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Reisesplitter aus Georgien

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Weine und kulinarische Spezialitäten lockten uns im Internet

Urplötzlich tauchte an unserem Wissenshorizont ein neues Reiseziel auf.


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( Foto: Das Kloster Tsminda Sameba vor dem Gipfel des 5.033m hohen Kasbek )

Wir hatten keine Vorstellung von diesem für uns Deutsche so fernen Land, weit im Osten am östlichen Rand vom Schwarzen Meer.


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Heutzutage ziert ein Graffiti die Fassaden in der Hauptstadt Tbilisi, ein junges Paar aus der Urzeit macht von sich ein Selfie. 1992 wurde in einem Tal des Kaukasus ein Schädel eines Homo erectus gefunden, dessen Ursprung 1,7 bis 1.8 Millionen Jahre zurück liegt. Die ersten Europäer waren offensichtlich Georgier.


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( Foto: Landschaft nahe dem Kloster Davit Gareja südlich von Tbilisi )


Das mag die Legende bestärken, nach der Georgien der schönste Flecken auf dieser Erde sei. Und das kam so: Als Gott die Länder an die Völker verteilte und sein Werk getan hatte, kamen mit Verspätung die Georgier, doch alles Land war ja schon vergeben. Sie begründeten ihr Zuspätkommen damit, dass sie Gott gehuldigt hatten und das Feiern kein Ende nahm. Das stimmte Gott milde und er gab ihnen das Stückchen Land, das er eigentlich für sich selbst vorbehalten hatte, den schönsten Flecken auf Erden.


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( Foto: im nördlichen Georgien, dem Kaukasus nahe der Grenze zu Russland )


Seit 2008 kontroliert Putin die nördlichen Regionen Abchasiens und Südossetien, will sie den Georgiern ganz wegnehmen, im Stil der Okkupation der Krim in der Ukraine.


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( Foto: Bildung statt Waffen, so will sich das Land nach Europa hin orientieren )


Teile des Landes sind in großer Gefahr, das Feiern und die Gastfreundschaft haben sich die Georgier jedoch nie nehmen lassen. Kraft durch Einheit ist denn auch das Motto der Menschen dort.


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Foto: Der Männerchor " The State Ensemble of Georgian Folk Singing Basiani" beim Proben in der Hauptstadt Tbilisi, Director Zurab Tskrialashvili dirigiert und stimmt an. Wir unangemeldeten Zuhörer sind herzlichst willkommen, hier und in Georgien sowieso, das immerhin als eines der gastfreundschaftlichsten Länder der Welt gepriesen wird.


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Georgische Weine und kulinarische Spezialitäten probieren, einladender kann eine Reiseaufforderung nicht sein, wer will da nicht die schönsten Landschaften sehen, oder die georgische Gastfreundschaft in höchstem Maße erfahren?


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( Foto: v.li. Zviad Arabidse, der Kellermeister und Mönch vom Kloster Shavnabada )


Wir nahmen Kontakt zu dem Absender dieser Einladung auf und lernten ( li.) Zwiad Arabidse von geohaus.ch kennen, der ( unglaublich ) zu seinem Wort stand und uns einlud, sein Land und dessen Weine kennen zu lernen. Also blieb nur, aufzubrechen und es mit allen Sinnen zu erkunden.


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( Foto: Festung Ananuri über dem Fluß Aragvi an der Georgischen Heestraße )


Eigentlich ist das Land mit seinen gut 70.000 qkm ( 80% von Österreich) sehr klein, gemessen an seinen kulturellen und landschaftlichen Sehenswürdigkeiten sehr groß.


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( Foto: Vater Gerasime vom für seine Weine weltberühmten Kloster Alawerdi )


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( Foto: Goldschätze des 4. Jahrh.v. Chr., im Nationalmuseum Tbilisi zu bewundern )


Nach 10 Tagen kreuz und quer durch das Land haben wir also ein Füllhorn voller Eindrücke und Fotos mitgebracht, das wir hier in loser Folge so unorthodox zeigen wollen, wie wir das Land und seine Georgier kennen und lieben gelernt haben.


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( Foto: Reiseleiterin Ketie (re.) und Zwiad (li.) stoßen auf den Frieden an )


Zum Essen wird mit Wein angestoßen, dabei schaut man sich aber nicht in die Augen, sondern auf die Gläser. Die untergebene Person zeigt ihre Ehrerbietung auf die Weise, indem sie ihr Glas zum Anstoß tiefer, als das des Gegenüber hält. Sitzen mehrere zum Essen am Tisch, gibt es einen Tischleiter. Der hat vor jedem Zuprosten und jedem weiteren Schluck einen Trinkspruch auszusprechen, in vorgegebener Reihenfolge, aber das ist schon eine weitere Geschichte...

Fotos und Text: Karl-Heinz Haenel Blog.Liebhaberreisen.de

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