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Nördlicher Gardasee: Eldorado für Surfer, Wanderer und Mountainbiker

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Warum kommen Touristen an dem Gardasee? Wegen der Sonne, die gibt es auch anderswo in der Welt. Vielleicht liegt es an der Vielfalt die diese Region bietet - Seen, Berge, Gastlichkeit, gutes Essen, faszinierende Naturerlebnisse - und natürlich das milde Klima.

Touristen, die all dies schätzen dürften sich in der Region Trentino/nördlicher Gardasee gut aufgehoben fühlen. Diese Gastlichkeit vermittelt auch Sergio Chiesa, der Besitzer des Vier-Sterne Hotels Piccolo Mondo in Torbole. Seit 1971 leitet der umtriebige Italiener das Haus zusammen mit seiner Frau Isabella. Seine Gäste versucht er für die Annehmlichkeiten dieser kleinen Welt, damit ist das im Piccolo Mondo gemeint - in Kontrast zu den großen Grand Hotels dieser Welt - zu gewinnen.

Während der Gast in den sogenannten Luxus Hotels einer von vielen sei, versucht Chiesa den persönlichen Kontakt zu seinen Gästen zu suchen. Denn dieser stehe stets im Mittelpunkt seines Hauses, sagt Chiesa. Die Werte für die der Besitzer des Piccolo Mondo steht, sprechen offenbar vor allem ältere Gäste - im Schnitt zwischen 45-65 Jahre - an.

Inzwischen verfügt das Hotel über 60 Zimmer wobei Chiesa die Zimmeranzahl reduzieren will. Statt Quantität möchte der Hotelbesitzer mehr auf Qualität - und damit eher auf größere Zimmer setzen. Chiesa ist auch für sein Apfel-Menü bekannt welches er in viele Großstädte der Welt wie z. B. London und Hongkong getragen hat.

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Gästeklientel hat sich am Gardasee gewandelt: Engländer statt Deutsche

Wie in vielen anderen Regionen des Gardasees hat sich auch im Piccolo Mondo die Klientel seit vielen Jahren verändert. Stammten noch zu Beginn im Jahr 1971 den Großteil seiner Gäste aus Deutschland hat sich die Klientel im Zuge der Eröffnung des Flughafens von Verona sukzessive gewandelt.

Neben Deutschland kommen inzwischen vermehrt Gäste aus England, Benelux und den skandinavischen Ländern. Auch die Vielfalt der Unterbringung - vom Luxushotel bis zum preisgünstigen Hotel - ist in den letzten Jahren größer geworden. Allein in Torbole gibt es inzwischen mehr als 40 Hotels, davon sieben im Vier-Sterne-Segment. Der Großteil der Hotels und Pensionen wird dem Drei-Sterne-Segment zugerechnet.

Nördlicher Gardasee: Eldorado für Surfer, Mountainbiker und Kletterer

Die Gemeinde Nago-Torbole besteht aus 3 kleinen Orten, wobei Torbole sicherlich der bekannteste unter Urlaubern ist. Neben Nago gehören nur noch Torbole und Riva del Garda zum Gebiet des Trentino. Oberhalb von Torbole befindet sich auf ca. 200 Metern über dem Meeresspiegel die kleine Ortschaft Nago mit einer ehemaligen Zitadelle.

Südlich von Torbole liegt der kleine Ort Tempesta, welcher nur aus einigen wenigen Häusern besteht. Torbole selbst mit seinen rund 900 Einwohnern zählt zu den bekanntesten Surfrevieren Europas. Insofern kann nicht verwundern, dass sich das Dorf ganz auf seine jungen sportlichen Gäste eingerichtet hat.

So steht den Surfern nicht nur ein nahezu kompletter Strandabschnitt zur Verfügung, sondern es gibt auch viele Campingplätze am See und Hotels, die sich auf diese Klientel eingerichtet haben. Neben den Windsurfern sind auch etliche Mountainbiker und Kletterer im Ort und rund um den Gardasee unterwegs. Zu den bekanntesten und meistbegangenen Routen am nördlichen Gardasee zählt Busatte-Tempesta mit ihren rund 250 spektakulären Metalltreppen.

Trotz des vordergründig sportlichen, jugendlichen Flairs hat Torbole auch eine andere Seite, die in der kleinen Altstadt auf der Bergseite sichtbar wird und deren Zentrum die Piazza Goethe bildet. Der deutsche Dichter soll hier 1786 seine erste Bekanntschaft mit dem Gardasee gemacht haben.

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Ausflugsziele Arco und Canale

Für Touristen die sich in Torbole niedergelassen haben empfehlen sich Ausflüge nach Arco und Canale. Arco mit seinen knapp 18.000 Einwohnern besteht aus einer Neustadt und einer Altstadt wo sich im historischen Kern auch der Domplatz sowie zahlreiche altehrwürdige Paläste und schmucke Stadthäuser und der Park befinden, darunter das ehemalige Rathaus oder der mit Fresken geschmückte Palazzo Marchetti.

Weit auf einem Felsen über der Stadt liegt das etwa 1.000 Jahre alte Schloss Castello di Arco wo aufgrund eines Brands nur noch die Überreste zu sehen sind. Arco, dass auch den Spitznamen Gartenstadt trägt, wird nachgesagt das beste Klima im Trentino/nördlicher Gardasee zu haben. Wohl nicht zuletzt deshalb ließen sich in der Vergangenheit viele gut betuchte Familien in dieser Kleinstadt nieder. Daneben gilt Arco auch als die Hauptstadt der Kletterer.

Sehenswert ist auch die mittelalterliche Stadt Canale die Tenno, die aus 10 Dörfern besteht. Der sich buchstäblich an einen Hang klammernde Ort wurde erst kürzlich in die Liste der schönsten (mittelalterlichen) Ortschaften Italiens aufgenommen. Denn in Canale, das den Spitznamen Künstlerdorf trägt, reihen sich enge gepflasterte Gassen, Bogengänge, kleine Innenhöfe und Häuser aneinander.

In diesem Dorf haben sich auch einzelne deutsche Ärzte und Künstler niedergelassen. Canale besticht auch durch seine umliegende Landschaft: Aus rund 400 Metern Höhenlage besteht die Möglichkeit, den Gardasee in seiner vollen Schönheit zu bewundern, mit den Bergen als Kulisse, oder dem Lago di Tenno.

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Schiffstour nach Malcesine

Der Gardasee lässt sich nicht nur mit dem Auto und dem Mountainbike, sondern auch mit dem Schiff erkunden. Ab Torbole kann man naheliegende Städte wie Riva, Limone und Malcesine erkunden. Vor allem Letzterer ist einer der beliebtesten Ferienorte am See und wird dementsprechend vom Tourismus dominiert.

Trotzdem hat sich der Ort am Ostufer des Gardasees eine angenehme Atmosphäre bewahrt und man kann sich in hier wirklich wohl fühlen. Denn in der Stadt trifft man auf Maler, die in ihren Ateliers ihre Bilder ausstellen. Das überaus malerische Ortsbild wird von einer mächtigen Skaligerburg dominiert.

Diese thront über dem mittelalterlichen Ortskern mit kleinen Plätzen, überwölbten Durchgängen und holprigen Pflasterwegen in der Nähe des alten Hafens. Von Malcesine fährt auch eine Seilbahn zum 1.760 Meter hoch gelegenen Tratto Spino.

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