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Verständnis für die Situation von Flüchtlingen gesucht

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FLUECHTLINGE
Getty
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Meinung der Bevölkerung in Flüchtlichsfragen gespalten

Wie bei allen Themen, die sich instrumentalisieren und polarisieren lassen, scheint zumindest in den Medien die Meinung der Deutschen zum Thema Flüchtlingsströme extrem kontrovers zu sein. Auf die Schnelle ist da wohl nichts zu retten, aber den Betroffenen aus menschlicher Sicht dringend zu helfen.

Warum aber die Empörung des Volkes?

Die Generationen, die in den fetten Nachkriegsjahren des Wirtschaftswunders ohne Ängste und Vertreibung groß geworden sind, oder dem Konsumtreiben von Osten her noch vor nicht allzulanger Zeit über die Mauer zusehen mussten und auch heute noch in letargischen Erwartungshaltungen erstarrt auf ein Wunder warten, lassen sich leider wieder mal ideal instrumentalisieren.

Doch auch die Politik scheint von der gewaltigen Flüchtlingswelle überrascht worden zu sein, oder wollte das Problem lieber weiter vor sich her schieben, bis es so kam, wie wir es nun tagtäglich in den Medien präsentiert bekommen. Wird es in Deutschland so kommen, so wie einige EU-Länder eine Lösung darin sehen, das Problem mit den Menschen von ihrem Staat fern zu halten, oder über die Landesgrenze zu verdrängen?

Ich selbst bin auch ratlos und mit dieser Situation überfordert, sehe keine Lösung, wie unsere scheinbar so heile Welt im gegenwärtigen Zustand zu erhalten wäre.

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Foto: Leider nicht nur die griechische Haufenstadt Igoumenitsa ist heutzutage für Flüchtlinge ein offenes Tor zum Westen.

Ja, es beschämt mich sogar, wenn ich Revue passieren lasse, wie ich auf unzähligen Reisen, beispielsweise in die Türkei, nach Griechenland, in die 10 Länder entlang der Donau, unter anderem Serbien und zuletzt nach Georgien, die außerordentliche Gastfreundschaft der Menschen in den jeweiligen Ländern erfahren und zu schätzen gelernt habe. So gesehen bildet reisen wirklich.

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Foto: Als Tourist zu Gast mit am Tisch einer Familie aus Georgien.

Um so mehr kann ich verstehen, dass Bundesbürger, die sich keine Auslandsreisen leisten können, mit ihrem hierzu leider oft beschränkten Bildungshorizont auf die Seiten derer schlagen, die Ausländerhass predien, weil ihnen nichts anderes in den Sinn kommt und deren rechts orientierten Redelsführern wie einem Rattenfänger hinterher laufen.

Nicht zuletzt darum rächt sich das Versäumnis der Politik, deren Bildungsauftrag jahrzehntelang stiefmütterlich behandelt zu haben.

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