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Mein Weihnachtserlebnis

24/12/2016 13:34 CET | Aktualisiert 24/12/2016 13:37 CET

Lyrik eines Landstreichers:

Du meinst Du seiest etwas Bestimmtes

Doch Du bist eine Welle im Weltenmeer

Du meinst Du seiest selbstständig

Doch Du bist der Treffpunkt von hunderttausend Kräften

Du meinst Du kannst Dich lenken

Weil Du nicht siehst was Dich zieht und treibt

Du meinst Du müßtest etwas tun

Doch Deine Anstrengung ist nur Widerstand

N. Schach 1999

Ein paar Tage vor Weihnachten schlenderte ich durch die Fußgängerzone,

die damals noch eine war, mit authentischen Einzelhandelsgeschäften,

statt wie heutzutage gesäumt von Amerikanischen Filialen jeder Art,

sei es Mode, sei es der Fraß von MC- und ähnlichen Fast Food Ketten,

sei es der Kaffeeersatz im umweltschädlichen Pappbecher...

An einem freien Stück Hauswand hockte ein Mann in den besten Jahren,

ein Bettler, Penner, Landstreicher, wie man früher diese Gesellen nannte.

Er hatte welliges weißes Haar und einen ebensolchen weißen Schnauzbart,

er hätte auch ein Schauspieler, Künstler oder ein Lebemann sein hönnen,

vor seinen Füßen - ja er saß dort barfuß - hatte er einen kleinen Stapel

mit fotokopierten 20 DIN A 5 Seiten, auf denen er seine vorher mit einer

Schreibmaschine getippten Texte fotokopiert hatte.

Ich wurde neugierig, war angezogen von der ungewöhnlichen Aura des Mannes,

fragte ihn, was so ein kleines Broschürchen kostete,

denn ich war gut gelaunt, war zu der Zeit finanziell gut gestellt

und fühlte mich unbesiegbar, in Spendierlaune,

wollte meiner mich begleitenden Freundin imponieren...

Er sagte, gib mir einfach was es dir wert ist.

Ich legte ihm ein Fünfeuroschein hin und nahm mir eine dieser Broschüren.

Schon im Weitergehen begriffen hörte ich seine Worte, die mir bis heute

unvergesslich blieben: "Fünf Euro, das ist sehr viel Geld" ...

... eine andere Weihnachstgeschichte: Auggie Wrens Weihnachtsgeschichte

die gnadenlose Alternative, was zu lesen für die warme Couch: Winterjournal

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