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Kernfusion - Spirit Of The Blues

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Abi Wallenstein traf sich zum Blues mit Marc Breitfelder & Georg Schroeter
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Georg Schroeter, Tim, Abi, Marc Breitfelder Foto © Copyright by Karl-Heinz Hänel

Ich hatte die Gelegenheit, Abi Wallenstein zu seinem Blues zu befragen.

Frage:
Wie ergibt es sich, dass ihr gelegentlich zusammen spielt und warum nicht öfter?
Abi:
" Wir gehören ja alle zur Zunft der „Fahrenden Musikanten" und sind kein Industrie- konzern, der eine längere Strategie und exakte Planung verfolgt, also es ergibt sich viel aus dem Zufall, aus dem Interesse von Clubs, von Festivals und von anderen Veranstaltern, aus unseren Bedürfnissen: da hat sich im Laufe der Jahrzehnte eine Art Struktur ergeben: Marc und Georg sind ein Kern, ich als Solist bin ein Kern, und um uns als „Kerne" gibt es Musiker, die dann dazu stossen, oder wir, die Kerne selbst, bilden eine „Kernfusion"- die nennt sich in unserem Fall „Spirit Of The Blues" - die dann äusserst explosiv im wahrsten Sinne des Wortes ist.
Wir würden schon gerne öfters zusammenspielen, haben aber unsere eigenen, im Laufe der Jahrzehnte entwickelten Auftritts-Strukturen, und um so freudiger sind wir dann, wenn es dann endlich zu unserer „Kernschmelze" kommt."
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Abi Wallenstein (li.) Mark Breitfelder (re.) Foto © Copyright by Karl-Heinz Hänel

Frage:
Was unterscheiden Bluesabende mit Marc & Georg von denen, wo Du solo auftrittst?
Abi:
"Die Frage, wie das sich unterscheidet, das wäre interessant, die an Zuschauer oder an Journalisten weiterzureichen. Ich kann für mich sagen, wenn ich mit den Beiden spiele, dann öffnen sich einfach mehr Türen zu musikalischen Abenteuern, die sich aus dem Augenblick heraus ergeben, einer macht dem anderen sozusagen „Angebote": hier kann es lang gehen, probier mal das; oder : so könnte es weitergehen, oder zum Abschluss kommen. Also es ist eine grössere Vielfalt und Komplexität im „Spiel". Das erfordert natürlich ein Aufeinander-Hören, damit es keinen „Sound-und Ton-Matsch" ergibt, sondern ein „Sich -Verzahnen" der Töne, der Instrumente, der Stimmen, also eine Art untergründige „Disziplin".
Erst dann gibt es dieses „Mehr" als nur die beteiligten Instrumente, mit dem wir dann das Publikum in den Blues hineinziehen können, in den Groove und in den Blues-Vibe. Als Solist ist man auf eine Art schon „freier", „undisziplinierter", kann mehr so in den Tönen und Sounds und der Dynamik herum experimentieren, ist aber, was die „Wucht" des Ganzen betrifft eingeschränkter. Es hat beides was sehr Faszinierendes für mich und mit Marc und Georg und ihren Instrumenten, Fähigkeiten, ihrer musikalischen Erfahrung, das ist schon was Aufregendes.
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Abi Wallenstein Foto © Copyright und alle Rechte by Karl-Heinz Hänel

Frage:
Wie nimmst Du das Publikum wahr, wenn Du so nah dran bist, wie beispielsweise in Bredeneek?
Abi:
"Vielleicht hast Du gemerkt, dass ich vor dem Konzert sehr lange mit unserem (tollem) Techniker Gunnar am Licht gearbeitet habe: Du kannst den Blues nicht spielen, wenn Du nicht Augenkontakt mit den Zuschauern hast. Es ist eine Musik, die vom Wechsel- spiel zwischen Publikum und Musiker lebt, ja sich erst richtig entfalten kann - das hat der Charakter des Blues so an sich.
Je näher also das Publikum, desto schneller kann der Funke überspringen, es ist also nicht die Frage „wie" ich das Publikum wahrnehme, sondern „ob", die wichtig für mich ist bei der Frage nach der Nähe. Es ist wichtig sich in die Augen sehen zu können, zu beobachten, ob die Körper beginnen zum Groove in Bewegungen zu kommen. In Bredeneek war bei Vielen die Bereitschaft zu spüren, sich in den Blues fallen zu lassen.
Also, wenn Menschen wirklich schon neugierig sind, das wäre schon die halbe Miete, denen müsste man nur auf den Weg geben: Öffnet euch, versucht eure Empfindungen nicht wie so oft im Alltag einzusperren, sondern: Lasst Alles´raus!"
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Abi Wallenstein Foto © Copyright und alle Rechte by Karl-Heinz Hänel

Frage:
Was gibst Du Neugierigen mit auf den Weg, die noch nie auf einem Blueskonzert waren?
Abi:
"Die schwierigere Frage ist: wie macht man Menschen neugierig auf den Blues?
Leider gibt es hartnäckige Vorurteile darüber, was Blues ist. Da wird von vornherein gedacht, es ist was sehr Lahmes, Eintöniges, Überholtes, Vorsintflutliches. Nein: es ist schon immer die Musik gewesen, die aktuelle Musik und Traditionelles verschmelzen kann und etwas Neues hervorbringen kann."
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Abi Wallenstein Foto © Copyright und alle Rechte by Karl-Heinz Hänel

Frage:
Wie siehst Du für Dich die absehbare Zukunft?
Abi: "
Ich habe noch viel zu lernen, sowohl auf der Gitarre als auch, was die Stimme betrifft. Hört sich vielleicht komisch an, aber bei jedem Konzert ist das Aufregende für mich zu registrieren, ob ich das, was ich im Proberaum dazugelernt habe, schon anwenden kann.
Und: Eine CD mit diesen Entwicklungen ist - kann aber noch etwas dauern - schon in Arbeit.

Viele >Grüsse
Abi
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Abi Wallenstein Foto © Copyright und alle Rechte by Karl-Heinz Hänel

Ein Star gibt sich bescheiden, seine Visitenkarte ist ein gestempeltes Stück Wellpappe
Mehr über Abi Wallenstein

Abi Wallenstein, Marc Breitfelder & Georg Schroeter sind das nächste mal als Kernschmelze zu erleben, am 2. September im Bauhaus - Dessau

Und übrigens, wo Marc & Georg sonst noch life zu erleben sind: bluestour.de/tourdaten

Text und ©-Fotos: Karl-Heinz Hänel Blog.Liebhaberreisen.de

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