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In diesem Jahr weniger deutsche Wein als sonst

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Jakob Schneider Junior im Weinberg © Copyright Karl-Heinz Hänel Ernst Büscher DWI (links) & Jakob Schneider Junior (rechts) ©Copyright K.-H. Hänel

2017 ergab die kleinste europäische Weinmosternte seit dem Jahr 2000

Am 20. Oktober beendete Familie Jakob Schneider die Weinlese des Jahrgangs 2017.

Bodenarten im Weinberg an der Nahe © Copyright Karl-Heinz Hänel im Weinberg an der Nahe © Copyright Karl-Heinz Hänel

Noch nie war die Ernte so früh im Keller.

"Es war ein turbulentes Jahr für uns", so Jakob Schneider; "die starken Fröste in der zweiten Aprilhälfte hinterließen doch starke Schäden in unseren besten Lagen. Der September begann dann auch deutlich zu kühl und regnerisch - die letzten sonnigen Septemberwochen brachten dann aber die erhoften Mostgewichte und so sind wir glücklich sehr gute Qualitäten in den Keller bekommen zu haben, auch wenn die Erntemenge weit unter dem Durchschnitt liegt. Auch unsere erfahrene Lesemannschaft hat ihren Teil dazu begetragen die Trauben zeitnah und in perfekt sortierten Zustand nach Hause zu bringen. Familie und Mitarbeiter haben wieder Hand in Hand gearbeitet. Nun freuen wir uns das es im Keller kräftig gärt und wir einen tollen Jahrgang 2017 zu erwarten haben." Website

Gault & Millau 2017 - Aufsteiger des Jahres

„Seit Jakob Schneider jun. in den elterlichen Betrieb an der Mittleren Nahe einstieg, eilt das Gut von Erfolg zu Erfolg. Etliche Spitzenlagen der Nahe mit 52 verschiedenen Gesteinsformen bilden die Basis für die ausdrucksstarken Weine des Gutes. Vom einfachsten Wein bis zu den atemberaubenden Spitzen hat jeder Wein Schliff, Würze und Saftigkeit. Der junge Jakob Schneider hat mit dieser Reihe genialer Weine, vom trockenen Hermannshöhle Magnus bis hin zu spektakulären Süßweinen, endgültig den Sprung unter die ganz großen Betriebe der Region geschafft und wird folgerichtig mit der vierten Traube belohnt."

Wie das Deutsche Weininstitut (DWI) mitteilt, lassen die letzten Ertrags­schätzungen eine bundesweite Weinmosternte von rund 7,5 Millionen Hektolitern erwarten. Dies entspräche einem Minus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr sowie dem zehnjährigen Mittel von neun Millionen Hektolitern.

Die Ernteergebnisse unterliegen allerdings regional und einzelbetrieblich sehr großen Schwankungen, je nachdem, wie stark die Weinberge von den Aprilfrösten geschädigt wurden, die als Hauptgrund für die Mengeneinbußen anzusehen sind. Darüber hinaus haben vereinzelte Hagelunwetter sowie notwendige Traubenselektionen in den Weinbergen die Erträge reduziert.

Extreme Witterungsverhältnisse haben in diesem Jahr auch in vielen Ländern Europas zum Teil zu erheblichen Ertrags­verlusten geführt. Die EU-Kommission geht aktuell von einer europaweiten Weinmosterntemenge in Höhe von rund 146 Millionen Hektolitern aus. Dies wäre die kleinste europäische Weinmosternte seit dem Jahr 2000. Sie läge damit 23 Millionen Hektoliter (14 %) unter dem Vorjahresergebnis und 22 Millionen Hektoliter (13 %) unter dem fünfjährigen Mittel. Quelle: Deutsches Weininstitut