn wir dafür sorgen, dass die Materialien in der Wirtschaft bleiben, senken wir den Rohstoffverbrauch und die Umweltbelastung und sorgen für Geschäftsmöglichkeiten.

Dadurch kann eine neue Generation europäischer Unternehmen entstehen, die saubere Produkte und Dienstleistungen für den weltweiten Markt herstellen. Es kann europaweit zur Schaffung lokaler und vielfältiger Arbeitsplätze in den Bereichen Ökodesign, Abfallvermeidung, Reparatur und Recycling führen sowie zur Entstehung neuer Dienstleistungen durch die Vermietung oder die gemeinsame Nutzung von Produkten. Eine solche Wirtschaft könnte Unternehmen jährliche Einsparungen von 600 Mio. EUR bringen und die gesamten jährlichen Treibhausgasemissionen um 2 bis 4 % senken.

Ein guter Vorsatz allein reicht jedoch nicht aus. Darum hat die Europäische Kommission einen Aktionsplan verabschiedet, um Europas Übergang zu einer stärker kreislauforientierten Wirtschaft zu fördern. Dies geschieht durch Vorschläge in den Bereichen Produktdesign, Produktion, Verbrauch, Recycling und Rückführung in die Produktion. Es gibt auch Vorschläge für neue Recyclingziele.

Die meisten Menschen würden mehr reparieren und wiederverwenden, wenn sie nur wüssten, wie. Wissen Sie, wohin Sie Ihre Jeans oder Möbel zur Aufbereitung oder Reparatur bringen können? Wie wäre es, wenn Sie einen Leitfaden hätten, der Sie darüber informiert, wie oder wo Sie Ihre Produkte reparieren können? Wie wäre es, wenn Sie einen finanziellen Anreiz dafür bekämen, Ihre alten Produkte zurückzugeben, sodass Materialien und Einzelteile wiederverwendet werden können?

Wir wollen, dass Hersteller Produkte entwickeln, die länger haltbar und einfacher zu reparieren sind.

Wir glauben, dass Verbraucher und Unternehmen diese Informationen haben sollten. Wir wollen, dass Hersteller Produkte entwickeln, die länger haltbar und einfacher zu reparieren sind. Und wir wollen, dass es sich für die Hersteller lohnt, ihre Produkte auf diese Weise zu entwickeln. Um den Ball ins Rollen zu bringen, wollen wir Anreize schaffen, damit Produkte wie etwa Flachbildfernseher leichter zerlegt werden können, so dass sie nicht auf dem Schrottplatz landen und wertvolle Materialien wieder in den Produktionskreislauf eingebracht werden können.

Es steht viel auf dem Spiel. Die EU hat ein jährliches Abfallaufkommen von etwa 600 Mio. Tonnen. Und während die Recyclingquoten in einigen Ländern 80 % erreichen, liegen sie in anderen bei unter 5 %. Im Jahr 2013 wurden im EU-Durchschnitt 43 % der Siedlungsabfälle wiederverwertet. Es freut mich, dass Deutschland dabei mit einer Recylingquote von 64 % an erster Stelle liegt. Wir haben nun Vorschläge zur Erhöhung der Recyclingrate in der EU vorgelegt, unter Beachtung der Unterschiede zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten.

Der Übergang zu einer stärker kreislauforientierten Wirtschaft ist eine Chance für die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) und viele sind bereit voranzuschreiten.

Die EU ist bereits führend bei energieeffizienten, CO2-armen und ressourceneffizienten Technologien und wir müssen auf diesem Wettbewerbsvorteil aufbauen. Der Übergang zu einer stärker kreislauforientierten Wirtschaft ist eine Chance für die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) und viele sind bereit voranzuschreiten.

EU-Förderung kann helfen. Um Innovationen in die Kreislaufwirtschaft zu stärken und Anreize für Investoren zu schaffen, mobilisiert die EU Mittel aus den Struktur- und Investitionsfonds, dem Rahmenprogramm für Forschung und Innovation - Horizont 2020 und arbeitet eng mit der Europäischen Investitionsbank zusammen.

So stellt z.B. die Initiative "Industrie 2020 und Kreislaufwirtschaft" mehr als 650 Mio. EUR für innovative Vorzeigeprojekte zur Verfügung. Die Kommission wird auch Orientierung für zukünftige Investitionen geben - hin zu umweltfreundlicheren Alternativen und der allmählichen Beendigung nicht nachhaltiger Maßnahmen.

Eine Kreislaufwirtschaft könnte unser klügster Vorsatz für 2016 sein. Es ist an der Zeit, unsere Wirtschaft so zu verändern, dass Kosten für Unternehmen sinken, Arbeitsplätze entstehen und unsere Umwelt sauberer wird. Es lohnt sich, an diesem Vorsatz festzuhalten.

Umweltkampagne: Nach diesem Video denken Sie ganz anders über Plastiklöffel

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